Webdesign für modulares Lichtsystem «LatLights»

Leuchtende Dreiecke schweben über einem Fluss im dunklen Wald. Das Bild stammt vom Genius Loci Festival 2021 und zeigt die LatLights, kunstvoll in Szene gesetzt. Die Website für das modulare Lichtsystem zeigte es leider lange nicht. LatLights sind Lichtröhren mit RGBW-LED-Streifen. Jede Einzelne lässt sich per Netzwerkkabel über einen zentralen Server ansteuern. Dazu wird eine Software wie TouchDesigner verwendet, mit der sich Farben, Verläufe und Bewegungen in Echtzeit steuern lassen. Allein sind sie eine Linie aus Licht und zusammen bilden sie eine Leinwand zum Visualisieren. Im Rahmen dieses Projektes gestalte und realisiere ich ein modernes Redesign für die Website latlights.ch.

Viel Licht, kein System

Bis zum Redesign war latlights.ch genau das: eine einzige Landingpage, die als Portfolio diente. Ein Sammelsurium der realisierten Projekte, ohne Unterstruktur. Die Bilder und Videos waren nicht aufbereitet, sie wurden einfach unkoordiniert hochgeladen. Keine einheitliche Beschreibung, keine Einordnung, keine Aufklärung darüber, was dieses modulare Lichtsystem überhaupt ist. Wer die Seite zum ersten Mal öffnete, sah spannende Projekte und schöne Bilder, verstand aber nicht wirklich, was er da eigentlich vor sich hatte.

Woody Woodspeaker / «Echo Stage»

Aus der Sammlung wird Struktur

Genau hier setzt das Redesign an. Zuerst der Bauplan: Sitemap und Wireframes, damit klar ist, welche Seiten es braucht und wie sie aufgebaut sind. Eine Navigation, die führt statt verwirrt. Ein Portfolio, das die Projekte nicht nur zeigt, sondern aufbereitet und einordnet. Eine Seite «Über uns», die der Marke ein Gesicht und eine Geschichte gibt. Dazu ein ruhiges, klares Interface, das dem Licht die Bühne lässt, statt mit ihm zu konkurrieren.

Das technische Handwerk im Hintergrund: responsive für Desktop, Tablet und Smartphone, sauber umgesetzt, im Einklang mit dem bestehenden CI/CD.

Das Portfolio im Mittelpunkt

Den grössten Hebel hat das Portfolio. Ein Bild wie das vom Genius Loci Festival erzählt mehr als jeder Beschreibungstext. Statt unsortiert nebeneinander stehen die Projekte jetzt aufbereitet da, mit Kontext und einer kurzen Erklärung des Systems sowie dem Team dahinter. Wer auf die neue Seite kommt, sieht zuerst, was möglich ist, und versteht danach, wie es funktioniert.

Impressionen aus den realisierten Projekten:

→ latlights.ch

(mbi)

Das grösste Learning kam nicht beim Gestalten, sondern davor. Eine Website neu zu denken heisst zuerst, Ordnung zu schaffen, nicht Pixel zu schieben. Den Bauplan (Sitemap und Wireframes) habe ich anfangs etwas unterschätzt. Erst als die Struktur und Seitenarchitektur standen, wurde die Gestaltung einfacher. Umgekehrt, als ich zu Beginn gedacht hatte.

Die Fleissarbeit im Hintergrund hat ehrlich gesagt mehr Zeit gefressen als der eigentliche Entwurf. Die bestehenden Bilder, Videos und Texte zu sortieren und einheitlich aufzubereiten, kostete unzählige Stunden. Was vorher als loser Haufen auf der Seite lag, musste erst eine gemeinsame Sprache bekommen: gleiche Bildformate, gleiche Tonalität, gleiche Logik.

Was bleibt, ist mehr als ein neues Layout: Ein ruhiges Interface ist kein Verzicht, sondern eine Entscheidung. Bei einem Produkt, das vom Licht lebt, ist Zurückhaltung das beste Werkzeug. Und fertig ist so eine Seite nie. Sie wächst mit jedem neuen Projekt weiter, das die LatLights in Szene setzt.