«Visit Rwanda»: Die blutigen Deals europäischer Fussballklubs
Was haben der FC Bayern München, Arsenal, Paris Saint-Germain und Atlético Madrid gemeinsam? All diese Fussballklubs sind Sponsoring-Partnerschaften mit der Tourismuskampagne «Visit Rwanda» eingegangen. Die Deals stehen international in der Kritik, weil Ruanda beschuldigt wird, den blutigen Krieg in der Demokratischen Republik Kongo zu unterstützen.
Im Rahmen unseres Diggez-Projekts haben wir zu diesem Thema recherchiert. Entstanden ist ein rund siebenminütiger Film über Sportswashing und die Frage, wie der ostafrikanische Staat den Sport zur internationalen Imagepflege missbraucht.
Ruanda wird immer wieder mit dem Vorwurf konfrontiert, den Krieg in der Demokratischen Republik Kongo zu unterstützen. Der Staat liefere Geld, Waffen und Kämpfer für die Rebellengruppe M23, monieren unter anderem die Vereinten Nationen, verschiedene westliche Regierungen sowie Menschenrechtsorganisationen. Paul Kagame, der Präsident Ruandas, weist diese Vorwürfe vehement zurück.
Prozess
Nachdem wir das Thema festgelegt hatten, widmeten wir uns zunächst der Recherche. Während mehrerer Wochen lasen wir Texte, schauten Dokumentationen und sammelten Material. Da uns eine fundierte Recherche wichtig war, investierten wir viel Zeit in diesen Arbeitsschritt. Die Themen innerhalb der Recherche teilten wir auf und hielten unsere Notizen in einem gemeinsamen Google-Dokument fest. Ausserdem suchten wir beide Videomaterial heraus, das wir später für den Film verwenden wollten.
In einem nächsten Schritt erstellte Lukas einen ersten Rohschnitt mit dem externen Videomaterial. Anschliessend sichtete Pascal den Film und verfasste den dazu passenden Moderationstext.
Danach entwickelten wir das Konzept für den Dreh im Studio und besorgten das entsprechende Dekomaterial. Im Studio kümmerte sich Lukas um die Technik, während Pascal die Moderation vor der Kamera übernahm. An dieser Stelle ein herzliches Dankeschön an Thomas von Podcast Zürich für die Gastfreundschaft und die Unterstützung.


Nach dem Dreh übernahm Lukas den finalen Schnitt und stellte das Projekt fertig.
Wir beide fanden das Projekt sehr spannend und es hat uns viel Freude bereitet. Mit dem Ergebnis sind wir grundsätzlich zufrieden, auch wenn die Produktion einige Herausforderungen mit sich brachte.
Für Pascal war es beim Schreiben des Moderationstextes nicht immer einfach einzuschätzen, wie detailliert der Konflikt im Osten Kongos erklärt werden sollte. Einerseits wollten wir die Hintergründe verständlich darstellen, andererseits sollte der Film nicht überladen wirken.
Beim Dreh im Studio nahm der Aufbau des Sets mehr Zeit in Anspruch als ursprünglich geplant. Auch der Teleprompter stellte uns vor Schwierigkeiten: Bei dem von uns verwendeten Modell konnte die Lesegeschwindigkeit nicht über ein Pedal gesteuert werden. Stattdessen musste das Tempo vorgängig festgelegt werden und der Text lief anschliessend automatisch durch. Für Pascal war dies enorm schwierig, da er gewisse Abschnitte eigentlich schneller gelesen hätte, andere jedoch langsamer.
Im Schnitt war es für Lukas nicht immer einfach, das richtige Verhältnis zwischen B-Roll-Material und Studio-Moderation zu finden. Zudem stellte die Auswahl der passenden Bilder zur jeweiligen Moderation eine Herausforderung dar. Auch die finale Tonmischung erforderte mehrere Anpassungen, bis das gewünschte Ergebnis erreicht war.
Das gesamte Projekt wurde in DaVinci Resolve geschnitten. Die Software überzeugte durch ihre vielseitigen Möglichkeiten im Bereich Schnitt, Farbkorrektur und Audiobearbeitung. Für Lukas war die Arbeit mit DaVinci Resolve eine sehr positive Erfahrung, da er zuvor hauptsächlich mit Adobe Premiere Pro gearbeitet hatte.