LoOkbOok ShoOting

Lookbook Shooting als fotografische Ergänzung zu einer Bachelorarbeit im Fashion Design.

Für die Fashion-Design-Bachelorarbeit einer Freundin habe ich ein Lookbook Shooting umgesetzt, das die von ihr entworfenen und genähten Looks fotografisch dokumentiert. Die Designs sind Teil eines Kurzfilms, der das zentrale Werk ihrer Bachelorarbeit bildet. Ziel des Shootings war es, die Outfits, den Schmuck und die vielen feinen Details sichtbar zu machen, die im filmischen Kontext oft nur flüchtig wahrgenommen werden oder im Gesamtbild untergehen.

Haare, Make-up, Nägel und Styling wurden im Vorfeld aufwendig erarbeitet und gezielt auf die einzelnen Looks abgestimmt. Jedes Styling war Teil des Gesamtkonzepts und trug zur Wirkung der Designs bei. Fotografiert habe ich in einem selbsteingerichteten Studio, in einem klar getakteten Zeitfenster und mit Studioblitzlicht. Für mich war es das erste Lookbook Shooting dieser Art – das erste Mal, dass ich mit Studioblitzlicht gearbeitet habe.

Von jeder Person entstanden 360°-Aufnahmen der Outfits, ergänzt durch Detailbilder und Portraits, um sowohl die Silhouetten als auch Materialien, Schmuck und handwerkliche Besonderheiten festzuhalten. Zusätzlich wurden einzelne Videos produziert, die die Designs in Bewegung zeigt und spezielle Faktoren wie Stofflichkeit, Struktur und Verarbeitung hervorhebt. So entstand eine visuelle Dokumentation, die den filmischen Teil der Bachelorarbeit ergänzt und das handwerkliche sowie konzeptionelle Arbeiten hinter den Looks sichtbar macht.

Der Film hat Ende Januar seine Premiere, weshalb das Lookbook noch nicht publiziert werden darf, da die Designs noch nicht ersichtlich sein dürfen. Die Fotos dürfen auf Anfrage eingesehen werden.

Folg mir sonst auf @aennamay oder my good old friend @hunwithatwist auf Instagram, um asap die Designs betrachten zu dürfen.

(vha)

Dieses Projekt war in vielerlei Hinsicht ein erstes Mal für mich. Erst rund zwanzig Minuten vor Beginn des Shootings wurde mir bewusst, dass mit Studioblitzlicht fotografiert werden würde. Dadurch war der Einstieg in diese Arbeitsweise sehr spontan und ungeplant. Gerade weil ich sehr perfektionistisch arbeite – besonders bei Projekten für Freund:innen – hat mich diese Situation zunächst stark unter Druck gesetzt. Ich wollte auf keinen Fall, dass meine Arbeit dem Projekt schadet oder den Aufwand, der bereits in Styling, Design und Vorbereitung geflossen war, schmälert. Vor allem, weil es eine einmalige Gelegenheit war, die Schauspielenden mit vollständigem Styling, Make-up, Nägeln und kompletten Outfits zu dokumentieren.

Durch die Arbeit mit dem Blitzlicht habe ich jedoch schnell gemerkt, welches Potenzial in Studiofotografie steckt. Die Bilder wirkten extrem klar, präzise und detailliert – so sehr, dass jede Pore der Haut sichtbar war. Besonders in der Postproduktion wurde mir bewusst, wie anders sich dieses Material im Vergleich zu meinen sonst eher natürlich gehaltenen Fotografien anfühlt. Normalerweise arbeite ich möglichst zurückhaltend und dokumentarisch, doch bei diesem Projekt – auch passend zur Ästhetik und zum Thema des Films – habe ich mich bewusst für eine starke Retusche entschieden. Hautunreinheiten, Poren und kleine Imperfektionen wurden gezielt bearbeitet, mit dem Ziel einer beinahe puppenhaften, sehr glatten Oberfläche.

Dieser Prozess war zeitintensiv, hat mir aber gleichzeitig viel Freude bereitet. Ich konnte mir in der Postproduktion neue Skills aneignen, insbesondere im Umgang mit Belichtung, Masken und detaillierter Retusche. Gerade das bewusste, präzise Arbeiten in Photoshop war neu für mich und hat meinen fotografischen Werkzeugkasten deutlich erweitert.

Eine klare Schwäche im Arbeitsprozess war der Fokus. Durch den ungewohnten Umgang mit Studioblitzlicht und den Zeitdruck ist es mir nicht immer gelungen, den Fokus optimal zu setzen – teilweise waren Augen nicht ganz scharf, was in einem so kontrollierten, „perfekten“ Studio-Setting besonders auffällt. Das Arbeiten mit Blitzlicht erfordert viel Übung, vor allem im Zusammenspiel von Technik, Timing und Konzentration. Mit mehr Erfahrung und Wiederholungen würde sich dieser Aspekt sicher verbessern lassen. Zusätzlich stellte der begrenzte Raum eine Herausforderung dar. Das selbsteingerichtete Studio bot nur wenig Platz vor der weißen Wand, weshalb einige Bildkorrekturen und Anpassungen in der Nachbearbeitung notwendig waren.

Der Zeitdruck war insgesamt hoch, da an einem einzigen Tag Styling, Lookbook Shooting und Filmaufnahmen umgesetzt wurden. Trotzdem war diese dichte Planung für mich nichts Ungewohntes – im Gegenteil, sie machte den Prozess intensiv und fordernd, aber auch spannend. Trotz aller Herausforderungen hat mir die Arbeit an diesem Projekt sehr viel Spaß gemacht. Auf jedenfall hat es Spass gemacht an diesem Projekt mit zuarbeiten und die wundervollen Looks zu dokumentieren!