Sport und Natur: Trun und Sumvitg im Winter

Fernab von Massentourismus und Alltagshektik  lädt die Surselva zu ruhigen Ferien in den Bündner Bergen ein. Bekannt ist die Region vor allem fürs Skifahren, Langlaufen sowie für Schneeschuhwanderungen. Doch ein Imagefilm, um die Region im Winter besser zu vermarkten, fehlte bis jetzt.

Die Bündner Gemeinden Sumvitg und Trun wollen den Tourist:innen zeigen, wie schön es in der Region im Winter ist. Daher wurden wir beauftragt, einen Imagefilm für ebendiese Region zu drehen.

Die Surselva präsentierte sich diesen Winter von seiner besten Seite: Die Schneemassen waren beeindruckend. Da ein Imagefilm einen authentischen Einblick gewähren soll, nutzten wir die Chance und stürzten uns mit Leidenschaft auf die Arbeit. Wir wanderten mit dem gesamten Material durch den Tiefschnee und einen steilen Berg hinauf, montierten die Ski, drehten frühmorgens bei eisiger Kälte und spazierten bei Nacht durch die verschneiten Wälder – alles für den perfekten Imagefilm.

Ein grosses Dankeschön auch an unsere Helferin Livia Solèr und unseren Protagonisten Marco Kern.

(ash)

Der Auftrag / die Idee
Fabio: Der Auftrag war grundsätzlich ganz einfach. Ein Imagefilm vom Winterangebot für die Gemeinden Sumvitg und Trun in der Surselva. Doch ein “einfacher” Film mit schönen Landschaftsbildern war für mich keine Lösung, davon gibt es genug. Mit einer kleinen Geschichte wollte ich alles verpacken. Wie so oft kam mir abends vor dem Einschlafen eine Idee.
Sarah: Weil ich bei den letzten Projekten im Modul “Filmisches Gestalten” oft nicht zum Üben mit der Kamera kam, holte mich Fabio für diesen Auftrag ins Boot. Dafür war ich sehr dankbar, denn ich konnte einige neue Dinge lernen und vom Know-how von Fabio profitieren. Fabio lieferte die Idee für die Geschichte und ich gab erste Feedbacks.

Drehbuch & Shotlist
Die Idee war im Kopf und musste nun aufs Papier. Mit der 5. Drehbuch-Version waren wir sowie auch der Kunde zufrieden. Das ist ganz normal und ein wichtiger Prozess. Bei jedem Auftrag ist schliesslich das Wichtigste, dass der Kunde zufrieden ist. Als Nächstes war die Shotlist dran. Hier werden alle einzelne Shots des Films aufgelistet und genau beschrieben. Ziel dieser Liste ist es, eine Übersicht und Hilfe beim Dreh zu sein. Kein Shot darf vergessen werden. Tage mit schönem Wetter und Neuschnee gibt es nicht viele. Man kann also nicht 2 Wochen später die Kamera schnell packen und etwas nachdrehen. Zusätzlich wird während des Drehs auf der Shotliste der beste Take aufgeschrieben. Für die Postproduktion eine enorme Zeiteinsparung. Die Schwierigkeit bei der Shotlist war es, Shots aus dem Kopf zu gestalten. Fabio kannte zwar die meisten Locations, trotzdem ist das Erstellen der Shotlist einfacher, wenn man vor Ort ist oder die richtigen Fotos der Location hat. Da einige Locations auf fast 2000 M.ü. M. liegen, ist der Aufwand zu gross.

Umsetzung
Für die Dreharbeiten haben wir uns zwei ganze Tage Zeit genommen. Es waren lange Tage, insgesamt waren wir über 22h auf Achse. Am ersten Tag entstanden die Aufnahmen am Skilift und beim Langlaufen. Am zweiten Tag machten wir eine lange Schneeschuhwanderung und die Nachtaufnahmen. Herausfordernd war nebst der Kälte vor allem, dass wir das ganze Equipment den Berg hochtragen mussten. Kurz: es war anstrengend.
Dank einer sehr guten Planung und eines exakten Drehplans von Fabio kamen wir bei den Dreharbeiten aber gut voran. Nach jeder Aufnahme notierten wir auf der Shotlist, welche Einstellung wir später nehmen wollen. Diese Übersicht half später enorm im Schnitt und ersparte sicher auch ein paar Stunden Arbeit.

