Vom Brainstorming ins Studio: So entsteht unser Format bei TV-Südostschweiz

Eine eigene TV-Sendung auf die Beine stellen. Was für viele Menschen ein Traum ist, wurde für Laila Keller, Tabea Ramisberger und Jennifer Derrer zur Realität. Denn wir durften mit Medienmacher:innen eine Sendung für TV-Südostschweiz konzipieren, die es auch künftigen Studierenden ermöglichen soll, ihre Beiträge aus dem Modul Audiovisuelles Erzählen auszustrahlen.

Der Startschuss für das Projekt fiel mit einer E-Mail unserer Dozentin, die uns gleich zu Beginn neugierig machte: „Wir haben die Möglichkeit bekommen, mit der Somedia zusammenzuarbeiten. Konkret bedeutet dies, dass eure Beiträge des zweiten Semesters ausgestrahlt werden können.“ Schnell war klar, dass es sich dabei um eine besondere Chance handelte, nicht nur für das eigene Portfolio, sondern auch inhaltlich. Ziel der Zusammenarbeit ist es, durch den Blick der Gen Z Themen sichtbar zu machen, die junge Menschen beschäftigen, und diese dem Publikum von TV Südostschweiz näherzubringen, um so ein besseres intergenerationelles Verständnis zu fördern.

Auf diesen Aufruf hin meldete sich als Erste Jenny bei Merle mit der Idee, eine eigene Sendung umzusetzen. Kurz darauf stiessen Tabea und Laila zum Team dazu. In einem gemeinsamen Brainstorming entwickelten wir die Grundidee der Sendung: Wir wollten zeigen, wie die nächste Generation von Schweizer Medienschaffenden arbeitet, welche Themen sie bewegen und dabei auch mit gängigen Vorurteilen aufräumen. Aus dieser anfänglichen Idee entstand schliesslich die Motivation, unsere erste eigene Fernsehsendung konkret anzugehen und umzusetzen.

Was die nächste Generation beschäftigt

Der Grundgedanke hinter dem Projekt war schnell klar: Die Arbeiten der MMP-Studierenden sollten nicht einfach irgendwo im Regal verschwinden. Wenn man schon Tür an Tür mit der Somedia arbeitet, liegt es nahe, diese Nähe auch zu nutzen und gemeinsam etwas auf die Beine zu stellen. Genau daraus entstand die Idee, die studentischen Inhalte aus dem Studienkontext herauszuholen und einem breiteren Publikum zugänglich zu machen.

Gleichzeitig wollten wir zeigen, wie die nächste Generation von Schweizer Medienschaffenden arbeitet, welche Themen sie beschäftigen und wie vielfältig ihre Zugänge sind. Ein weiteres Ziel war es, mit bestehenden Vorurteilen aufzuräumen und ein realistischeres Bild unserer Arbeitsweise zu vermitteln. Darüber hinaus versteht sich die Sendung auch als Türöffner für kommende Semester: Langfristig soll ein Format entstehen, das immer wieder neu aufgegriffen werden kann und Studierenden die Möglichkeit bietet, ihre Arbeiten sichtbar zu machen und mediale Praxis hautnah zu erleben.

Zusammenarbeit im Projektteam

Zunächst setzten wir uns zu dritt zusammen und erstellten ein Konzept für die Sendung, welches wir im Anschluss der Somedia präsentierten. Als wir dann von der Seite des Medienunternehmens grünes Licht erhielten, setzten wir uns an die Umsetzung aller Teilelemente, die wir für die Sendung benötigten. Um einen möglichst guten Überblick über das Projekt zu behalten entschieden wir uns dazu die Aufgaben wie folgt zu verteilen:

  • Laila: Laila übernahm die Koordination des Projekts. Sie agierte als Schnittstelle zwischen den verschiedenen Student:innenteams, unserer Dozentin und der Somedia. Bei der Produktion des Intros übernahm sie zudem die Regie.
  • Tabea: Für unser Intro übernahm Tabea die Kamera und das Sounddesign. Zudem war sie Hauptverantwortliche für unser Key Visual und sorgte dafür, dass das Intro mit einer Animation versehen wird.
  • Jenny: Beim Dreh des Intros wagte sich Jenny hinter das Zoom und übernahm die Verantwortung für den Ton. Sie übernahm zudem die Postproduktion des Intros (sans Animation) und unterstützte Tabea beim Brainstorming für das Key Visual.

Zwischen den ganzen Abgaben während des Semesters kommt es häufig vor, dass die Digezz-Projekte etwas in Vergessenheit geraten. Um dies zu verhinden, führten wir jeden Freitag ein Online-Meeting durch, bei dem wir uns über den jeweiligen Stand der Aufgaben updateten und besprachen, was in der kommenden Woche alles gemacht werden muss. Laila sorgte zudem dafür, dass unsere Dozentin regelmässige Updates erhielt und wir uns mit der Somedia austauschten.

