SVP vs. SRG – Narrative im Konflikt
Wie die Schweizerische Volkspartei das öffentlich-rechtliche Medienhaus bekämpft, wie sich die SRG dagegen wehrt.
Die vorliegende Bachelorarbeit untersucht die narrativen Kommunikationsstrategien im Konflikt zwischen der Schweizerischen Volkspartei (SVP) und der Schweizerischen Radio- und Fernsehgesellschaft (SRG) im Zeitraum zwischen der No-Billag-Initiative (2017) und der Volksabstimmung über die Halbierungsinitiative (2026). Im Zentrum steht die Frage, welche narrativen Strukturen die Kommunikation der beiden Akteure prägen und wie sich diese im Verlauf des Konflikts entwickeln. Grundlage der Untersuchung bilden eine strukturierende qualitative Inhaltsanalyse von 22 Untersuchungsobjekten aus Politik, Medien und Kampagnenkommunikation sowie fünf leitfadengestützte Experteninterviews mit Vertreter der Kampagnen, der SRG und der Medienwissenschaft.
Die Analyse zeigt, dass die Kommunikation der SVP über den gesamten Untersuchungszeitraum von einem Angriff auf die SRG geprägt ist, dessen sprachliche Ausgestaltung im Verlauf des Konflikts zunehmend indirekter erfolgt. Während die grundlegenden Deutungsmuster bestehen bleiben, verändern sich ihre narrative Verpackung und die kommunikativen Strategien. Gleichzeitig beeinflusst dieser Konflikt auch die Kommunikation der SRG zunehmend. Diese sieht sich veranlasst, ihre Rolle, ihren Service-public-Auftrag und ihre Legitimation verstärkt selbst zum Gegenstand ihrer Kommunikation zu machen. Dadurch reproduziert sie teilweise Narrative, die ursprünglich von der Gegenseite gesetzt wurden. Die Experteninterviews ermöglichen es, die in der Inhaltsanalyse identifizierten Narrative medienwissenschaftlich einzuordnen und deren Entstehung, Funktion sowie Wirkung im politischen Diskurs zu reflektieren.
Podcast-Serie «Medien & Politik – one love?»
Als begleitendes Lehrprojekt entstand die Podcastreihe Medien & Politik – one love?, die das Zusammenspiel von Medien und Politik für ein politikinteressiertes Publikum journalistisch aufbereitet. Geplant war eine fünfteilige Serie im Reportagestil zu zentralen Themen der politischen Kommunikation und des Journalismus. Im Rahmen des Projekts wurden 18 Interviews mit Persönlichkeiten aus Politik, Medien und Wissenschaft geführt. Aufgrund der verfügbaren Zeitressourcen konnten zwei Folgen fertig produziert werden, die den Auftakt der Serie bilden. Die verbleibenden Episoden sind konzipiert und vorbereitet, ihre Fertigstellung ist nach Abschluss der Bachelorarbeit vorgesehen.

Folge 1: Die journalistische Unabhängigkeit – ein Mythos?
Folge 2: Die Macht von Informationen – Wer steuert wen?