Imagefilm für ein Yogastudio
Yoga lebt von Ruhe, Präsenz und Atmosphäre. Genau diese Qualitäten in einem Film einzufangen, war die Herausforderung hinter diesem Projekt. Gemeinsam entschieden wir uns, einen Imagefilm für das Yogastudio von Sarah Buchli in Grabs zu produzieren. Mit drei Zielen: unsere Kamera- und Schnittkenntnisse gezielt weiterzuentwickeln und gleichzeitig ein echtes Endprodukt zu schaffen, das potenziellen Kund:innen einen authentischen Einblick in das Studio gibt. Sowie erste echte Erfahrungen mit Geschäftspartner: innen zu sammeln.
Der Startpunkt war ein gemeinsames Brainstorming. Wir sammelten verschiedene Ideen, bis wir uns auf das Format Imagefilm einigten. Von Anfang an war Sarah aktiv in den Prozess eingebunden. In dem ersten Meeting glichen wir unsere Vorstellungen mit ihren Wünschen ab. Es folgten zwei Drehtage: einer im Studio, einer in der Natur, sowie ein separates Interview, dessen Audio später als roter Faden durch den Film führt.
Technisch brachte das Projekt trotz vorhandener Kameraerfahrung neue Herausforderungen mit sich. Die Sony Alpha A7 IV stammte aus der Ausleihe, und das Einarbeiten in ein unbekanntes Gerät kostet immer etwas Zeit. Gerade beim Videodreh, wo Einstellungen schnell sitzen müssen. Einige Aufnahmen waren durch das Filmen aus der Hand verwackelt, liessen sich aber dank des Verkrümmungsstabilisators in Premiere Pro gut retten. Eine weitere Herausforderung war das Colorgrading, da wir beide wenig bis keine Erfahrung in diesem Postproduction-Bereich haben: Die Aufnahmen im Studio waren durch das Kunstlicht und die gelbe Wand farblich anspruchsvoll. Der Weissabgleich musste sorgfältig korrigiert werden, damit die Hauttöne natürlich wirkten. Die Aussenaufnahmen im Wald brachten wiederum ein ganz anderes Licht mit sich. Die beiden Settings harmonisch aufeinander abzustimmen, sodass der Film trotz unterschiedlicher Drehorte einheitlich wirkt, kostete im Schnitt deutlich mehr Zeit als erwartet. Auch das Sichten, Sortieren und Strukturieren des enormen Rohmaterials war aufwendig. Die eigentliche Herausforderung war es, aus allem einen sauberen Erzählfluss zu schaffen, der zum Interviewton passt. Ergänzend nutzten wir Adobe Podcast zur Audiobearbeitung, was die Qualität der Interviewaufnahmen deutlich verbesserte.
Auch bei der Musik gingen wir einen ungewöhnlichen Weg. Statt auf bestehende lizenzfreie Tracks zurückzugreifen, nutzten wir Suno, ein KI-basiertes Tool zur Musikgenerierung, und erstellten einen eigenen Soundtrack, abgestimmt auf den Rhythmus des Schnitts und die Stimmung der Bilder.
Hier ist der fertige Film zu sehen:
Was wir aus diesem Projekt mitnehmen, geht über technische Fähigkeiten hinaus. Planung ist alles. Ein Moodboard vorab zu erstellen hat uns enorm geholfen, eine gemeinsame visuelle Sprache zu finden. Regelmässiger Austausch, sowohl mit Sarah als auch im Team, hat dafür gesorgt, dass das Projekt nie in eine falsche Richtung abdriftete. Beim nächsten Mal würden wir die Storyline von Beginn an präziser ausarbeiten und das gesamte Equipment vor dem Dreh gründlicher testen.Das Ergebnis ist ein fertiger Imagefilm, der auf Sarahs Website eingebunden wird und ihr Studio für neue Kund:innen erlebbar macht. Für uns ist es ein Projekt, das zeigt, wie viel in einem einzigen Film steckt, nicht nur handwerklich, sondern auch in der Zusammenarbeit und im Lernprozess dahinter.
(mbi)
Was gut lief?
Da Sarah Giulias Mutter ist, war der Einstieg in die Zusammenarbeit unkompliziert und der Austausch jederzeit möglich. Ein grosser Vorteil, gerade für ein erstes echtes Kundenprojekt. Gleichzeitig erhöhte genau das den Anspruch: Es war kein Schulprojekt, sondern ein reales Endprodukt für eine echte Kundin. Dieser Druck war jedoch durchweg positiv. Er sorgte dafür, dass wir fokussiert und motiviert arbeiteten, nicht nur um uns selbst weiterzuentwickeln, sondern auch um Sarah ein Ergebnis zu liefern.
Was schlecht lief?
Das Equipment hätte vor dem Dreh gründlicher getestet werden sollen. Verwackelte Aufnahmen und der unerwartet hohe Aufwand beim Colorgrading. Bedingt durch das Kunstlicht im Studio und das natürliche Licht im Wald, kosteten im Nachhinein deutlich mehr Zeit als geplant. Auch eine präzisere Storyline von Beginn an hätte das Sichten und Strukturieren des Rohmaterials erheblich vereinfacht.
Was wir gelernt haben?
Dieses Projekt hat uns gezeigt, wie wichtig eine solide Vorbereitung ist, nicht nur kreativ, sondern auch technisch. Die Learnings haben wir aber direkt mitgenommen: Beim darauffolgenden Hugo Boss Imagefilm haben wir Equipment und Storyline von Anfang an deutlich sorgfältiger vorbereitet.