The journey of an Äss-Bar bread

Rund jedes dritte Lebensmittel geht zwischen Feld und Teller verloren oder wird verschwendet. Die Äss-Bar will genau dies verhindern und verkauft in ihren mittlerweile elf Filialen Backwaren vom Vortag zu einem stark vergünstigten Preis. Bis die Produkte einmal in ihrer Filiale landen, haben sie bereits einige Etappen durchlaufen. Unser Video nimmt dich mit auf eine Reise, die jedes Brot der Äss-Bar durchlebt und somit dem Foodwaste gerade noch entkommt.

Dieses Projekt ergab sich eigentlich durch mein (Lia) letztes Digezz-Projekt, bei welchem ich für die Äss-Bar Karten mit dazu passenden Audioaufnahmen rund um das Thema Foodwaste gestaltete. Nachdem ich dies abgeschlossen hatte, kam die Äss-Bar erneut auf mich zu; diesmal für ein Video, welches den Prozess der Produkte des Unternehmens zeigen soll. Da es von Anfang an mein Ziel war, meine Digezz-Stunden möglichst für etwas zu verwenden, dass effektiv für ein eigenes Projekt oder ein Unternehmen brauchbar ist, stimmte ich dem Ganzen zu. Mir war aber bewusst, dass das Filmen relatives Neuland für mich ist und ich noch zusätzliche Hilfe zur Umsetzung benötigen werde. So kam Anouk zum Projekt dazu. Auch sie hat sich vorgenommen, mehr Erfahrung im Video-Bereich zu sammeln, und wir beide empfanden das Projekt als eine gute Chance, uns aus unserer Komfortzone zu bewegen. 

Idee und Motivation

Die Idee, wie wir das Video umsetzen könnten, kam uns ziemlich rasch und war ein Zusammenspiel von meinen und Anouks Inputs. Während des ganzen Projekts motivierte es uns ständig, dass es für beide ein Projekt außerhalb unserer Komfortzone war, dies jedoch schlussendlich niemanden interessierte. Unsere Motivation bestand also zu einem gewissen Teil aus dem Druck der Erwartungshaltung der Äss-Bar, aber auch unseren ganz eigenen Ansprüchen, die nicht zuletzt stark von Video-Plattformen beeinflusst wurden. 

Konzeption und Umsetzung

Begonnen hat unser Projekt mit einem Brainstorming Abend, bei dem ich und Anouk zusammengesessen sind und uns überlegt haben, wie wir den Weg eines Brotes am besten erzählen können. In einem weiteren Schritt hat Anouk unsere besprochene Idee auf Papier gebracht und diese aufskizziert. Diese Idee schilderten wir dann anhand der Skizzen in einer Besprechung mit der Marketingleiterin der Äss-Bar, Nadja Zehnbauer.

Nach der Besprechung gab sie uns dann freie Bahn und wir konnten uns an die Umsetzung des Videos machen. Dazu habe ich die Sketches von Anouk in ein genaueres Storyboard umgewandelt, damit alle Beteiligten auch wirklich vom selben sprechen. Das Storyboard half mir auch bei der Koordination der Organisation, mit allen verschiedenen Akteuren.

Zur Vorbereitung auf den Drehtag haben wir das gesamte Filmequipment einmal auseinandergenommen, aufgestellt und die Rollenverteilung im Team abgemacht. Anouk war zuständig für die Kamera, ich für den Ton. An diesem Tag haben wir zudem über mögliche Lösungsansätze verschiedener Lichtsituationen diskutiert und einen genauen Zeitplan festgelegt.  

