Neuf Zuerich – Too Fast Videoproduktion


Die erste eigene Kollektion, bestehend aus Sweater und Jogger, wurde eigenständig konzipiert und produziert. Von der gestalterischen Entwicklung der Kleidungsstücke über die inhaltliche Ausarbeitung bis hin zur filmischen Umsetzung lag der gesamte Prozess in unserer Hand.

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Die Videos entstanden nicht als reine Produktpräsentationen, sondern als visuelle Erweiterung unserer Haltung und Herkunft. Kleidung, Bildsprache und Rhythmus wurden bewusst als zusammenhängendes System gedacht. Ich übernahm dabei die kreative Direktion der beiden Videodrehs, je ein Film für den Sweater und für den Jogger, mit klar unterschiedlicher ästhetischer Ausrichtung.

Das Sweater-Video orientiert sich gestalterisch an der Bildwelt der frühen 2000er-Jahre – einer Zeit, die unsere Kindheit geprägt hat. Die Referenzen sind bewusst subtil gehalten: reduzierte Inszenierung, nostalgische Anmutung, ruhigeres Tempo. Die Entscheidung, den gesamten Film auf Italienisch zu realisieren, ist kein Stilmittel aus Zufall, sondern Ausdruck unserer persönlichen und kulturellen Vielfalt sowie jener der Stadt Zürich. Sprache wird hier Teil der Identität und nicht nur Träger von Information.

Im Kontrast dazu steht das Jogger-Video. Dieses ist bewusst schneller, kälter und kantiger inszeniert. Schnitt, Bewegung und insbesondere das Colorgrading sind auf eine rauere, direktere Bildsprache ausgelegt. Ziel war es, die weniger glänzende, aber reale Seite unseres Quartiers sichtbar zu machen, eine Umgebung, die uns formt und Teil unserer gestalterischen Haltung ist.

Beide Filme zeigen zwei Seiten derselben Herkunft: Erinnerung und Gegenwart, Wärme und Distanz, Ruhe und Bewegung. Gemeinsam bilden sie den visuellen Auftakt unserer ersten Kollektion und machen deutlich, dass Neuf Zürich nicht nur Kleidung produziert, sondern Geschichten, Haltungen und Kontexte sichtbar machen will.

NEUF ÜBERALL!

(vha)

Der Arbeitsprozess begann bereits im Juli mit der Gestaltung der Kollektion. Dieser frühe Einstieg erwies sich rückblickend als sinnvoll, da konzeptionelle Entscheidungen zu Schnitt, Material und Design später direkt in die visuelle Umsetzung der Videodrehs einfliessen konnten. Gleichzeitig zeigte sich, dass ein langer Zeitraum auch Disziplin in der Planung erfordert, um Fokus und Stringenz über mehrere Monate hinweg aufrechtzuerhalten.

Ein zentraler Bestandteil unserer Arbeitsweise ist die enge Zusammenarbeit in der konzeptionellen Phase. Liam (Mitgründer, Bester Freund) und ich arbeiten bei der Entwicklung von Ideen, Designs und Moodboards bewusst sehr nah miteinander, um gemeinsam ein stimmiges Setting und eine klare visuelle Grundlage für jedes Projekt zu schaffen. Dieser intensive Austausch stellt sicher, dass inhaltliche, gestalterische und atmosphärische Entscheidungen früh abgestimmt sind und eine gemeinsame Richtung verfolgen. Erst in der Planungs- und Umsetzungsphase erfolgt dann eine gezielte Aufteilung der Aufgaben entlang unserer jeweiligen Stärken und Kompetenzen.

Die Aufgabenteilung innerhalb des Kollektivs ist inzwischen klar definiert und hat sich im Projekt bewährt. Liam übernahm stärker die gestalterische Leitung im Bereich Grafik, während mein Fokus bei Shootings und Events lag. Diese Rollenverteilung basierte auf bestehenden Kompetenzen und führte zu klaren Zuständigkeiten sowie reduzierten Reibungsverlusten. Gleichzeitig bleibt kritisch anzumerken, dass diese klare Zuordnung langfristig auch bewusst hinterfragt werden sollte, um Entwicklungsspielräume offen zu halten.

Positiv hervorzuheben ist die kontinuierliche Verbesserung der Zusammenarbeit im Kollektiv. Durch bereits umgesetzte Shootings und Events konnten wir unsere Arbeitsweise festigen und Abläufe verfeinern. Es wurde deutlich, dass wir nicht nur individuell sicherer agieren, sondern auch als Team effizienter funktionieren. Diese Entwicklung ist nicht selbstverständlich und stellt einen zentralen Fortschritt gegenüber früheren Projekten dar.

Der eigentliche Dreh verlief strukturiert und effizient. Alle Beteiligten wussten, welche Aufgaben sie zu erfüllen hatten. Die im Vorfeld erstellten Shootlists erwiesen sich als zentrales Werkzeug, um beide Videodrehs mit einer klaren visuellen Vorstellung umzusetzen und dennoch flexibel auf situative Gegebenheiten reagieren zu können. Hier zeigte sich, wie wichtig Vorbereitung für kreative Freiheit am Set ist.

Auch in der Post-Production funktionierte die Zusammenarbeit sehr gut. Die Aufteilung in Schnitt und Colourgrading ermöglichte paralleles Arbeiten und sorgte für einen zügigen Abschluss der Videos. Gleichzeitig erforderte diese Trennung eine präzise Abstimmung, um eine konsistente Bildsprache sicherzustellen. Insgesamt zeigte der Prozess, dass klare Strukturen kreative Prozesse nicht einschränken, sondern gezielt unterstützen können.