Wir möchten uns herzlich bei allen Personen bedanken, die uns bei dem Projekt unterstützt haben:
Moena Bischoff
Jule Buchmann
Damiana Daffré
Tim Eberhard
Jessica Fisher
Janik Honegger
Vianne Häfeli
Andri Kummer
Lorenzo Reimann
Alessio Rosano
Maurin Tomaschett
Carlo Pierotto
Melinda Widmer

(vha)

Herausforderungen:

Dieses Projekt war für uns alle eine Feuerprobe, denn wir haben noch nie zuvor eine TV-Sendung konzipiert. So waren wir mit vielen Herausforderungen konfrontiert. Zwar wussten wir, dass wir mit Medienmacher:innen vor einem komplexen Projekt stehen, doch wir konnten uns vor der Umsetzung nicht einmal vorstellen wie viele kleine Teilaufgaben alles in eine Fernsehsendung miteinfliessen. Von der generellen Idee, bis zur Message, die an die Zuschauer:innen übermittelt werden soll, Key Visuals, Fonts, Farben, Sounddesign, Lower Thirds, Moderation und unzähligen weiteren – teils unsichtbaren Aufgaben – die Liste war teilweise scheinbar endlos.

Die wohl grösste Herausforderung war es, konstant an den verschiedenen Aufgaben zu arbeiten. Trotz wöchentlichen Meetings mussten wir das Projekt aufgrund von grossen Abgaben immer wieder zur Seite schieben. Dennoch haben wir uns wirklich darum bemüht auch in kleinen Sessions an Intro, Animation etc. zu arbeiten.

Bei der Postproduktion gestaltete sich vor allem das Color Grading als sehr schwierig, da wir in der Cafeteria mit Tageslicht und einem Licht der Technikausleihe gearbeitet haben. Obwohl es bewölkt war, verändert sich das Licht in den verschiedenen Clips des Intros deshalb stetig. Besonders weil unser Drehtag einen ganzen Nachmittag beanspruchte. Jenny versuchte das Colorgrading mit Davinci Resolve möglichst einheitlich zu gestalten, jedoch ist dies nicht optimal gelungen.

Auch die Animation des Key Visuals kostete Tabea einige Nerven. Denn sie arbeitete zum ersten Mal mit After Effects und benötigte deshalb viel Zeit, um die Animation zu erstellen. Auch war es zu Beginn etwas schwer eine Balance zu finden, um unser Key Visual “jung” wirken zu lassen, ohne dass es kindlich bei den Zuschauer:innen ankam. Nach einigen Anpassungen in Fonts, Farben und Effekten haben wir dann jedoch ein Ergebnis erhalten, welches wir alle mochten.

Fazit und Learnings:

Medienmacher:innen ist für uns ein grosses und anspruchsvolles Projekt, das uns in vielerlei Hinsicht gefordert und weitergebracht hat. Rückblickend wurde uns bewusst, wie komplex die Konzeption und Umsetzung eines TV-Formats tatsächlich ist und wie viele Arbeitsschritte ineinandergreifen müssen, damit am Ende eine stimmige Sendung entsteht.

Ein zentrales Learning aus dem Projekt war, wie entscheidend es ist, frühzeitig klare Schwerpunkte zu setzen und Prioritäten zu definieren. Besonders beim Intro wurde uns bewusst, welche Auswirkungen eine lange offene Konzeptionsphase auf den weiteren Projektverlauf haben kann. Zu Beginn war über einen längeren Zeitraum unklar, wie das Intro inhaltlich und formal umgesetzt werden sollte, da unterschiedliche Ansätze – unter anderem die Idee von Strassenumfragen – zur Diskussion standen. Diese Phase des Ausprobierens und Abwägens war zwar wichtig für die inhaltliche Findung, führte jedoch dazu, dass sich der Start der konkreten Umsetzung verzögerte. Rückblickend hätten wir gewisse Entscheidungen rund um die inhaltliche Ausrichtung sowie die gestalterische und technische Umsetzung des Intros früher festlegen können. Dies hätte uns in späteren Phasen mehr Zeit für Feinschliff und Optimierungen verschafft.

Besonders hilfreich erwiesen sich unsere wöchentlichen Meetings, da sie sicherstellten, dass wir kontinuierlich am Projekt arbeiteten und den regelmässigen Austausch innerhalb des Teams förderten. Sie sorgten nicht nur für Struktur und Verbindlichkeit, sondern boten auch Raum, um Ideen zu teilen, offene Fragen zu klären und Herausforderungen frühzeitig zu erkennen. Darüber hinaus wurde uns einmal mehr bewusst, wie zentral eine offene, klare und wertschätzende Kommunikation für ein funktionierendes Team ist – insbesondere bei einem Projekt, das sich über mehrere Monate erstreckt.

Ausblick:

Und wie geht es weiter?

Ende Januar steht der nächste grosse Meilenstein an: der Gang ins Studio der Somedia, wo die einzelnen Sendungen aufgezeichnet werden. Bis dahin wartet jedoch noch einiges an Vorarbeit auf uns. Das Intro erhält den letzten Feinschliff, die Lower Thirds für die Moderatorinnen werden finalisiert und gegebenenfalls werden zusätzliche Studioübergänge gestaltet. Parallel dazu müssen die Moderationen für die Studiosendungen geschrieben, inhaltlich geschärft und mehrfach geprobt werden, damit sie im Studio souverän und natürlich umgesetzt werden können.

Insgesamt entstehen neun Beiträge, die voraussichtlich wöchentlich ausgestrahlt werden. Zum Schluss gibt es noch eine Gesamtausgabe, welche alle neun Beiträge am Stück zeigen.

Unser Wunsch ist es, dass Medienmacher:innen auch in kommenden Semestern weitergeführt wird und anderen Studierenden die Möglichkeit bietet, ihre Arbeiten einem breiten Publikum zu präsentieren und wertvolle Erfahrungen in der Fernsehproduktion zu sammeln.