Food Waste to Food Heaven

Etwas gegen Foodwaste machen, Geld sparen und kreativ kochen – drei meiner Leidenschaften, welche das Herz dieses Projekts sind.

Ich hasse Foodwaste; verschwendetes Geld, verschwendete Ressourcen, verschwendete Zeit, verschwendes Essen. Sehr selten werfe ich essen weg, der Gefrierer ist mein bester Freund. Bereits vor zwei Jahren erfuhr ich von der App «Too Good to Go» – eine Plattform, bei der sich Läden und Restaurants anmelden können und die Bevölkerung viel günstiger essen bekommt, anstatt, dass es weggeworfen wird. Von Salat und Fertig-Sandwiches, bis zu Sushi und Curry – mittlerweile ist das Angebot auf der App sehr gewachsen. Trotzdem haben Leute Hemmungen, die App zu benutzen, weil man das Essen rasch verwenden soll. Zudem ist es immer eine Überraschung, was man für Essen bekommt. 

Mit diesem Projekt möchte ich zeigen, dass man dieses Essen nehmen und zu etwas sehr leckerem kreieren kann. Von Läden in Chur, Bülach und Zürich habe ich insgesamt fünf Überraschungspakete abgeholt und mit ein paar zusätzlichen Zutaten zwei bis sieben neue Malzeiten kreiert. Nach einmal Kochen hatte ich Essen für zwei bis drei Tage, habe dabei Geld gespart und etwas Gutes für die Umwelt getan. Hoffentlich kann ich euch damit inspirieren, «Too Good to Go» selbst auszuprobieren und etwas Gutes für die Umwelt zu tun. 

(dbo)

  • Planung

Dieses Projekt begann mit viel Zeit mit meinem Handy, wo ich in der «Too Good to Go» App mögliche Läden und Restaurants durchsuchte. Es gibt viele Angebote, mit welchen ich kreativ kochen könnte, aber für den Anfang habe ich mich auf fünf unterschiedliche Läden beschränkt:

Migros: Dort wo ich immer einkaufen gehe

Alnatura: Bekannt für Gemüse hoher Qualität und teure Bio-Produkte

Volg: Habe von Kollegen gehört, dass man gute Überraschungspakete bekommt

Spar Tankstelle: Wollte mir auch eine Herausforderung stellen, da ich vor allem Fertigprodukte erwartete

Globus: Zutaten sehr hoher Qualität, grosse Vielfalt an Essen von aller Welt, sehr teuer

Im Voraus konnte ich nicht viel planen, da ich nicht wusste was ich für Essen bekommen würde. Ich habe aber meine Mitbewohner, ob in Chur oder Bülach, vorgewarnt, dass am Produktionstag die Küche etwa drei Stunden gesperrt sein wird. Im Voraus konnte (bzw. musste) ich das nötige Equipment organisieren.

Guter Sound ist sehr wichtig, weshalb ich für das Video ein Lavalie-Mikrofon verwenden wollte. Ich konnte eines von einem Kollegen auslehnen, so musste ich nicht für jede Produktion eines in der Ausleihe ausleihen. Gefilmt habe ich mit meinem Handy und der FilmicPro-App, da ich auch im ersten Semester unser Portrait mit dieser App gefilmt habe und das Resultat sehr gut war.  Zudem besitze ich ein Osmo-Gimbel, welches stabilisierte Bilder ermöglicht, es dient aber auch als Halter für das Handy auf dem Stativ.

  • Produktion

Die Produktion begann zwei Tage vor dem eigentlichen Dreh. Die Angebote der Läden werden immer am Vorabend aufgeschaltet und dann konnte ich es jeweils am folgenden Tag abholen gehen. Da das Abholen meistens erst spät am Abend war, habe ich erst am nächsten Tag gefilmt. Dies hat mir ermöglicht, Ideen für die Zutaten zu sammeln und allenfalls weitere Zutaten dazuzukaufen.

Ein Beispiel: am Donnerstagabend ging ich auf die App und reservierte mir eine Tasche von der Migros. Am Freitag um 19:30 durfte ich sie abholen und am Samstag habe ich das Video gefilmt.

Am Drehtag wusste ich dann, was ich mit dem Essen kochen werde und konnte mir dadurch einen Drehplan erstellen, der aufzeigt, in welcher Reihenfolge ich filmen wollte. Alle Videos beginnen mit demselben Intro.  Dabei stelle ich mich und das Projekt vor und erzähle, aus welchem Laden ich für dieses Video das Essen via App Too Good to Go geholt habe. Danach habe ich das Essen gezeigt, die eventuell dazugekauften Zutaten präsentiert und erzählt, was ich kochen werde.

Kochen und gleichzeitig Filmen ist nicht ohne. Bei Ortswechseln in der Küche muss man die Einstellung neu einrichten und immer «Probeshots» machen, damit man auch sicher ist, dass man das Wichtige sieht (was aber trotzdem nicht immer so gut gelungen ist). Manchmal ist es auch vorgekommen, dass ich ein gewisses Küchenutensilien brauchte, aber sie nicht holen konnte, weil das Stativ vor dieser Schublade war. Ich war aber sehr dankbar für meinen Gimbel, weil dieser es mir ermöglichte, die Kamera zwischendurch in die Hand zu nehmen und dynamische, persönlichere Shots zu machen. Das Beste an der Produktion war natürlich, nach dem Dreh von allem essen zu können.

 

  • Post-Produktion

Von Anfang an wusste ich, dass ich im Hauptteil des Videos, das Kochen, die Geschwindigkeit erhöhen würde, um somit eine Art «Timelaps» zu kreieren. Da das Kochen selbst bis zu 3 Stunden ging, ermöglicht ein Timelaps ein dynamischer Zusammenschnitt der wichtigsten Szenen, welche von einem Voice-Over geführt wird. Das Voice-Over habe ich direkt über das fertig geschnittene Video aufgenommen, wieder mit Hilfe des Lavalie-Mik. Beim Schneiden habe ich immer das Voice-Over geprobt, damit der Rhythmus des Videos passt. Das effektive Aufnehmen ging jedoch viel länger als gedacht, weil ich mich immer wieder versprochen haben und Teile neu aufnehmen musste.

Ich war sehr froh, dass ich den Ton mit Hilfe eines externen Mikrofons aufgenommen habe, weil ich erst beim Schneiden gemerkt habe, dass das Kameramikrofon nicht richtig aufgenommen hat. Dadurch hatte ich bei einigen Szenen keine Ambi-Geräusche, aber dies konnte ich mit Hilfe von Audition und Musik lösen.

Für den letzten Feinschliff habe ich Color Grading gemacht, Ton und Musik ausgebessert und sogar ein eigenes Intro und Outro kreiert.

 

  • Endprodukt

Mit den Endprodukten bin ich sehr zufrieden. Ich konnte zwei meiner Leidenschaften, Kochen und Filmen, zusammen in einem Projekt verbinden und dabei in beiden Bereichen einiges neues dazulernen. Ich habe es auch genossen, neue Läden bei «Too Good to Go» auszuprobieren. Ich würde mich freuen, an diesem Projekt weiter zu arbeiten, sdamit ich mich bei der Einstellung und den schnellen Positionswechseln verbessern könnte.