Gefährliches Halbwissen
Ein Infotainment-Format auf YouTube für alle, die sich in Kürze über ein Thema informieren möchten. Aber Vorsicht: Gefährliches Halbwissen!
In meiner Gymnasiums-Zeit habe ich bereits das Produzieren von Videos für mich entdeckt. Damals kreierte ich eine monatliche Videoserie auf Instagram, in welcher ich die Ereignisse der vergangenen 30 Tage mit einem humoristischen Anstrich.
Für dieses Projekt habe ich das Konzept wieder aufgegriffen und redigiert. Statt mehrere Themen in eine Folge reinzuklemmen, plante ich acht rund 15-minütige Folgen, verteilt auf das Semester. Jede Folge behandelt ein anderes Thema.
Eine etwas spezielle Folge stellte Episode 3 dar. Hier wanderte ich 46 Kilometer an einem Tag durch die Ostschweiz und vermittelte dabei Informationen zu allen passierten Orten. Diese Aktion brachte mich an meine körperlichen Grenzen, was – wie ich denke – auch im Video ersichtlich ist.

Die Themen habe ich zudem in drei Unterkategorien aufgeteilt. Jede Kategorie bekam eine eigene Farbkategorie, unter welcher auch der Inhalt des Videos gestaltet wurde:
- Geschichte, Geografie und Politik (blau)
- Film und Literatur (violett)
- Sport (orange)
Der Name «Gefährliches Halbwissen» ist Programm. Ich bin in keiner der genannten Kategorien ein ausgewiesener Experte. Mein Wissen stammt hauptsächlich von spontaner Recherche, und diese erfolgt wiederum aufgrund von grossem Interesse für das Thema.
Die Recherche war schliesslich auch jeweils der erste grosse Programmpunkt im Produktionsablauf. Meine Hauptquellen waren Newsbeiträge und Wikipedia-Artikel, im Falle der Film- und Literatur-Videos auch einige YouTube-Videos von Experten. Aus dem Gesammelten wurde schliesslich der Moderationstext erstellt. Dafür wurde selbstverständlich KEINE KI verwendet. Der Inhalt wurde in einzelne Kapitel eingeteilt, in der Regel fünf, manchmal auch weniger.
Zeitgleich mit der Recherche erfolgte auch die Suche von Bildern, mit welchen das Video untermalt werden könnte. Sämtliche Bildquellen sind in der Video-Beschreibung angegeben.

Nach dieser Preproduction-Phase folgte schliesslich die Aufnahme des Videos. Gedreht wurde in relativ schlichtem Setting mit mir als Host in Frontalaufnahme. Als Equipment fungierte teils das Sony-ZV1-Vlog-Set aus der Technikausleihe, teils aus logistischen und organisatorischen Gründen ein Handy.
Der abschliessende Schritt war der Schnitt. Als Programm wurde Adobe Premiere verwendet. Teilweise wurde etwas am Color Grading verändert, ansonsten bestand die Hauptaufgabe darin, Jumpcuts, Bilder, Zwischenkapitel und Musik einzufügen.
Die Videos erschienen in der Regel alle zwei Wochen mittwochs um 18 Uhr auf YouTube. Kleine Abweichungen gab es aus personellen Verfügbarkeitsgründen. Zum Kanal «Gefährliches Halbwissen» geht es hier. Nachfolgend sind sämtliche Videos aufgelistet.
Episode 1: Machtwechsel in Ungarn? (18. März 2026)
Ungarn steht Anfang April vor einer richtungsweisenden Wahl. Zum ersten Mal seit 16 Jahren könnte es wieder zu einem Machtwechsel kommen, aktuelle Umfragen sagen ein Patt voraus. Was würde eine Abwahl von Ministerpräsident Viktor Orbán für das Land bedeuten?
Episode 2: Ski-Macht Schweiz (1. April 2026)
Die Weltcup-Saison im Ski alpin ist zu Ende. Und die Schweiz hat wieder einmal abgeräumt. Dass das nicht immer so selbstverständlich war und was den Erfolg der Schweiz ausgemacht hat, schauen wir uns hier im Detail an.
Episode 3: 46 Kilometer durch die Ostschweiz (15. April 2026)
Für dieses Video habe ich mich auf eine Challenge begeben. 46 Kilometer Marsch von Gossau nach Frauenfeld. Zu jedem passierten Dorf gibt es einen (oder auch mehrere) interessante Fakten. Und falls jemand fragt: Nein, ich habe nicht mehr alle Tassen im Schrank.
Episode 4: Warum Sequels so oft failen (29. April 2024)
Viele Bücher, Filme oder Serien haben Sequels: Fortsetzungen, die häufig Jahre später spielen. Bei Fans lösen solche Sequels häufig gemischte Gefühle aus: Einerseits die Freude über neuen Stoff, andererseits die Angst davor, dass das Sequel failen könnte. Was muss ein Sequel beinhalten, damit es funktioniert?
