Eine Content Strategie für das Queer Coding Camp
Ich habe als Auftragsarbeit vom Verein Queer Coding Camp eine Content Strategie und eine Digitale Toolbox erstellt, wie ich das gemacht habe, was gut funktioniert hat und welche Schwierigkeiten es zu überwinden galt, könnt ihr hier Lesen.
Ich bin Im Sommer angefragt worden, ob ich eine Content Strategie erstellen kann für den Verein Queer Coding Camp. Ein Verein, welcher jedes Jahr ein Camp für Queere Jugendliche organisiert, welche erste Erfahrungen im Programmieren sammeln möchten. Ich bin nun bereits zum zweiten Mal als Köch*in mitgegangen und finde das Camp eine wahnsinnig tolle Sache. Leider erreicht der Verein nicht so viele Menschen, was dazu führt, dass es immer relativ kleine Gruppen an Teilnehmenden sind, obwohl das Lager komplett gratis ist. Und da kommt nun die Content Strategie zum Zug.
Die Analyse
In einem ersten Schritt habe ich eine Analyse gemacht; Wie wird bisher kommuniziert, welche Kommunikationswege gibt es bereits, welche Zielgruppen sollen angesprochen werden, was funktioniert, was funktioniert weniger, welche Ressourcen hat der Verein, welche Plattformen eignen sich, und welche Wirkung erhoffen wir uns von der Content Strategie?
Dieser Schritt war sehr aufwendig, hat mir aber eine gute Basis gegeben, um konkret zu werden und zu verhindern, dass ich Sachen erarbeite, welche am Schluss gar keine Verwendung finden würden.
Die Ziele und Strategien
Anhand der Analyse habe ich einige konkrete Ziele und Strategien formuliert. Einige davon sind:
- Steigerung der Bekanntheit + Conversions generieren
Das Hauptziel ist es, dass mehr Menschen auf das Angebot aufmerksam werden und in den kommenden Jahren mehr Leute davon profitieren können. - Interesse der Zielgruppen ansprechen
- Primäre Zielgruppe (Camp Teilnehmer*innen)
- Interessen nachgehen
- Neues lernen
- Sekundäre Zielgruppe (Eltern, Erziehungsberechtigte)
- Zeigen, dass sie Allies sind & Queere Jugendliche unterstützen
- Tertiäre Zielgruppe (Geldgeber*innen, Queere Organisationen, Tech Firmen)
- Sehen, in was sie investieren
- Community bilden
- Eine nutzerfreundliche Toolbox gestalten
Die Toolbox soll so einfach und intuitiv sein, dass auch Menschen, die nur wenig Erfahrung mit Social Media und Grafikprogrammen haben sie ohne grosse Hürden bedienen können - Einen Redaktionsplan
Der Redaktionsplan sollte möglichst so sein, dass man ihn jedes Jahr, mit minimalen Änderungen wieder verwenden kann und genug flexibel sein, dass er auf die sonstige Arbeitsmenge angepasst ist aber genau genug, dass die wichtigsten Informationen zum richtigen Zeitpunkt veröffentlicht werden können.
Die Umsetzung
Der Redaktionsplan
Um den Redaktionsplan wiederverwendbar zu machen, habe ich eine Excel Tabelle erstellt. Welche einfach jedes Jahr angepasst werden kann. Die Tabelle beschreibt
- Was für ein Inhalt wird geposted? z.B. Packliste
- Wann im Jahr sollte dieser Inhalt gepostet werden? z.B. Die Packliste vor dem Lager
- Wann sollte der Inhalt produziert werden? z.B. Testimonials von den Teilnehmenden im Lager produzieren
- Wann publizieren: Zu welchem Zeitpunkt genau soll, der Inhalt publiziert werden? Entweder ein genauer Zeitpunkt, z.B. Information zum Anmeldestart am Tag vom Anmeldestart oder ein ungefährer Zeitraum z.B. Einblicke in das Lagerleben in der Woche des Camps
- Welcher Kanal wird verwendet für die Publikation? z.B. Instagram, Newsletter oder Website
- Welches Ziel wird mit dem Post verfolgt? z.B. Eine Social Story, um zu informieren, was die Teilnehmenden genau erwartet und dadurch die Zugänglichkeit zu fördern.
- Was gilt es sonst noch abzuklären vor dem Posten? z.B. haben alle Personen, die auf dem Post zu erkennen sind ihr Einverständnis gegeben?



Die Toolbox
Die Toolbox habe ich auf Wunsch des Vereins auf Figma erstellt. Ich habe Farben und eine Schrift definiert anhand des bereits vorhandenen Designs und habe mich dazu entschieden, den Pixel Art style beizubehalten.
Ich habe Content Templates erstellt, für verschieden Plattformen und Beitragsgrössen. Jedes Template hat eine Safe Zone, welche anzeigt, wo der Text sein soll für die Lesbarkeit auf den verschiedenen Plattformen um den Workflow möglichst einfach zu machen und eine hohe Qualität des Inhalts zu gewährleisten.
Und zum Schluss habe ich sehr lange Icons gezeichnet im Pixel Art style, welche sich in die Content Templates integrieren lassen, und so einen abwechslungsreichen Feed ermöglichen. Ich habe versucht, zu jedem Posting, welches ich geplant habe, mindestens ein Icon zu erstellen, damit Inhalt und Bild sinnvoll verbunden werden können.





(nsc)
Ich glaube ich habe eine gute Content Strategie erstellt, welche auch nachvollziehbar ist, für Menschen, die sich nicht täglich mit Social Media auseinandersetzten und digitale Kommunikation vielleicht eher als notwendiges Übel sehen.
Auch die Toolbox finde ich eigentlich sehr gelungen. Ich warte noch auf ein Feedback und bin gespannt, wie es schlussendlich im Feed wirkt aber bin guter Dinge, dass sie Intuitiv genug ist um einen stimmigen und konstanten Auftritt zu ermöglichen. Ich habe mir aber definitiv nicht die Einfachste aufgabe gestellt mit dem Pixel Art style. Ich habe zuvor noch nie in diesem Style gezeichnet, und es war mir wichtig für diese Arbeit keine KI zu verwenden. Dem entsprechend habe ich mir zwangsläufig einen neuen zeichenungsstill aneigenen müssen, was mich sehr sehr viel zeit gekostet hat, dafür verfüge ich nun über einen neuen Skill.