Premiere bei TV Südostschweiz: Medienmacher:innen geht auf Sendung
Nach langem Warten ist es nun endlich so weit. Unser Format Medienmacher:innen wird auf TV-Südostschweiz ausgestrahlt. Unser Projekt, das mit einer einfachen E-Mail unserer Dozentin Merle Jothe startete, nahm in den vergangenen Monaten zunehmend Gestalt an.
Eine eigene Sendung ganz ohne Vorwissen zu planen und umzusetzen, ist gar nicht so einfach. Bereits vom ersten Pitch an übernahm unser kleines Projektteam die Verantwortung der Sendung. Die Erstellung des Key Visuals, der Trailer und das Intro, die Bedienung des Teleprompters und natürlich auch die Moderation der Beiträge selbst – wir durften uns frei austoben.

Dieser kreative Freiraum ermöglichte es uns, eine Sendung zu schaffen, die vermittelt, was uns als Medienschaffende von Morgen interessiert und was uns bewegt. Die Generation Z sei arbeitsfaul. Wir seien faul, nicht belastbar und hypersensibel. Genau deshalb war es uns wichtig, die jeweiligen Beiträge für sich selbst sprechen zu lassen. Der Name Medienmacher:innen ist zudem ein kleines Augenzwinkern an eine Debatte, die immer wieder zu Argumentationen zwischen den Generationen sorgt: das Gendern.









Die erste Folge wird am 5. März 2026 ausgestrahlt. Danach erscheint jeden Donnerstagabend um zirka 18.45 ein weiterer Bericht. Online sind die Episoden unter www.suedostschweiz.ch/tv zu finden.
Weitere Informationen zum Projekt, sowie alle Sendedaten können diesem Beitrag entnommen werden.
(mbi)
Arbeitsaufteilung:
Seit der Publikation unseres letzten Artikels zu Medienmacher:innen verpassten wir der Sendung einen letzten Feinschliff. Zunächst schauten wir nochmal alle eingereichten Fünf-Minuten-Beiträge der Studierenden an und verfassten im Anschluss die jeweiligen Moderationstexte. Die wohl grösste Schwierigkeit war es, die Sendungen passend anzuteasern, ohne dass wir bereits zu viel vom Thema preisgeben. Insbesondere, weil die Berichte relativ kurz sind. Wir versuchten ausserdem, die Moderationen möglichst ähnlich lang zu halten, sodass die finalen Sendungen eine einheitliche Länge aufweisen. Dann hiess es: üben, üben, üben. Laila und Jenny lasen die Texte wieder und wieder, bis sie sassen. Am Mittwochnachmittag galt es dann ernst.
Nach einer letzten Projektbesprechung und einem kurzen Probelauf, nahmen wir die Moderationen im Studio von TV-Südostschweiz mit der Hilfe von Somedia auf. Laila und Jenny übernahmen die Moderation, während Tabea den Teleprompter bediente. Die Durchläufe verliefen sehr gut. Tabea steuerte den Teleprompter sehr zuverlässig, sodass die anderen beiden nie den Faden verloren. Natürlich gehörten ein paar Versprecher dazu, aber wir fassten sehr schnell Fuss und fühlten uns vor der Studiokamera wohl. Nicht jeder Durchlauf funktionierte beim ersten Mal, schliesslich mussten wir an viele Dinge gleichzeitig denken. Warten bis das Licht über der Kamera angeht, eine kurze Pause für den Schnitt einbauen, sich bei der Übergabe gegenseitig ansehen, den Text möglichst ohne Versprecher ablesen, lächeln nicht vergessen und besonders wichtig, nach der Abmoderation noch einen weiteren Augenblick in die Kamera schauen. Dennoch sind wir sehr zufrieden mit dem Ergebnis. Besonders für eine erste Erfahrung vor der Kamera, lief der Nachmittag, natürlich auch durch die tatkräftige Unterstützung der Somedia, sehr gut ab und es machte uns allen sehr viel Spass.
