s’grandiose Znacht – die Umsetzung

Was lange auf Papier stand, kommt nun endlich vor die Kamera. Das Videoformat “s’grandiose Znacht” wird nun endlich umgesetzt.

Das Konzept findest du hier. Es gab allerdings auch einige Änderungen zum damaligen Konzept. Beispielsweise wurde die Zahl der Gastgebenden von 5 auf 3 runtergeschraubt, dies aus rein zeitlichen und organisatorischen Gründen.

Nach dem alle Personen zusammengesammelt waren, haben wir uns dann auch an eine kleine erste Probe gewagt. Dabei haben Jan und Janic sich um die Auswahl der Technik gekümmert und anschliessend haben wir alle gemeinsam einige Szenarien im Schulzimmer durchgespielt.

Der erste Drehtag war in Basel bei Rebecca. Da hatten wir eine grosse Herausforderung, wir waren in einer 1.5 Zimmer-Wohnung. Die Küche war also offen mit Wohn- und Essbereich verbunden und für uns gab es keinen möglichen Rückzugsort. Daher haben wir uns meist in irgendeiner Ecke versteckt und zurückgezogen. Auch während dem Essen waren wir mit den Teilnehmenden im gleichen Raum, was dann zu etwas Unruhe führte.

Bei dem zweiten Dreh hatten wir daraufhin schon mehr Platz und konnten auch aus dem ersten Dreh lernen und haben 3 von 4 Teammitglieder während dem Essen in ein anderes Zimmer verlegt. Da waren eher die Lichtsituation und die tiefen Wände eine Herausforderung.

Beim dritten Dreh fand der Gastgeber, dass er deutlich weniger Zeit braucht für die Vorbereitungen als die zwei bisherigen. Dies bedeutete also auch, dass mehrere Dinge teilweise gleichzeitig abgelaufen sind, was für uns natürlich nicht ganz einfach war.

Hier siehst du einige behind the scenes:

Teamaufteilung
Nicole war für die Organisation, die Regie und den Schnitt zuständig. Janic war für die Kamera zuständig. Jan war für das Licht zuständig und unterstützte Janic mit der Kamera. Juliette war für den Ton zuständig.

Hier kommst du zu den drei Folgen “s’grandiose Znacht”. Es gibt zudem auch eine Folge mit Fails und lustigen Momenten.

(abb)

Nicole (Organisation, Regie & Schnitt)
Mit der Organisation bin ich zufrieden. Das nächste mal würde ich allerdings einige Drehs direkt die Tage nacheinander machen. So hatte ich nämlich einen grossen Aufwand, das ganze Equpiment von A nach B und nach C und wieder nach A zu bringen. Es fanden die drei Drehtage über rund 1.5 Monate verteilt. Dies brauchte ab und zu auch wieder Zeit “sich wieder in das Projekt einzufinden”. Jan und ich gingen zudem vorab in jede Location und haben da über mögliche Herausforderungen gesprochen und einige Test-Perspektiven mit dem Handy festgehalten. 

Ich hätte den Protagonist:innen vor Ort etwas mehr Instruktionen geben sollen, da einige doch das erste Mal vor der Kamera standen. Ansonsten war mein Ziel eigentlich, die Gastgebenden einfach ihr Ding machen zu lassen und mich eher im Hintergrund aufzuhalten. Dies haben alle Teammitglieder gemacht und haben, verständlicherweise, manchmal auch zusammen gesprochen, zu diesen Gesprächen komme ich später nochmals zurück.  Zudem würde ich die Teambewertung etwas anders gestalten. Die Idee fand ich sehr gut, auch uns eine Stimme zu geben. Allerdings haben wir uns teilweise 20 Minuten über den Abend unterhalten, da jede Person zu jedem Bewertungspunkt etwas gesagt hat, dies ist definitiv zu lange und war auch im Schnitt nicht einfach.

Im Schnitt merkte ich dann, dass diese Gespräche der Teammitglieder zu hören waren. Das nächste Mal würde ich also auch an das Team mitteilen, dass sie doch bitte die Gespräche etwas leiser zu führen. Zudem, dies bemerkte ich auch erst im Schnitt so richtig, würde ich das nächste Mal definitiv darauf beharren, dass Video- und Audioprotokoll gemacht werden. Bei dem Videoprotokoll würden einfache Notizen absolut reichen. Beim Audioprotokoll müssten da schon etwas ausführlichere Notizen verfasst werden, zudem auch immer die entsprechenden Videoausschnitte erwähnt. Dies würde im Schnitt einiges vereinfachen, da ich viel Zeit aufwenden musste, das ganze Material zu Sichten und mir inhaltliche Punkte zu notieren. Im Schnitt habe ich die verschiedenen Spuren immer eingefärbt, dies hat mir sehr viel Überblick über die teilweise 12 verschiedenen Spuren gebracht. Ansonsten fand ich das Thema Color Correction sehr herausfordernd. Ich hatte bisher noch keine solchen Aufgaben übernommen und war daher zu Beginn auch etwas überfordert. Nach einigem Ausprobieren habe ich dann schliesslich einen Weg gefunden, die Color Correction zu machen.

