Studio-Shooting für DJ FISCHFUTTER

Studiofotografie ausprobieren, Bildbearbeitung vertiefen, InDesign wieder in die Hand nehmen. Mit dem Auftrag für DJ FISCHFUTTER habe ich mir drei Ziele auf einmal gesetzt. Das Ergebnis: Ein vollständiges Studio-Shooting im Fotostudio der FHGR und ein professionelles Presskit.

Ein wichtiges Ziel war ausserdem, einen kompletten Produktionsprozess von der ersten Anfrage bis zum finalen Presskit eigenständig umzusetzen. Dabei wollte ich nicht nur fotografisch arbeiten, sondern auch Erfahrungen in den Bereichen Kundenkommunikation, Projektorganisation und grafische Aufbereitung sammeln.

DJ FISCHFUTTER im Fotostudio der FHGR, aufgenommen mit der Sony A7 IV.

Das Projekt begann mit einem Rückschlag: DJ FISCHFUTTER war am ersten Shooting-Termin krank. Das bedeutete, das Fotostudio erneut zu reservieren, das Sony A7 IV Kit sowie das gesamte Licht-Equipment nochmals auszuleihen und einen neuen gemeinsamen Termin zu finden. Ein früher Reminder, dass reale Projekte selten nach Plan laufen, und dass Flexibilität genauso zur Produktion gehört wie Technik und Gestaltung.

Am eigentlichen Shooting-Tag lief dann alles reibungslos. Die Vorbereitung hatte sich ausgezahlt: Ich hatte das Studio im Vorfeld getestet, die Lichtführung durchgespielt und mich mit dem Equipment vertraut gemacht. Das Moodboard, das ich gemeinsam mit dem Auftraggeber entwickelt und besprochen hatte, diente als klare Gesprächsgrundlage und verhinderte Missverständnisse über Bildsprache und Stimmung. Die Vorbereitung umfasste mehrere Abstimmungsgespräche, in denen wir die gewünschte Wirkung der Bilder definierten. Dabei ging es unter anderem um die Frage, wie professionell, nahbar oder experimentell die Bildsprache wirken sollte und welche Zielgruppen mit dem Presskit angesprochen werden sollen.

Rund sechs Stunden Shooting, danach die intensive Nachbearbeitung: Von 1065 aufgenommenen Bildern wurden in mehreren Auswahlrunden schliesslich 34 ins finale Set übernommen, jedes davon in Adobe Lightroom farb- und lichtkorrigiert und wo nötig in Photoshop retuschiert. Die Bearbeitung erstreckte sich über mehrere Tage, immer wieder wenn ich Zeit hatte in Blöcken. Basierend auf dem zuvor erarbeiteten Moodboard und den definierten Stilreferenzen in der Bildsprache testete ich in der Nachbearbeitung verschiedene Umsetzungsvarianten, um den gewünschten Look präzise zu treffen. Dabei ging es weniger um das Finden eines neuen Stils, sondern um die konsistente Übertragung der geplanten Bildwirkung auf alle Motive. Dadurch konnte sichergestellt werden, dass die Bilder trotz unterschiedlicher Situationen und Outfits als zusammenhängende Serie funktionieren. Für die Bilder gab es 3 Überarbeitungsrunden. Zuerst eine grob bearbeitete Auswahl, dann eine engere bearbeitete Version und dann nochmals die Favoriten fürs Presskit verfeinert.

Auf Basis der finalen Bilder entstanden zwei Presskit-Versionen in InDesign: ein umfassendes Langpresskit für Booking-Anfragen und ein kompaktes Kurzpresskit für schnelle Medienkontakte. Das Layout beider Kits habe ich gemeinsam mit DJ FISCHFUTTER von Grund auf selbst konzipiert, kein Template, sondern ein eigenes Design. Das Langpresskit umfasst 9 Seiten, das Kurzpresskit 3. Das Presskit selbst durchlief 5 Überarbeitungsrunden, da im Prozess nicht immer klar war, welche Inhalte rein sollten und mehrfach inhaltliche Änderungen gewünscht wurden. Das Kurzpresskit entstand dabei organisch aus dem Prozess: Wir einigten uns darauf, dass das lange Kit wahrscheinlich nicht vollständig gelesen wird, also brauchte es eine schlichte, professionelle Kurzversion für den schnellen Einsatz. InDesign ist von allen Adobe-Programmen dasjenige, das ich bisher am wenigsten eingesetzt hatte, genau deshalb war es mir wichtig, es in diesem Projekt bewusst zu nutzen. DJ FISCHFUTTER war vom Ergebnis sehr begeistert, was das Projekt für mich doppelt wertvoll macht.

Betrachtet man den gesamten Prozess, verteilte sich der Aufwand auf viele unterschiedliche Tätigkeiten: Terminorganisation, Reservation von Studio und Equipment, Konzeptentwicklung, Moodboard-Erstellung, Durchführung des Shootings, Bildselektion, Retusche sowie die Gestaltung und Überarbeitung der beiden Presskits. Dadurch entstand ein Projekt, das sich über mehrere Wochen hinweg entwickelte und weit über den eigentlichen Shooting-Tag hinausging.

(mbi)

Der verschobene Termin war frustrierend, aber rückblickend eines der wertvollsten Learnings des Projekts. In der Berufspraxis gehören solche Situationen dazu, und ich habe gelernt, wie wichtig es ist, Puffer einzuplanen und flexibel auf Änderungen zu reagieren, ohne die Qualität zu gefährden.

Technisch bin ich mit dem Ergebnis zufrieden. Der Vorab-Test im Studio hat sich klar ausgezahlt: Am Shooting-Tag musste ich kaum Zeit mit technischen Anpassungen verlieren. Was ich künftig verbessern möchte, ist die Lichtplanung bei glänzenden Oberflächen. Reflexionen im Gesicht, auf Kopfhörern und Kleidung waren in der Nachbearbeitung aufwendiger zu korrigieren als erwartet.

InDesign war die grösste gestalterische Herausforderung. Das Layout der zwei Presskit-Versionen hat mir gezeigt, wo meine Lücken liegen und wo ich gezielt weiterlernen will. Dass ich das Programm jetzt deutlich sicherer beherrsche als vor dem Projekt, ist für mich eines der konkreten Ergebnisse dieses Experiments.