Equipment
So wenig wie möglich, so viel wie nötig. Leicht sollte es auch sein. Die Akkus sollten auch für einen ganzen Tag reichen, auch bei sehr kalten Temperaturen. In einen Rucksack sollte alles auch noch Platz haben. Essen und Getränke sollten dort auch noch einen Platz finden. Viele Ansprüche, die es zu meistern gab. Besonders bei der Schneeschuhwanderung war das richtige Equipment wichtig. Wir haben eine Blackmagic Pocket 6k, ein 24mm und ein 50mm Objektiv, ein Stativ, ND Filter, ein LED Headlight, ein Faltreflektor, ein Lavalier, ein Richtmikrofon, eine Drohne und genügend Akkus mitgenommen.

Schnitt Sarah
Der Schnitt hat mir besonders Spass gemacht. Ich habe mit Adobe Premiere Pro gearbeitet. Nach meinem letzten Digezz-Projekt und unseren Arbeiten für “Filmisches Gestalten” geht die Arbeit immer besser und grösstenteils auch ohne die Hilfe von Tutorials.

Color Grading Fabio
Beim Color Grading kommt die Schönheit der Shots erst richtig zur Geltung. Ich habe mich schon gefreut, Resolve zu starten und die Timeline zu importieren. Besonders bei RAW Video Aufnahmen mit 12 Bit Farbtiefe macht das Grading Spass. Die RAW Aufnahmen erlauben es mir zum Beispiel das ISO ohne Verlust in Post anzupassen. Mit 12 Bit Farbtiefe ist es beim Secondary Color Correction besonders schön zu arbeiten. Die Hauttöne können ohne Probleme maskiert und korrigiert werden. Insgesamt habe ich viel Zeit in das Grading investiert, da es mir Spass machte.

Learnings Sarah
Fabio hat bereits viele Erfahrungen mit der Kamera, mit dem Schnitt und dem Drehbuchschreiben. Ich komme vom Journalismus und habe Erfahrung mit dem Thema Storytelling. Für dieses Projekt haben wir uns also wunderbar ergänzt. Um gegenseitig voneinander zu lernen, haben wir uns viel Zeit für gegenseitige Feedbacks genommen. Vor allem beim Schnitt war ich sehr froh um Inputs von Fabio und habe mehrmals alles angepasst und wieder verändert. Er hat Dinge gesehen, die mir nie aufgefallen wären. Gelernt habe ich vor allem, dass die genaue Vorbereitung extrem wichtig ist und man so später im Schnitt viel Zeit sparen kann. Dankbar war ich auch für die zahlreichen Feedbacks von Fabio und seine grosse Geduld.

Learnings Fabio
Mir wurde nochmals bewusst, wie wichtig eine gute Vorbereitung ist und vor allem, wie viel Zeit diese in Anspruch nimmt. So lange kein Drehbuch und keine Shotliste steht, sollte keine Sekunde gefilmt werden. Der Aufwand der Pre Production habe ich etwas unterschätzt. Plötzlich war es Ende Januar. Es wurde wärmer und der Schnee schmelzte mehr und mehr – mein zweites Learning. Das Wetter lässt sich nicht steuern. Beim nächsten Projekt werde ich, falls möglich, mehr Personen involvieren, denn für zwei bzw. vier Personen war dieses Projekt im gegebenen Zeitraum am Rande des Machbaren.

Fazit
Sarah: Obwohl wir im Rahmen des Studiums schon drei Filme produziert haben, war mir nicht bewusst, wie viel Arbeit in so einem Imagefilm steckt. Aufwendig sind auch Rücksprachen mit dem Kunden und die Umsetzung deren Feedbacks. Auch wenn wir im Nachhinein einiges vielleicht anders gemacht hätten, gefällt mir der Film nun sehr gut.
Fabio:Das ganze Projekt war anstrengend, hat jedoch sehr viel Spass gemacht. Die Teamarbeit zusammen mit Sarah war sehr gut und wir konnten beide viel Neues lernen. Mir hat es auch Spass gemacht, mein Know-how weiterzugeben. Mit dem Endprodukt bin ich sehr zufrieden und der Kunde auch. Ziel erreicht. Nebenbei habe ich wieder Tausende Learnings für das nächste Projekt gemacht.