Branding & Marketingstrategie für Dzep
Dzep ist eine von meinem Freund entwickelte neuartige Budget-App, welche schon bald an junge Schweizer:Innen gelauncht werden soll. Damit dieser Launch auch gelingt, wurde ich für das Branding sowie die komplette Marketingstrategie der App angefragt. Genau darum geht es in diesem Projekt.
Für mich war es das erste Mal, dass ich einen Auftrag in diesem Umfang übernehmen durfte. Entsprechend habe ich mich sehr über die kreative Freiheit gefreut, die mir dabei gegeben wurde. Gleichzeitig fiel es mir zu Beginn schwer, den Überblick zu behalten und einen klaren Prozess zu definieren. Rückblickend hätte ich von Anfang an strukturierter planen und die einzelnen Arbeitsschritte besser dokumentieren können.
Branding und Logoentwicklung
Da die App praktisch schon zum Testen bereitstand und lediglich noch ein App-Icon beziehungsweise Logo fehlte, hatte dieser Bereich zunächst die höchste Priorität. Nachdem mein Freund und ich uns gemeinsam auf ein CD/CI geeinigt hatten, begann die Gestaltung des Icons.
Dafür arbeitete ich hauptsächlich mit Adobe Illustrator, einer Software, mit der ich zuvor noch keine Erfahrung hatte. Entsprechend musste ich mir viele Grundlagen zuerst aneignen, was deutlich mehr Zeit in Anspruch nahm als ursprünglich geplant. Gleichzeitig war dieser Lernprozess aber auch sehr wertvoll, da ich dadurch meine gestalterischen Fähigkeiten erweitern konnte.
Zum Design selbst: Dzep ist Serbisch für „Tasche“ und wird umgangssprachlich für das „Einstecken“ verwendet. Deshalb war für mich schnell klar, dass das Logo einen Bezug zu diesem Begriff haben sollte. Beim Skizzieren und Brainstormen verschiedener Ideen entschied ich mich schliesslich für die Hosentasche als zentrales Symbol. Sie steht sinnbildlich dafür, alles Wichtige griffbereit zu haben, genau das soll auch die App ermöglichen.
Nach vielen Stunden mit Tutorials, Skizzen und verschiedenen Designansätzen entstanden erste Entwürfe. Diese waren jedoch noch zu detailliert und funktionierten als App-Icon nicht optimal. Deshalb reduzierte ich das Design in mehreren Versuchen auf seine wichtigsten Elemente. Das finale Resultat überzeugte sowohl mich als auch den «Auftraggeber». Besonders gelernt habe ich dabei, wie wichtig Einfachheit und Wiedererkennbarkeit bei der Gestaltung eines Logos sind. Hier die Sketches, Designs und das Endresultat:









Entwicklung der Marketingstrategie
Nachdem die App intern getestet wurde, traten verschiedene technische Probleme auf. Dadurch verschob sich der geplante Launch auf August. Obwohl dies zunächst frustrierend war, eröffnete es mir die Möglichkeit, mehr Zeit in die Entwicklung einer umfassenden Marketingstrategie zu investieren.
Ich setzte mich intensiv mit den Fragen auseinander, an wen, wo, wie und wann die App vermarktet werden soll. Die daraus entstandene Strategie umfasst einen Content-Plan sowie verschiedene Kommunikationsmassnahmen. Insgesamt investierte ich viele Stunden in Recherche, Zielgruppenanalyse, Ideenentwicklung und die Ausarbeitung konkreter Inhalte.
Dabei definierte ich drei Content-Kategorien, für die bereits erste Beispielinhalte erstellt wurden.
Ads
Das Hauptziel der Marketingstrategie ist es, die App bekannt zu machen und unsere Zielgruppe zu erreichen. Deshalb spielen Werbeanzeigen auf Social Media sowie physische Werbemittel eine wichtige Rolle.
Ich gestaltete zwei Flyer, die gleichzeitig auch als Instagram-Posts verwendet werden können. Ein Flyer wurde bewusst neutral gestaltet und richtet sich an Hochschulen, Fitnessstudios oder ähnliche Standorte. Der zweite Flyer wurde speziell für Cafés entwickelt. Dadurch soll die Zielgruppe möglichst breit erreicht werden. Hier die Entwürfe:



Und die finalen Designs:


