Mitten im Wald

Was gibt es schöneres, als dem epidemischen Alltag zu entfliehen? Richtig – frische Waldluft! Der Wald bietet nämlich nicht nur eine angenehme Atmosphäre, sondern auch unzählige Motive für die Kamera.

Um meinen Kopf freizukriegen, erkundete ich verschiedene Wälder des Seelands. Um die wunderschöne Kulisse in Erinnerung zu behalten, nahm ich eine Fujifilm TX4 mit. So entstanden zahllose Impressions-Clips, die ich später zu einem Kurzfilm zusammengeschnitten habe.

Mit «Mitten im Wald» nehme ich dich mit in das hölzerne Paradies. Geniesse die verschiedenen Stimmungen, Farben und Geräusche. Ob Herbst oder Winter, Wälder sind wunderbar!

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Einblicke in die Produktion

(mou)

Idee

Ich bin ein Freund der Natur. Gerne gehe ich in Wäldern spazieren. Die Stimmungen und Geräusche haben schon fast etwas märchenhaftes. Da mein Kollege eine Fujifilm TX4 besitzt und ich diese unbedingt einmal ausprobieren wollte, entstand das Projekt «Mitten im Wald». 

Konzept

Etwas speziell bei diesem Filmprojekt: Ich habe kein Storyboard erstellt. Die Idee war es, die Kamera zu testen und so viele Stimmungsbilder wie möglich einzufangen. Festgelegt habe ich allerdings die Drehorte und -zeiten. Einerseits wollte ich Wälder im Herbst ablichten und andererseits mussten unbedingt Szenen drin sein, bei denen schon Schnee liegt. 

Ausrüstung

  • Fujifilm TX4
  • Fotostativ
  • Aufnahmegerät
  • Kopfhörer
  • Objektive (35mm, 50mm, 18-55mm, 90mm)
  • Ersatz-Akkus

Dreh

Natürlich machte es Spass, einfach mal drauflos zu filmen. Ein anderes Mal werde ich mich aber gerne wieder an ein Konzept/Storyboard halten. Die Nachbearbeitung ist so viel effizienter und praktischer, wenn nach Plan gefilmt wurde. Andererseits war ich dadurch unglaublich frei. So lief ich stundenlang durch den Wald und filmte was mir gefiel. Durch die grossen Blendenöffnungen der mitgenommenen Kameras macht das unheimlich Spass. Die Tiefenschärfe konnte bei vielen Motiven auf ein Minimum reduziert werden. Demnach entstanden auch viele schöne Aufnahmen. 

Einmal hatte ich etwas Pech mit dem Wetter. Diffuses Licht bei bewölktem Himmel ist ja praktisch zum Filmen. Jedoch hätte ich mir oft ein Paar Sonnenstrahlen gewünscht, damit das Motiv in einem spannenden Licht steht. Abgesehen davon ist Regen auch nicht gerade angenehm beim Filmdreh. 

Zudem hatte ich Probleme mit dem Verwackeln. Die TX4 hat zwar ein fortschrittliches Stabilisierungssystem. Jedoch würde ich fürs nächste Mal trotzdem einen Gimbal mitnehmen. So kann man sich für Aufnehmen besser bewegen. Meiner Meinung nach ist Kamerabewegung sehr ästhetisch und bringt auf noch etwas Dynamik in den Film. 

Die Kamera habe ich zum ersten Mal benutzt. Als Canon-User musste ich mich schon etwas umstellen. Nach einigen Minuten klappte das aber eigentlich schon ganz gut.

Nachbearbeitung

Nach einer langen und aufwendigen Triage öffnete ich endlich Premiere Pro. Bereits vor dem Rohschnitt entschied ich mich für einen Soundtrack. Ich wollte die Clips nämlich im Takt der Musik schneiden. Das gelang sehr gut. Schliesslich musste ich nicht akribisch auf die Kontinuität achten. Trotzdem brauchte ich sehr viel Zeit, bis ich einen befriedigend Rohschnitt auf den Beinen hatte. Da habe ich dann eben gemerkt, dass ich ohne Storyboard gefilmt habe. 

Leider bin ich noch nicht geübt darin, in einem Log-Modus zu filmen. Ich habe mich dazu entschieden, im komprimierten h.256 Format aufzunehmen. Für die Color-Correction blieb mir so also etwas weniger Dynamik- und Kontrastumfang zur Verfügung. Mit Lumetri Color von Premiere Pro konnte ich aber trotzdem sehr viel herausholen. Zum Glück war das Sonnenlicht meist nicht so stark. Daher hatte ich selten Probleme mit überbelichteten Bereichen.

Dafür gab es aber Probleme mit der Stabilisierung. Ein paar Aufnahmen waren zu verwackelt. Da half auch die Stabilisierung nicht viel. Die meisten waren aber brauchbar. Ein bisschen Bewegung darf ja auch dabei sein.

Für die Vertonung wählte ich einen Youtube-Track ohne Lizenz, da das Video für schulische Zwecke produziert wurde. Später mischte ich ein paar Ambiance-Geräusche darunter, die ich selbst aufgenommen habe. Abmischen in Audition – fertig! Audio brachte keine Probleme mit sich. 

Lerneffekt

Die aufgenommen Clips ergaben riesige Dateien. Mein Macbook-Pro ist zwar sehr leistungsfähig. Trotzdem konnte ich nicht reibungslos schneiden. Immer wieder begannen die Bilder zu stocken. So musste ich eine Lösung finden, wie ich mit solch grossen Dateien, effizient schneiden kann. Nach einer kurzen Recherche fand ich einen Weg. Ich ließ den Adobe Media Encoder Proxys von sämtlichen Clips erstellen. So konnte Premiere mit Videos in geringer Auflösung rechnen. Beim Export wurden hingegen wieder die Original-Dateien gerendert.

Dieser Workflow war mir bis anhin nicht bekannt. Für mich ist diese Erkenntnis enorm wertvoll. Schliesslich werde ich in Zukunft wohl noch mit grösseren Filmdateien arbeiten.

Fazit 

Das Projekt hat unglaublich Spass gemacht. Allerdings ist die unkonventionelle Filmproduktion ohne Storyboard auch sehr aufwändig. Wo ich bei der Vorbereitung an Zeit gespart habe, investierte ich enorm viel Zeit in die Nachbearbeitung. Während dieses Digezz-Projekts lernte ich einige Dinge dazu, die wertvoll für die Zukunft sein können. Auch fühle ich mich immer sicherer mit der Zusammenarbeit zwischen Premiere, AfterEffects und Audition. Zudem habe ich eine neue Kamera kennengelernt, die ich hoffentlich nicht zum letzten mal in den Händen hielt.