Diversity Kampagne für die FHGR

Die FH Graubünden hat eine klare Haltung zum Thema «Diversity». Unser Auftrag war also: Entwickelt eine Kampagne, die eine «Null-Toleranz-Kultur» gegenüber Diskriminierung, Sexismus, Rassismus und Mobbing an der Fachhochschule etabliert. Die Schwierigkeit dabei? Das Thema ist sensibel. Niemand lässt sich gerne belehren. Die Kampagne musste also den Spagat schaffen, Grenzen aufzuzeigen, ohne den Zielgruppen vor den Kopf zu stossen. Es geht darum, ein gemeinsames Verständnis für Respekt zu schaffen .

Entwurfsphase

Wir haben uns als Gruppe folgende Frage gestellt: Wie laut müssen wir sein? Nach einer langen Brainstorming-Session haben wir drei verschiedene Stossrichtungen definiert. Diese haben wir anschliessend gestalterisch exploriert. Wir haben in der Entwurfsphase sowohl digital, als auch analog gearbeitet. Insgesamt entstanden über 150 verschiedene Sujets/Sprüche/Ideen, welche wir auswerteten, weiterentwickelten und anschliessend in einer Pitch-Präsentation zusammenfügten.

Das Null-Toleranz-Logo

Wir erachteten es als sehr sinnvoll, der ganzen Kampagne ein einheitliches Logo zu geben, welches auf allen Medien erscheinen wird. Das typografische Logo dient als Verbindung der einzelnen Medien und verleiht der Kampagne so einen Wiedererkennungswert. Wir haben uns für ein blockartiges Design entschieden. Dieses strahlt Stabilität aus und ist im entfernten Sinn an das Logo der FHGR angelehnt.

Die Finale Version:

Nach unserem Pitch der drei Stossrichtungen, hat sich das Komitee der FHGR für die finale Variante entschieden: Die Kernidee besteht aus Sätzen, die man im Alltag oft hört (und vielleicht unbedacht sagt), welche aber gewisse Personen diskriminieren können. In unserer Kampagne werden diese Sätze typografisch und plakativ dargestellt.

Visuell arbeiten wir mit knalligen Farben aus dem LGBTQ-Kosmos. So stechen die Plakate etc. schon aus der Entfernung heraus. In einer zweiten Phase drehen wir das Konzept ins Positive. Mit «Danke-Statements» holen wir die Community ab: «Danke, dass du Homophobie nicht tolerierst». So schaffen wir die Balance zwischen Konfrontation und Wertschätzung und die Kampagne löst eine positive Konotation mit der Thematik aus.

Nächste Schritte

Das Konzept steht, der Pitch ist durch. Der Plan sieht vor, dass die Kampagne im Februar 2026 mit einer grossen «Awareness-Phase» startet (Plakate & E-Panels). Darauf folgt eine Engagement-Phase mit Stickern und Give-Aways während der Diversity Weeks (noch nicht ganz fix definiert). Für uns heisst es jetzt: Feedback einarbeiten und die Assets für Web und Print finalisieren.

(mbi)

Die grösste Herausforderung bei diesem Projekt war die Tonalität. Das Briefing forderte explizit, «keinen moralischen Zeigefinger» zu heben und «ohne Vorwürfe» zu kommunizieren. Wir haben uns dennoch bewusst für eine Strategie entschieden, die aneckt. Unser Ansatz ist riskant. Kritisch betrachtet könnte diese Direktheit bei manchen Zielpersonen zu einer Abwehrhaltung führen, statt zum gewünschten Dialog. Wir sind jedoch der Überzeugung, dass ein zu weicher Kuschelkurs bei diesem Thema übersehen würde und zu wenig Aufmerksamkeit generiert. Die Provokation ist notwendig, um den «Stopp-Moment» zu erzeugen, muss aber durch die zweite Phase mit den «Danke-Statements» unbedingt emotional aufgefangen werden.

Design:

Gestalterisch haben wir uns weit aus dem Fenster gelehnt. Die riesige Typografie bricht bewusst mit der gewohnten FHGR-Ästhetik. Das sorgt für Aufmerksamkeit. In der Gruppe haben wir diskutiert, ob die Textmenge für Vorbeigehende zu schnell erfassbar ist. Das «Sternchen-Konzept» funktioniert nur, wenn man den zweiten Teil auch wirklich liest.

Teamprozess

Zu fünft an einer Kampagne zu arbeiten, heisst viele Meinungen unter einen Hut zu bekommen. Die Schwierigkeit lag darin, sich auf drei starke visuelle Klammer zu einigen, statt 20 gute Ideen zu vermischen. Insgesamt gestaltete sich die Zusammenarbeit aber als sehr produktiv und wir konnten in konstruktiven Sitzungen viele Ideen generieren. Wir haben uns gut abgesprochen und so den Workload über mehrere Personen aufgeteilt.