Null Toleranz zum Zweiten: Danke, Schokolade und neue Plakate

Die Null-Toleranz-Kampagne der FH Graubünden geht in die zweite Runde. Nach der Awareness-Phase mit konfrontativen Plakaten folgte nun die Engagement-Phase: Danke-Sticker, gebrandete Schoggi-Riegel und neue Plakatmotive verwandelten die Kampagne von einer Ansage in ein Gespräch mit der Community.

Von der Konfrontation zur Wertschätzung

In der ersten Phase der Null-Toleranz-Kampagne haben wir provoziert – bewusst und mit Kalkül. Sätze, die man kennt, die man vielleicht selbst schon gesagt hat, plakativ und in Leuchtfarben. Die Reaktionen zeigten: Die Kampagne wurde wahrgenommen. In der folgenden Galerie sieht man alle 10 Sujets, welche auf den Screens und verschiedensten Wänden der FHGR zu sehen waren.

Die Dankesticker: Auflösung direkt auf dem Plakat

Jetzt folgte das, was wir von Anfang an geplant hatten: die emotionale Auflösung. Das Herzstück der zweiten Phase war denkbar simpel und trotzdem wirkungsvoll: Über die bestehenden Konfrontationsplakate wurden Dankesticker geklebt. Der Sticker wendet das Plakatmotiv ins Positive – er dankt den Passantinnen und Passanten direkt dafür, dass sie Diskriminierung, Sexismus oder Homophobie nicht tolerieren. «Danke, dass du Homophobie nicht tolerierst.» Die Plakate, die zuvor aneckten, wurden so zu einem Moment der Anerkennung. Die Sticker wurden als Druckdaten aufbereitet und für die Anbringung an der FH vorbereitet.

Bitte akzeptiere die statistik, Marketing Cookies um diesen Inhalt zu sehen.

Die Pickup-Schokoriegel: Greifbare Markenbotschaft

Ergänzend dazu entstand ein Give-Away, das buchstäblich in die Hände der Studierenden gelangte: gebrandete Schokoriegel der Marke Pickup, verpackt in einem eigens gestalteten Sleeve im Kampagnendesign. Die Riegel wurden an der FH Graubünden unter den Studierenden verteilt. Das stellte einen niederschwelligen, sympathischen Berührungspunkt mit der Kampagne, der das Null-Toleranz-Branding erlebbar machte, dar. Entstanden sind Mockups zur Visualisierung sowie die vollständigen Druckdaten für die Produktion.

Neue Plakatmotive: Die Textwelle

Parallel dazu wurden weitere Plakatmotive nachgereicht und von uns für den Druck aufbereitet. Die neuen Texte wurden gestalterisch ins bestehende System integriert – gleiche Typografie, gleiche Leuchtfarben, gleiche Haltung. So wächst die Kampagne, ohne an Kohärenz zu verlieren.

Digitale Animationen: Die Kampagne in Bewegung

Für die digitalen Kanäle und E-Panels entstanden zudem animierte Versionen der Danke-Statements. Die Typografie, die auf den Plakaten statisch und massiv wirkt, bekommt in der Bewegtbildvariante eine neue Qualität: Sie baut sich auf, tritt in Erscheinung und bleibt im Gedächtnis. Die Animationen wurden als Ergänzung zur Print-Welle entwickelt und sind für die Ausspielung auf den Screens der FH konzipiert.

Die Schule zieht mit

Dass die Kampagne auch institutionell ernst genommen wird, zeigt der offizielle LinkedIn-Post der FH Graubünden zum Kampagnenstart – ein schönes Signal, dass die Arbeit des Teams den Weg in die echte Kommunikation der Hochschule gefunden hat. Weitere Informationen gibt es auf der Landingpage.

(mmi)

Was wer gemacht hat – und was wir daraus mitnehmen

Die zweite Phase war in vielerlei Hinsicht eine andere Herausforderung als die erste. Nicht mehr der grosse Pitch, das offene Brainstorming, die Richtungsentscheide sondern Präzisionsarbeit: Druckdaten, Masshaltigkeit, Produktionsreife. Wir haben die Aufgaben klar aufgeteilt.

Livio übernahm die Erstellung der neuen Plakatmotive und die Aufbereitung der nachgereichten Texte. Das klingt nach Routinearbeit, ist es aber nicht: Jeder neue Text muss im bestehenden System funktionieren, typografisch atmen, die richtige Hierarchie haben. Einzelne Anpassungen am Kerning und an den Zeilenumbrüchen kosteten mehr Zeit als erwartet, ein gutes Beispiel dafür, dass «Aufbereiten» nicht dasselbe ist wie «Fertigmachen».

Alessio war verantwortlich für die Druckdaten der Dankesticker. Sauber beschnittene Dateien, korrekte Farbprofile, Überdrucken-Einstellungen. Druckdaten sind ein eigenes Handwerk. Gerade weil die Sticker direkt auf bestehende Plakate geklebt wurden, mussten Grösse und Positionierung präzise definiert und kommuniziert werden.

Laila hat die Mockups für die Pickup-Schokoriegel erstellt. Gute Mockups sind mehr als Visualisierungen – sie sind Verkaufsargument und Qualitätskontrolle zugleich. Wie wirkt das Design in 3D? Stimmt die Farbwiedergabe? Laila hat verschiedene Varianten gerendert und so dem Team und dem Kunden eine realistische Vorstellung des Endprodukts gegeben.

Sarina hat die Druckdaten für die Pickup-Sleeves produziert. Ein Schokoladenriegel-Sleeve hat seine eigenen Tücken: Falzlinien, Klebelaschen, Auslaufzonen. Die Datei muss nicht nur schön aussehen, sondern auch von einer Druckerei verarbeitbar sein. Sarina hat die Produktion mit der Druckerei koordiniert und sichergestellt, dass das Endprodukt dem Mockup entspricht.

Andri übernahm die digitalen Animationen der Danke-Statements. Das Übertragen eines Print-Konzepts in ein bewegtes Format ist kein simples Exportieren. Es braucht ein Gefühl dafür, was Bewegung mit Typografie macht. Andri hat die Animationen so gestaltet, dass sie den Geist der Kampagne bewahren und gleichzeitig für den digitalen Kanal optimiert sind.

Rückblick auf die Gesamtkampagne

Zwei Phasen, fünf Personen, ein sehr präsentes Thema. Was wir gelernt haben: Kampagnenarbeit endet nicht mit dem Pitch. Die Produktionsphase ist genauso anspruchsvoll wie die kreative, vielleicht sogar fordernder, weil Fehler hier reale Konsequenzen haben. Eine Datei, die falsch angelegt ist, wird falsch gedruckt. Ein Sticker, der 2mm zu gross ist, passt nicht aufs Plakat.

Gleichzeitig ist die zweite Phase die befriedigendere: Man sieht das Ergebnis. Man kann die Riegel in die Hand nehmen. Man sieht den Sticker auf dem Plakat kleben. Die Kampagne ist nicht mehr ein Konzept auf Papier – sie ist real, sie ist an der FH, sie wird wahrgenommen. Und das ist letztlich der schönste Beweis, dass die Arbeit gut war.