Tabea übernahm die zeitintensive Aufgabe: Ein passendes Musikstück für unseren Trailer finden und die Lower Thirds ein letztes Mal anpassen. Hierbei musste sie zudem einen neuen Abbinder erstellen und mithilfe von After Effects animieren.
Die Musikfindung gestaltete sich schwieriger als gedacht. Neben den ästhetischen Kriterien mussten auch rechtliche Aspekte berücksichtigt werden: Entweder musste die Musik lizenzfrei sein oder die Urheber:innen entsprechend entschädigt werden. Mehrere Stunden lang wurden diverse Soundtracks auf YouTube gesichtet und angehört, jedoch ohne zufriedenstellendes Ergebnis. Keines der ausgewählten Stücke vermochte uns zu überzeugen. Daraufhin verlagerte sich die Suche auf die Plattform Artlist. Dort wurden zwar einige passende Titel gefunden und heruntergeladen, allerdings waren diese mit einem Wasserzeichen versehen und somit ohne kostenpflichtige Lizenz nicht verwendbar. Freundlicherweise hat uns Somedia die Musikrecherche auf der Plattform Envato ermöglicht. Die dort kostenpflichtig verfügbaren Titel konnten über das Unternehmen bezogen werden. Auf dieser Plattform wurden schliesslich mehrere geeignete Musikstücke gefunden, die stilistisch überzeugten. Für die finale Auswahl wurden die in Frage kommenden Musikstücke testweise unter das Intro gelegt. So konnten wir deren Wirkung im Zusammenspiel mit Bild, Rhythmus und Dramaturgie realistisch beurteilen und eine fundierte Entscheidung treffen.
Parallel dazu erfolgte in After Effects die letzten Anpassungen für die Lower Thirds und das Intro. Zusätzlich wurde noch ein Abbinder mit den Projektverantwortlichen erstellt. Obwohl die Anpassungen im Vergleich klein waren, haben sie dennoch viel Zeit und Nerven in Anspruch genommen. Die Aufnahmen wurden x-fach abgespielt und noch angepasst, sodass jedes Keyframe sass und die Animation reibungslos ablief.
Jenny führte nach Absprache mit Somedia den finalen Schnitt des Trailers durch. Hierbei überarbeitete sie ein letztes Mal die Audiospur und fügte noch einen kleinen zusätzlichen Clip (inklusive LUTs) im Trailer, respektive dem Trailer und dem Intro ein. Durch die genaue Vorarbeit dauerten diese Anpassungen lediglich rund eine Stunde.
Laila verfasste den Beitrag, der später auf dem Blog der FHGR publiziert wurde. Ausserdem textete sie die Beschreibung der Sendung, welche auf dem TV-Guide ersichtlich ist und stand in engem Austausch mit der Kommunikationsabteilung der Fachhochschule Graubünden, um Medienmacher:innen in den klassischen und sozialen Medien anzuteasern. Zudem kümmerte sie sich um die Terminfindung für die Studioaufnahmen bei TV Südostschweiz. Dies war zeitweise sehr aufwändig und ein grosses Hin und Her, da die Kapazitäten des Fernsehstudios teilweise stark ausgelastet waren und wir eine Lücke finden mussten.
Selbstreflexion zum gesamten Projekt:
Tabea:
Ich bin überaus froh, dass wir dieses Projekt realisieren durften. Es war nicht nur bereichernd, sondern auch äusserst lehrreich. Besonders eindrücklich war für mich die Erkenntnis, wie viele einzelne Prozesse ineinandergreifen müssen, damit eine Fernsehsendung entstehen kann. Von der ersten Konzeption über Planung und Umsetzung bis hin zum fertigen Endprodukt. Jedes Detail trägt zum Gesamtbild bei.
Für mich war es die erste direkte Begegnung mit einer TV-Produktion. Der Studiotag bei Somedia hat mich besonders begeistert. Während Jenny und Laila vor der Kamera moderierten, durfte ich im Regieraum den Teleprompter bedienen. Die Atmosphäre dort war faszinierend: zahlreiche Monitore, auf denen die unterschiedlichen Kameraperspektiven sichtbar waren, und das Regiepult mit seinen farbigen Tasten, über die in Sekundenschnelle Entscheidungen getroffen werden. Diese Einblicke haben mein Interesse an einer Tätigkeit hinter der Kamera deutlich gestärkt.