Episode 5: Sensationsmeister Thun (13. Mai 2026)
Der FC Thun ist sensationell Schweizer Fussballmeister. Und das als Aufsteiger. Eine einzigartige Geschichte, die nicht immer ganz so rosig verlaufen ist. Wie Thun den «grossen» Teams ein Schnippchen schlagen konnte, schauen wir uns heute an.
Episode 6: Eurovision Song Contest – Ein Mega-Event in der Krise (24. Mai 2026)
Der Eurovision Song Contest 2026 ist vor einer Woche über die Bühne gegangen. Nicht ohne Nebengeräusche. Denn seit einigen Jahren schlägt sich die grösste Fernsehshow der Welt mit mehreren Kontroversen herum. Die Geschichte des ehemaligen Concours Eurovision de la Chanson beleuchten wir heute.
Episode 7: Vom Papier auf die Leinwand – Buchverfilmungen (3. Juni 2026)
Wenn Bücher verfilmt werden, fordern Fans vor allem eines: Buchtreue. Doch Buchtreue ist erstens nicht so einfach und kann zweitens auf verschiedenen Wegen erfolgen. In dieser Folge beleuchten wir Möglichkeiten, wie ein Buch erfolgreich auf den Bildschirm gebracht werden kann.
Episode 8: Umstrittene Fussball-WM (10. Juni 2026)
Mit dem Spiel Mexiko gegen Südafrika startet morgen die Fussball-Weltmeisterschaft in Nordamerika. Es ist eine umstrittene WM in vielerlei Hinsicht. Die Gastgeber, der neue Modus, aber auch der Grosskampf um den WM-Pokal geben zu reden.
(mbi)
Eigentlich dachte ich nach Beendigung meiner Gymnasium-Videoreihe, meine Karriere in diesem Bereich sei fürs Erste abgeschlossen. Wegen, oder vielleicht auch dank Digezz bekam ich nun noch einmal die Möglichkeit, mein altes Know-how wieder aufzufrischen und zu renovieren. Während ich damals noch viel Wert auf zynische Pointen gesetzt habe, stand diesmal für mich der Informationsgehalt klar im Vordergrund.
Ich hatte trotz des Aufwands meistens viel Freude am Erstellen der Scripts. Es war mir wichtig, inhaltlich eine Geschichte zu erzählen und die Zuschauer*innen durch die ca. 15 Minuten zu führen. Ich denke, dies ist mir gut gelungen.
Mir gefällt auch das farbliche Konzept. Es gibt den Videos einen lebendigen Anstrich, kontrastierend mit dem eher tristen Setting. (Dazu komme ich gleich noch.) Man hätte sich überlegen können, die Linie noch mehr durchzuziehen, im Sinne von mehr farblichen Elementen im Bild.
Was die Produktion angeht, gibt es noch einige Verbesserungschancen. Das Setting war, wie bereits angesprochen, nicht optimal. Mein Zimmer in Bern versprühte leider nicht allzu viel Lebensfreude, daher versuchte ich in der zweiten Hälfte öfter in meinem angestammten Zuhause in Gossau SG zu filmen.
In einigen Videos kam es zudem zu Tonpannen, namentlich Episode 2 und 8. Bei Episode 2 wurde vergessen, das Mikrofon anzuschliessen, während bei Episode 8 aus unerklärlichen Gründen plötzlich Knackgeräusche auf der Tonspur erkennbar waren. Die unangenehmste Passage habe ich versucht, mithilfe von Tonbearbeitungsprogrammen zu kaschieren, wodurch die Konsistenz in der Qualität verloren ging. Für das nächste Mal würde es sich lohnen, die eben aufgenommenen Videos erst durchzuhören, bevor man zum nächsten übergeht.
Schnitttechnisch könnte man mit Sicherheit noch etwas spektakulärer arbeiten. Dies hatte aber bei mir nicht erste Priorität, da der Inhalt des Videos im Vordergrund stand. Dennoch konnte ich meine Premiere-Skills ein wenig trainieren.
Was auch noch denkbar gewesen wäre, wäre eine Streuung der Beiträge auf anderen Social-Media-Kanälen wie Instagram. Ich habe einen Post auf meinem privaten Instagram-Account gemacht mit einem Hinweis auf den Kanal. Zunächst hatte ich die Idee, zusätzlich zu den Videos noch 1-2 Shorts zu erstellen, die dann als Reel auch auf Instagram hätten geteilt werden können. Diese Idee wurde dann jedoch aus Zeitgründen nicht umgesetzt.
Eine durchaus berechtigte Bemerkung aus dem Coaching möchte ich nicht unerwähnt lassen. Vielleicht war dieses Format nicht unbedingt als Solo-Projekt geeignet. Wäre es als Teamprojekt erstellt worden, wäre möglicherweise auch die Qualität der Videos gestiegen, da unterschiedliche Skills hätten ausgenutzt werden können. Dass «Gefährliches Halbwissen» ein Soloprojekt wurde, hat sich aus Spontaneität so ergeben.
Theoretisch könnte ich mir vorstellen, die Reihe auch in den nächsten Semestern weiterzuführen, viel lieber würde ich aber gerne noch einige andere Dinge ausprobieren.