Was macht ein elektronisches Festival erfolgreich, und wie baut man selbst eines?
Thesis
Elektronische Musikfestivals prägen die Schweizer Kulturlandschaft und stehen zugleich unter Druck: Die Kosten steigen, das Publikum wird wählerischer, und immer wieder verschwinden Veranstaltungen so schnell, wie sie entstanden sind. Doch was macht ein elektronisches Musikfestival eigentlich erfolgreich?
Die Bachelorarbeit untersucht, welche Faktoren den Erfolg elektronischer Musikfestivals in der Schweiz bestimmen und welche priorisierten Massnahmen sich daraus für Veranstaltende ableiten lassen. Im Zentrum steht nicht eine lange Liste einzelner Faktoren, sondern die Frage, worauf es bei begrenzten Ressourcen zuerst ankommt.
Grundlage bilden drei leitfadengestützte Interviews mit Fachpersonen aus den Bereichen Veranstaltungsorganisation, Club- und Geschäftsführung sowie Medien und Produktion. Die Interviews wurden anhand eines theoriebasierten Analyserasters ausgewertet und durch die Praxisperspektive des von mir initiierten und im Team realisierten Openairs Basswiese ergänzt.
Die Ergebnisse zeigen, dass Erfolg weniger durch einen einzelnen Headliner als durch das Zusammenspiel mehrerer Faktoren entsteht. Diese lassen sich in zwei Gruppen ordnen: Grundvoraussetzungen wie ein passendes Musikprogramm, Sicherheit, Infrastruktur und wirtschaftliche Tragfähigkeit sowie Differenzierungsfaktoren wie das Erlebnis, die Community und Partnerschaften mit Sponsoren. Für Veranstaltende bedeutet das: Zuerst muss die Basis gesichert werden. Danach sollte gezielt in jene Elemente investiert werden, die ein Festival einzigartig machen.
Lehrprojekt
Im Rahmen des Lehrprojekts entwickelte und realisierte ich als Projektleiter gemeinsam mit meinem Team das elektronische Openair Basswiese. Von der ersten Idee bis zur Durchführung übernahm ich die zentrale Verantwortung für die inhaltliche, strategische und organisatorische Umsetzung.
Ich entwickelte die Identität und Positionierung des Festivals, baute die Kommunikations- und Marketingstrategie auf und verantwortete den gesamten Auftritt nach aussen. Dazu gehörten die Entwicklung der Erlebniswelt, die Betreuung der sozialen Medien, die Produktion von Inhalten, die Gestaltung sowie die Umsetzung der Landingpage und des Ticketings.
Auch für das Booking und die Betreuung der Künstlerinnen und Künstler war ich verantwortlich. Ich kümmerte mich um die Auswahl der Acts und die Kommunikation mit ihnen, führte Verhandlungen, bereitete Verträge vor und koordinierte die Betreuung vor Ort. Zusätzlich entwickelte und organisierte ich die gesamte Afterparty. Dazu gehörten die Suche nach dem passenden Veranstaltungsort, das Booking, die Kommunikation, das Ticketing und die Umsetzung vor Ort.
Das Projekt verband strategische Planung mit praktischer Umsetzung. Ich war an den zentralen Entscheidungen beteiligt, koordinierte zahlreiche interne und externe Schnittstellen und trug wesentlich dazu bei, dass aus der ursprünglichen Idee ein eigenständiges Festivalerlebnis entstand.
Am 30. Mai 2026 fand die erste Ausgabe auf der Lindenhofwiese in Küssnacht am Rigi statt, direkt am Vierwaldstättersee, mit Blick auf Rigi und Pilatus. Über 1’000 Besucherinnen und Besucher tanzten auf rund 4’500 m² zu Hardtechno und Trance. Im Zentrum stand eine 25 Meter breite Hauptbühne mit einer 32 m² grossen LED-Wand.
Geblieben sind ein wirtschaftlich erfolgreiches Festival, viele Begegnungen und besondere Momente. Die Basswiese zeigt, wie aus einer Idee, einer klaren Vision und engagierter Projektarbeit ein echtes Festival entstehen kann. Im Folgejahr findet die nächste Ausgabe statt.
Ein besonderer Dank gilt den Teams von Untzig, Funkloch und LIT. Ohne den grossen Einsatz, die Unterstützung und die Zusammenarbeit aller Beteiligten wäre die Umsetzung der Basswiese nicht möglich gewesen.
Im Rahmen des Moduls «Bachelor Extended» habe ich zusätzlich eine filmische Zusammenfassung meiner Bachelorarbeit und der praktischen Umsetzung im Lehrprojekt erstellt.
Eindrücke vom Openair Basswiese

Landingpage: Openair Basswiese 2026 | Hardtrance in Küssnacht am Rigi – UNTZIG
Zu den Bildern: https://drive.google.com/drive/folders/1lvf2NGDLBYWeFYKgg8141r3wXSV-H_zG?usp=sharing