Am 14. November 2022 war es dann soweit. Früh morgens sind Anouk und ich nach Wetzikon in die Backstube der Steiner-Bäckerei gefahren. Die anfängliche Entspanntheit im Zug mit dem schönen morgendlichen Sonnenaufgang (siehe Bilder unten) ist ziemlich schnell verflogen, als wir ankamen. Bedingt durch den Zeitdruck unseres strikt geplanten Ablaufs mit allen Akteuren nahm es eine etwas hektische Form an. Beladen mit Material haben wir es dann, trotz anfänglichem Verlaufen, zur Steiner Bäckerei geschafft und den Dreh in der Backstube begonnen. Während Anouk mit dem Filmen beschäftigt war, bin ich hin und her gesprungen zwischen Dreh und Ton, Abklärung mit der Marketing-Chefin und dem Fahrer, der leider viel zu früh am Drehort schon aufgetaucht ist. Netterweise hatte er aber nicht allzu viel Stress und somit konnte der Dreh direkt weiter gehen mit der Fahrt Richtung Äss Bar Niederdorf. Nach anfänglicher Verwirrung dort (anscheinend sind die Mitarbeiter nicht wirklich über unsere Ankunft informiert worden) ging der Dreh in der Äss-Bar selbst weiter. Pünktlich nach Zeitplan sind wir dann für die Ladenschliessung Szene zurück nach Wetzikon zur Steiner Bäckerei gefahren. Nach einem 15-Stündigen Tag hatten wir dann alles im Kasten. 

Im Schnitt teilten wir uns die Arbeit auf. Das Material haben wir am Ende des Drehtages bereits im Zug gesichtet. Ich machte den Grobschnitt und sortierte unser Videomaterial. Anouk brach danach das ganze Material von fünf Minuten auf etwas mehr als eine Minute hinunter und fügte Animationen hinzu. Während dieser Phase trafen wir uns regelmäßig, besprachen Szenen und mögliche Verbesserungen. Danach fügten wir Musik hinzu und holten uns Feedback, damit das Ganze von neuen Augen betrachtet werden konnte. Da in der Steiner Beck Filiale im Verkauf bei unseren Szenen gewisse Hygienestandards nicht eingehalten wurden, mussten wir, nachdem wir das Video zur Abnahme geschickt hatten, den Schnitt noch einmal anpassen. 

Nun ist es aber Zeit, dass du dir unser Video anschaust. Viel Spass dabei:

Dank

Ein Dankeschön an Nadja Zehnbauer, die uns stets beim Projekt unterstützt hat. Zudem auch ein grosses Merci an Gabriel Aeschimann, der uns seine Musik zum freien Gebrauch zur Verfügung gestellt hat.

(dbo)

Learnings

Im Rahmen dieses Projektes habe wir vier grosse Learnings gemacht, die wir wohl beide auf unseren weiteren Lebensweg mitnehmen werden:

  1. Alle werden über sämtliche Schritte informiert. Da ich die Planung und Koordination des Drehtages übernommen habe, hatte ich gar nicht daran gedacht, Anouk mit ins CC zu nehmen. Für ein nächstes Mal wäre dies von Vorteil, damit auch wirklich alle auf demselben Stand sind und nicht jemand von Informationen ausgeschlossen ist.
  2. Einen Dreh kann man planen, einen Schnitt wohl nicht. Unser Storyboard war ziemlich ausgearbeitet und wir hatten eine klare Vorstellung vom Endresultat unseres Projekts. Beim Dreh mussten wir dann nach und nach feststellen, dass manche Dinge nicht umsetzbar sind und mussten ziemlich spontan andere Lösungen finden. Das hat das Resultat nicht schlechter gemacht, einfach anders. Eine gewisse Spontanität und ein “Einlassen auf eine Stimmung” muss also vorhanden sein.
  3. Lächeln hilft, auch wenns die anderen nicht tun. Nicht jeder ist hochmotiviert mitzumachen, wenn plötzlich ein Kamerateam da steht. Sucht man aber das Gespräch mit den Leuten, werden sie oftmals um einiges hilfsbereiter.
  4. „Wo ist der Synchronisier Button?“ Switchdrive ist sehr praktisch um gemeinsam am selben Projekt in Premiere zu arbeiten, sofern es dann auch synchronisiert ist. 🙂

Fazit

Abschliessend können wir sagen, dass wir zufrieden mit dem Endergebnis sind. Wir sind beide froh, dass wir uns wagten, den Sprung ins kalte Wasser zu machen und Verantwortung übernommen haben für etwas, das wir in einem normalen Audiorez Filmprojekt wohl an jemanden anderen übergeben hätten.