Parallel dazu habe ich mich intensiv mit After Effects auseinandergesetzt. Das Programm bietet eine enorme Bandbreite an Funktionen und eröffnet vielfältige gestalterische Möglichkeiten. Wie bei jeder neuen Software war der Einstieg zunächst herausfordernd und verlangsamte den Arbeitsprozess. Mit zunehmender Übung entwickelte ich jedoch ein besseres Verständnis für die Logik des Programms und konnte effizienter arbeiten.
Ich bin sehr stolz darauf, Teil dieser Produktion gewesen zu sein.
Jenny:
Medienmacher:innen bot uns einen einzigartigen Einblick in die TV-Produktion und die Chance zum ersten Mal in einem echten Studio vor der Kamera zu stehen. Natürlich wusste ich als MMP-Studentin, dass eine solche Produktion viel Arbeit hinter den Kulissen bedeutet, dennoch war mir nicht bewusst, wie viele Elemente in eine TV-Produktion einfliessen.
Beim Colorgrading des Trailers nutzte ich zum ersten Mal DaVinci Resolve. Auch war es das erste Mal, dass ich wirklich ein Colorgrading durchführte. Dadurch, dass wir die Aufnahmen mit viel Tageslicht durchführten, gelang es mir leider nicht, die Clips wirklich einheitlich zu gestalten. Besonders durch das Cutten einiger Personen, aufgrund der Länge des Videos, ist der Lichtunterschied der einzelnen Clips sehr auffällig. Dennoch konnte ich genau durch diese Erfahrung sehr viel lernen. In Zukunft werde ich die Lichtverhältnisse beim Filmen noch genauer analysieren, um zu einem einheitlicheren Ergebnis zu gelangen.
Auch die Erfahrung vor der Kamera hat mir viel Freude bereitet. Das Ablesen vom Teleprompter und das generelle Auftreten vor der Kamera fielen mir leichter, als ich zunächst gedacht hatte. Die Präsenz meiner Stimme und besonders mein Sprechtempo bieten noch Raum für Verbesserung. Ich kann mir jedoch vorstellen, in künftigen Projekten wieder einmal vor die Kamera zu stehen. Medienmacher:innen war sehr zeitintensiv, doch das Ergebnis lässt sich sehen und ich bin sehr zufrieden mit unserer Arbeit. Ich bin stolz auf unsere Arbeit und darauf, teil dieser Produktion gewesen zu sein.
Laila:
Das Projekt „Medienmacher:innen“ bot mir einen spannenden Einblick in die TV-Welt und die Chance, zum ersten Mal in einem professionellen Studio vor der Kamera zu stehen. Dass wir dieses Projekt zu dritt und ohne Vorkenntnisse umgesetzt haben, war eine unglaublich lehrreiche Erfahrung, die mir extrem viel Spass gemacht hat.
Zu meinen Aufgaben gehörte das Texten der Moderationen inklusive der Teaser für die Folgesendung sowie das Verfassen des Blogbeitrags für die Fachhochschule. Besonders intensiv war für mich die Rolle als kommunikative Schnittstelle: Ich koordinierte den Austausch zwischen TV Südostschweiz und der Fachhochschule. Da bei mir die Fäden zusammenliefen, war es teilweise gar nicht so einfach und recht kompliziert, sicherzustellen, dass die Kommunikation reibungslos funktionierte und alle Beteiligten zur richtigen Zeit die nötigen Informationen erhielten.
Die Aufzeichnungen im Studio waren mein persönliches Highlight. Das Ablesen vom Teleprompter und das Auftreten vor der Kamera fielen mir leichter als gedacht, was auch an der sehr angenehmen Zusammenarbeit mit dem Team von TV Südostschweiz lag. Auch wenn die Vorbereitung stressig und nervenaufreibend war, bin ich stolz auf das Ergebnis. Die Erfahrung hat mich gepackt, und ich kann mir gut vorstellen, in Zukunft wieder ähnliche Projekte zu realisieren.