Über alles gesehen, bin ich zufrieden mit dem Projekt, wüsste aber schon jetzt wieder Punkte, die ich eben bei einem nächsten Mal anders machen würde.

Janic (Kommentar & Kamera)
s’grandiose zNacht war für mich eine Spezielle Situation, denn es war das erste mal – ja ich weiss, Schockierend – dass ich in diesem Studium wirklich Kamera Verantwortung hatte. Um wenigstens ein bisschen vorbereitet an die Drehs zu gehen, machten wir im vornherein einen Dry-Run noch in der Schule. Dieser half mir sehr, um einschätzen zu können, wie wir die Kameras am Dreh platzieren sollten. Ich erhielt im Vornherein noch grobe Baupläne der Drehorte, die es ebenfalls vereinfachten, sich einen Plan zu machen, wie die Kameras platziert werden könnten. 

Bei den Drehs selber war vor allem eines die Herausforderung: Platzverhältnisse. In einer engen Küche kann es teils recht schwierig sein, das Kochhandwerk sinnvoll zu filmen. Achsensprünge waren teils kaum zu vermeiden. Ich war sehr froh über unser Equipment. Der Gimbal sowie das Einbeinstativ waren beide Gold wert in dem engen Raum. Auch war ich froh, konnte ich mit Jan hin und wieder abtauschen. Irgendwann wird, zumindest bei meinem Trizeps, so ein Gimbal mit Kamera doch recht schwer. Es war teilweise auch leicht eine Challenge, konstant, die Protagonisten aus nächster Nähe zu filmen und dabei möglichst versuchen, nicht in den Weg zu kommen. 

Ich finde, fürs erste Mal kamen die Kamerabilder gar nicht mal so schlecht. Teilweise sind sie etwas langweilig. Ich weiss nicht, ob man das Kürbis-Schneiden jetzt wirklich 5 Minuten lang aus derselben Perspektive hätte filmen müssen. In Zukunft würde ich noch mehr versuchen vom Schnitt her zu denken und mir zu überlegen, was für Shots brauche ich wirklich? Was ist nützlich? und auch mit welchen Bildern kann ich etwas Abwechslung in den Film bringen?  Ich bin froh, konnte ich noch zwei, drei etwas “kreativere” Shots umsetzen, wie den Zeitraffer und die Backofen Perspektive. 

Jan (Licht & Kamera)
Die grösste Schwierigkeit im Bereich Licht waren die teils überhaupt nicht dafür ausgelegten Wohnungen unserer Protagonist:innen. So waren zum Teil die Deckenlampen nicht für einen Dreh brauchbar und ich musste unsere Softbox über die Decke bouncen, um ein gutes, etwa gleichmässiges Licht zu haben. 

Die Interviews hingegen waren deutlich dankbarer. Lediglich die Crew-Interviews konnte ich schwer einschätzen beim Dreh, ob die gut aussehen würden.

Die grösste Challenge bei der Kameraarbeit war, dass Janic und ich uns nicht in die Quere kommen. Gerade bei dem teils wenigen Platz und nur einen handelnden Person stellte sich das schwierig heraus. Wir haben es meistens so gelöst, dass wir abwechslungsweise aus der Nähe filmten. So konnte ich (meist mit dem Gimbal) tolle Nahaufnahmen machen und Janic mehr die Totalen filmen. 

Ich habe zudem mit meiner Fuji-Kamera einige Bilder als behind the scenes festgehalten.

Juliette (Ton)
Bereits im Vorfeld zeigte sich eine erste Hürde: Da viele Personen involviert waren, gestaltete sich die Terminfindung in der vollen Vorweihnachtszeit als echte Herausforderung. Zudem waren der Dreh nicht bei alle Proband:innen und so die Motivation beim Dreh nicht bei allen gleich.

Am Set selbst stellte mich dann besonders der erste Drehtag in der 1.5-Zimmer-Wohnung tontechnisch auf die Probe. Durch die offene Küche und den fehlenden Rückzugsort war es schwierig, eine saubere Tonspur ohne Störgeräusche der Crew zu garantieren. Da meist alle Mikrofone gleichzeitig aktiv waren und mir die Zuordnung der Spuren teilweise schwerfiel, sind manche Aufnahmen leider zu leise oder zu laut geraten.

Die Entscheidung, das Team beim zweiten Dreh räumlich zu trennen, hat die Audioqualität und den Workflow massiv verbessert. Auch meine Direktheit zu sagen, stopp ich, muss abmischen. Am dritten Tag lag die Schwierigkeit schliesslich in der Reaktionsschnelligkeit, um bei den gleichzeitig ablaufenden Handlungen den Fokus richtig zu setzen.