Da Bewegtbildinhalte bei jungen Zielgruppen besonders gut funktionieren, erstellte ich ausserdem eine kurze Animation in Blender, die anschliessend mit Textanimationen aus After Effects ergänzt wurde. Beide Programme waren für mich weitgehend Neuland. Entsprechend floss ein erheblicher Teil der Arbeitszeit in das Einarbeiten in die Software.
Vor allem Blender stellte mich vor einige Herausforderungen. Bereits kleine Änderungen am Objekt konnten bestehende Animationen komplett verändern. Mehrfach musste ich die Sequenz neu aufbauen, weil Keyframes nicht mehr korrekt funktionierten. Rückblickend war dies einer der zeitintensivsten Teile des Projekts. Gleichzeitig habe ich dadurch ein grundlegendes Verständnis für Animationen, Keyframes und Motion Design entwickelt. Hier das fertige Produkt:
Memes & Reels
Da wir hauptsächlich junge Menschen erreichen möchten, ist es uns wichtig, auf Augenhöhe und mit einer gewissen Portion Humor zu kommunizieren. Deshalb beinhaltet die Strategie auch Memes und kurze Reels für Instagram und TikTok. Dazu ist vorgedacht auch lustigen Content auf der Insta/Tiktok Seite zu publizieren, wie beispielsweise diesem:

Funny Calc
Ein weiteres Format ist „Funny Calc“, welches wir selbst entwickelt haben. Dabei werden auf humorvolle Weise Berechnungen dargestellt, die zeigen sollen, wie man Geld sinnvoller einsetzen könnte und wie Dzep dabei helfen kann.
Für dieses Format wurden bereits erste Beiträge erstellt. Die Herausforderung bestand darin, einen guten Mittelweg zwischen Unterhaltung und Mehrwert zu finden. Nicht jede Idee funktionierte gleich gut, weshalb mehrere Konzepte wieder verworfen oder überarbeitet werden mussten. Hier die fertigen Designs:




Webseite
Zu guter Letzt bestand der Wunsch nach einer Webseite für die App. Dafür eignete sich ein One-Pager mit klarer Call-to-Action besonders gut und wurde entsprechend umgesetzt: www.dzep.ch
Zurzeit läuft die Webseite noch auf meinem eigenen Studenten-Hosting. Sobald der finale App-Launch erfolgt ist, wird die Seite auf www.dzep.ch veröffentlicht.
Die Webseite wurde mittels HTML und CSS erstellt. Durch den Einsatz von KI-gestütztem Vibe Coding konnte das Grundgerüst relativ effizient aufgebaut werden. Anschliessend passte ich Texte, Struktur und Designelemente selbstständig an unsere Vorstellungen an.
Auch hier zeigte sich, wie wichtig es ist, technische Hilfsmittel sinnvoll einzusetzen, ohne die Kontrolle über das Endresultat zu verlieren.
(mbi)
Rückblickend war die grösste Herausforderung dieses Projekts, dass ich zu Beginn den Aufwand deutlich unterschätzt habe. Da ich erstmals für das komplette Branding und die Marketingstrategie verantwortlich war, fehlte mir zunächst ein klarer Ablaufplan. Dadurch investierte ich teilweise viel Zeit in das Ausprobieren verschiedener Lösungswege, bevor ich mich für eine Richtung entscheiden konnte.
Zusätzlich musste ich mich in mehrere neue Programme wie Adobe Illustrator, Blender und After Effects einarbeiten. Obwohl dies den Arbeitsprozess verlangsamte, konnte ich dadurch viele neue Fähigkeiten erwerben. Besonders bei der Animationserstellung zeigte sich, dass technische Probleme und kleine Änderungen oft deutlich grössere Auswirkungen haben als erwartet.
Kritisch betrachtet hätte ich einzelne Entscheidungen früher testen und stärker mit der Zielgruppe validieren können. Teilweise basierten kreative Entscheidungen auf meiner eigenen Einschätzung, da ich selbst zur Zielgruppe gehöre. Zusätzliche Rückmeldungen hätten die Inhalte möglicherweise noch gezielter gemacht.
Trotz dieser Herausforderungen betrachte ich das Projekt als sehr lehrreich. Die Vielzahl an Aufgabenbereichen, von Branding über Content Creation bis hin zu Motion Design und Webdesign, hat mir gezeigt, wie komplex die Entwicklung einer ganzheitlichen Marketingstrategie ist. Gleichzeitig konnte ich wertvolle praktische Erfahrungen sammeln und meine Fähigkeiten in mehreren Bereichen deutlich erweitern.