Just Another Food Montage

Vor vier Jahren produzierte ich mit einem Kollegen Kochvideos für seinen Kanal. Was habe ich in diesen Jahren gelernt? Das wollte ich herausfinden.

Eines meiner ersten Videoprojekte war der YouTube-Kanal eines Kollegen, auf welchem er Rezeptvideos veröffentlichte. An einem verregneten Sonntagnachmittag schauten wir uns die Videos wieder einmal an. Ich war überhaupt nicht zufrieden damit. Die Clips waren langatmig, die Kamerafahrten verwackelt und die Musik recht monoton. Das Wort Sounddesign hatte ich bis dahin wahrscheinlich noch nie gehört.

Also setzte ich mir eine Challenge: Kann ich eine visuell attraktive Food-Montage zusammenstellen? Bin ich besser als das Vergangenheits-Ich?

Zusammen mit meinem Mitbewohner machte ich mich ans Werk. Ich legte mir einen Plan zurecht und begann zu drehen. Das Resultat siehst du hier:

(ash)

00 | Idee

Videografie ist meine Leidenschaft. Seit fünf Jahren will ich mich konstant verbessern. Als ich letzthin mit meinem Mitbewohner unsere alten Kochvideos angeschaut habe, stellte ich zufrieden fest, dass mein Level doch gestiegen ist. Mit den Kochvideos von damals war ich nicht sehr glücklich. Dann kam mir die Idee: Ich produziere ein Video mit ähnlichem Thema wie eines der Kochvideos von vor vier Jahren. So kann ich meinen Fortschritt sehen.

01 | Umsetzung

Als erstes musste ich überlegen, was für ein Rezept wird kochen werden. Damit das Video einheitlich daherkommt, wollte ich kein aufwändiges Gericht zubereiten. So entschieden wir uns für etwas ganz einfaches: Pesto. Ich schrieb mir alle nötigen Arbeitsschritte auf, und überlegte mir, wie ich die Übergänge gestalten kann, dass das Video einen konstanten Flow hat. Meine Notizen zeigte ich dann Silvan, meinem Mitbewohner, damit er in etwa verstand, was ich am Schluss haben will.

Nach einem kurzen Trip in die Migros waren wir bereit. An Equipment benötigte ich nur eine Kamera für den Dreh und einen Scheinwerfer mit Softbox, um genügend weiches Licht auf die Kochfläche zu werfen. Als Erstes schaute ich dann durch die Kamera und analysierte das Bild. Ich entschied mich dazu, die Küchenlichter hinten anzuschalten. Die warmen Spot-Lichter gaben einen schönen Komplementär-Kontrast zum kühleren Licht des Scheinwerfers und Silvan’s bläulichem T-Shirt. Ich stellte die Aufnahme-Framerate der Kamera auf 120 Bilder pro Sekunde, damit ich im Nachhinein mit Slow-Motion spielen kann. Das finale Video habe ich mit 24fps exportiert. Als Bildprofil bei der Kamera wählte ich ein relativ flaches aus, damit ich mit den Farben in der Postproduktion flexibel bin. Den Weissabgleich setzte ich mit einem Blatt Papier und dann konnte der Dreh auch schon losgehen.

Die Zubereitung von Pesto dauert unter normalen Umständen wahrscheinlich zehn Minuten. Doch durch die vielen Takes und etwaigen Pausen um sich Ideen zu überlegen waren wir schlussendlich einen ganzen Abend in der Küche beschäftigt.

Beim Schnitt sortierte ich zuerst durch meine Aufnahmen und wählte von jedem Arbeitsschritt die beste aus. Danach stellte ich meine Sequenz zusammen und suchte Musik. Bis ich die passende Musik für dieses Projekt gefunden hatte, ist einige Zeit vergangen. Vielmals setzte ich Lieder ein und begann zu schneiden, nur um in der Hälfte zu merken, dass mir die Musik doch nicht gefällt. Nach einigen Versuchen fand ich dann ein für mich perfektes Stück, welches dem Video die gewollte Stimmung gab.

Ein grosser Teil der Arbeit in der Postproduction war das Sounddesign. Ich wollte unter alle Bilder passende Sound-Effekte legen, die das Erlebnis steigern ohne abzulenken. Im Internet fand ich Effekte für die meisten Clips. Einige davon musste ich dann noch in der Geschwindigkeit, Tonlage oder mit weiteren Effekten anpassen, bis sie mir gefielen. Ein paar wenige Aufnahmen musste ich noch selber in der Küche mit einem Zoom-Rekorder nachholen.

02 | Learnings

Die Arbeit an diesem Video machte mir unglaublich Spass. Das Filmen mit meinem Mitbewohner war unheimlich lustig und in der Postproduktion konnte ich soviel Zeit brauchen wie ich wollte. Diese Zeit nutze ich, um in die Welt des Sounddesigns abzutauchen. Auch bei diesem Projekt konnte ich einige Dinge lernen. Unter anderem folgende Punkte:

  • Je besser der «Schauspieler» über die Vision des Kameramanns informiert ist, desto schneller geht der Dreh und desto besser ist das Ergebnis.
  • Bei kritischen und schwierigen Shots lohnt es sich, die Aufnahmen mit dem Schauspieler zu kontrollieren, um sich noch zu verbessern.
    Wenn man sich nicht sicher ist, lieber nochmals einen Take machen. In der Post wird man froh drum sein!
  • Soundeffekte selber herzustellen ist eine Kunst für sich, und ich will dieses Feld in weiteren Digezz-Beiträgen noch mehr erforschen.