Mooble – Die Lernplattform, auf der es nix zu lernen gibt
Die Idee
Wer Multimedia Production studiert, verbringt zwangsläufig viel Zeit auf Moodle. Ob Vorlesungsunterlagen, Abgaben oder organisatorische Informationen – Moodle gehört für die meisten Studierenden zum Alltag. Genau deshalb wollte ich eine Parodie von dieser Plattform erstellen.
Die Idee hinter Mooble war es, eine Seite zu entwickeln, die auf den ersten Blick möglichst ähnlich aussieht wie Moodle. Beim Öffnen sieht man die bekannten Kurskacheln, die Navigation und das typische Layout. Der Unterschied wird erst sichtbar, wenn man auf einen Kurs klickt: Statt Vorlesungsunterlagen oder PDFs öffnen sich kleine Minispiele.
Die Idee ist dabei auch von älteren Browser- und Flash-Spielen inspiriert. Früher gab es zahlreiche Spiele, bei denen man so tun musste als würde man arbeiten und beim Zeit verplempern durfte man von dem «Boss» nicht erwischt werden. Dieses Prinzip fand ich schon immer witzig und wollte es in einem grösseren Projekt aufgreifen.
Da Moodle für Studierende eine bekannte Oberfläche ist, eignete sich die Plattform perfekt als Grundlage für eine solche Parodie.
Umsetzung
Für Mooble habe ich sechs verschiedene Minispiele integriert:
- Tic-Tac-Toe
- Wordle
- Memory
- Snake
- Minesweeper
- Reaction Test
Bei der Umsetzung war es mir wichtig, nicht einfach fertige Spiele einzubinden, sondern deren Funktionsweise besser zu verstehen. Einige dieser Spiele spiele ich selbst regelmässig, insbesondere Wordle, Snake und Minesweeper. Deshalb fand ich es spannend, die Mechaniken selbst nachzubauen.
Die Gestaltung orientiert sich stark an Moodle. Das Layout, die Kursübersicht und die Navigation wurden bewusst ähnlich gestaltet, damit der Überraschungseffekt beim Öffnen der Kurse grösser ist.
Besonders viel Spass machte die Arbeit am Memory-Spiel. Anstelle klassischer Symbole habe ich eigene Bilder verwendet, wodurch das Spiel deutlich persönlicher und humorvoller wirkt.
(mmi)
Rückblickend verlief die Umsetzung des Projekts nicht ganz ohne Schwierigkeiten. Die eigentliche Programmierung der Website funktionierte grösstenteils gut, da ich bereits Vorkenntnisse aus dem Modul Interaktive Medien mitbringen konnte. Im letzten Semester hatte ich bereits eine kleine Storytelling-Webseite entwickelt, weshalb mir der grundsätzliche Aufbau mit HTML, CSS, JavaScript, Visual Studio Code und GitHub vertraut war. Dieses Vorwissen hat mir viel Sicherheit gegeben und den Einstieg in das Projekt deutlich erleichtert.
Eine der grössten Herausforderungen lag überraschenderweise nicht bei der Programmierung selbst, sondern beim Hosting der Website. Bei Infomaniak kam es zu mehreren Problemen mit Zahlungen und der Freischaltung des Hostings. Zwischenzeitlich wurde eine Zahlung storniert, später wurden sogar mehrere Buchungen wieder rückgängig gemacht, wodurch die Website trotz vorhandenem Projekt nicht online geschaltet werden konnte. Dadurch entstand ein längeres Hin und Her mit dem Kundensupport. Erst nach mehreren Kontakten konnte das Problem gelöst werden und die Website war schliesslich erreichbar. Positiv war jedoch, dass der Support hilfreich war und ich währenddessen bemerkte, dass Infomaniak seine Verwaltungsoberfläche überarbeitet hatte. Dadurch wurden die FTP-Zugänge und Hosting-Einstellungen übersichtlicher dargestellt, was die weitere Arbeit erleichterte.
Auch bei der Entwicklung der einzelnen Minispiele gab es einige technische Herausforderungen. Besonders bei Minesweeper musste ich mehrere Lösungsansätze ausprobieren, bis die zufällige Platzierung der Bomben sowie die Berechnung der Nachbarfelder zuverlässig funktionierten. Solche Probleme gehörten jedoch zum Lernprozess und halfen mir dabei, die Logik hinter den Spielen besser zu verstehen.
Insgesamt hat mir das Projekt gezeigt, wie viele verschiedene Bereiche bei einer Webproduktion zusammenkommen. Neben Design und Programmierung gehören auch Hosting, Serververwaltung, Fehlerbehebung und Testing dazu. Gerade diese Mischung machte das Projekt für mich besonders spannend. Trotz einiger Frustrationsmomente beim Hosting und Debugging hat mir die Arbeit sehr viel Spass gemacht und ich würde ein ähnliches Projekt in Zukunft wieder umsetzen. Durch die Kombination aus Parodie, Webdesign und kleinen Spielen konnte ich viele Fähigkeiten anwenden und gleichzeitig neue dazulernen.