Ein Film des Theaterstückes «Pakuziwu»

Ich durfte das Theaterstück «Pakuziwu» filmisch begleiten. Das Stück wurde von einer Primarklasse aufgeführt und entstand im Rahmen eines besonderen Theaterlagers. Ziel meiner Arbeit war es, die Aufführung filmisch festzuhalten und die kreative Leistung der Kinder sichtbar zu machen.

Ich wurde angefragt, das Theaterstück filmisch zu dokumentieren, was für mich eine spannende Aufgabe darstellte. Besonders beeindruckend war, dass die Primarklasse das Stück selbst geschrieben und entwickelt hat. Während einer Lagerwoche arbeiteten die Kinder intensiv an ihrer Geschichte, ihren Rollen und der Inszenierung. Am Ende dieser Woche wurde das fertige Theaterstück aufgeführt.

Unterstützt wurde die Klasse vom Theaterprojekt FAHR.WERK.ö!. Dieses zieht von Frühling bis Herbst mit mehreren Theaterwagen und Traktoren durch die Deutschschweiz und ermöglicht jungen Menschen, gemeinsam mit professionellen Theaterschaffenden eigene Stücke zu entwickeln. Während dieser Zeit wohnen alle Beteiligten vor Ort in den Theaterwagen, was eine besondere Atmosphäre schafft und das Gemeinschaftsgefühl stärkt.

Auch im Theaterlager der Primarklasse lebten alle Teilnehmenden gemeinsam in den Wagen. Sie probten zusammen, kochten, assen, sangen und spielten miteinander. Dieser intensive Austausch förderte nicht nur die Kreativität, sondern auch den Zusammenhalt der Gruppe. Die Kinder lernten, in verschiedene Rollen zu schlüpfen, ihre Mitschülerinnen und Mitschüler von neuen Seiten kennenzulernen und sich selbst neu zu erfinden.

Was nach dieser Woche entstanden ist, könnt ihr hier sehen. Viel Spass beim ansehen 🙂

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(vha)

Dieses Projekt war für mich in vielerlei Hinsicht eine Premiere. Es war das erste Mal, dass ich alleine ein so grosses Filmprojekt umgesetzt habe – von der Planung über den Dreh bis hin zur Postproduktion. Dadurch trug ich die gesamte Verantwortung selbst, was sowohl herausfordernd als auch sehr lehrreich war. Ich musste viele Entscheidungen eigenständig treffen und lernte dabei, mit Unsicherheiten umzugehen und mich auf meine Fähigkeiten zu verlassen.

Präproduktion:
In der Präproduktion habe ich mich intensiv mit der Technik auseinandergesetzt. Da ich bei AVE bisher hauptsächlich für den Ton zuständig war, hatte ich nur wenig Erfahrung mit Filmkameras. Besonders die Sony Alpha 7 IV und die Sony Alpha 7 III waren für mich neu. Deshalb nahm ich mir bewusst einen ganzen Tag Zeit, um die Kameras zu testen, verschiedene Einstellungen auszuprobieren und viel zu filmen. Dieser Schritt war sehr wichtig für mich, da ich dadurch mehr Sicherheit gewann und am Drehtag weniger Angst hatte, etwas falsch einzustellen.

Beim Ton entschied ich mich für einen Audiorekorder von Zoom, den ich jeweils vor der Bühne platzierte. So konnte ich in der Postproduktion den Ton des Rekorders mit dem Kameraton synchronisieren. Diese Entscheidung war für mich logisch, da mir Ton vertrauter ist und ich hier auf meine bisherigen Erfahrungen zurückgreifen konnte.

Sehr hilfreich war auch, dass ich bei der Aufführung am Morgen bereits dabei sein konnte. Da das Theaterstück nicht an einem einzigen Ort, sondern an mehreren verschiedenen Spielplätzen auf dem Gelände stattfand, war es wichtig, den Ablauf zu kennen. Ich konnte mir im Voraus überlegen, wo ich meine fixe Kamera aufstelle und von wo aus ich mit der Handkamera am besten filme. Diese Vorbereitung gab mir viel Sicherheit und reduzierte den Stress am Abend erheblich.

 

Dreh:
Am Drehtag war ich etwa 1,5 Stunden vor Beginn auf dem Gelände. In dieser Zeit baute ich mein Kamerasetup auf und ging nochmals alle Spielorte ab. So konnte ich mir die Wege einprägen und meine Positionen festlegen.

Trotz der Vorbereitung gab es einige Herausforderungen. Da die Aufführung am Abend stattfand und die Sonne langsam unterging, hatte ich mit schwierigen Lichtverhältnissen zu kämpfen. Besonders in der ersten Szene sieht man, dass das Licht nicht ideal war. Zusätzlich gab es eine Szene in einem Keller, wo ich die Kameraeinstellungen spontan anpassen musste. Diese schnellen Umstellungen waren für mich stressig, da ich Angst hatte, etwas falsch einzustellen.

Auch die häufigen Platzwechsel waren herausfordernd. Ich musste mich schnell bewegen, neue Bildausschnitte finden und gleichzeitig darauf achten, nichts zu verpassen. In der Hektik passierte mir ein Fehler: Bei einer Szene war der Fokus der fixen Kamera falsch eingestellt. Das ärgerte mich sehr, zeigte mir aber auch, wie wichtig es ist, trotz Stress ruhig zu bleiben und die Einstellungen nochmals zu überprüfen.

 

Postproduktion:
Vor der Postproduktion hatte ich am meisten Angst. Ich schob den Schnitt immer wieder vor mir her, weil ich befürchtete, dass das Material schlecht sein könnte. Ich hatte Angst, dass ich mir viel Mühe gegeben hatte und am Ende enttäuscht sein würde. Anfang August nahm ich mir dann endlich den Mut zusammen und sichtete das Material – und war positiv überrascht. Es war nicht so schlimm wie befürchtet, sondern sogar ziemlich gut.

Was ich komplett unterschätzt hatte, war der Zeitaufwand. Ich war den ganzen August mit diesem Projekt beschäftigt. Allein das Durchschauen des Footage dauerte viel länger als gedacht. Da ich noch wenig Erfahrung mit grossen Schnittprojekten hatte, war ich oft unsicher, welche Szenen ich verwenden sollte und wie ich sie am besten zusammensetze.

Besonders schwierig war für mich das Synchronisieren der beiden Tonspuren. Ich hatte immer wieder Probleme, Bild und Ton exakt aufeinander abzustimmen, was viel Geduld erforderte.

Zusätzlich filmte ich in Log, weshalb ich mich intensiv mit Colorgrading auseinandersetzen musste. Dies war komplizierter als erwartet, da die Lichtverhältnisse während der Aufführung stark wechselten. Die Aufnahmen sahen dadurch sehr unterschiedlich aus, was es schwierig machte, einen einheitlichen Look zu erstellen.

 

Learnings:
Dieses Projekt war für mich ein sehr grosses Learning. Ich konnte unglaublich viel über das Filmen, die Technik und die Postproduktion lernen. Besonders wertvoll war, dass ich zwei neue Kameras kennenlernen durfte und lernte, mit ihnen selbstständig zu arbeiten.

Ich habe gelernt, wie wichtig eine gute Vorbereitung ist – sowohl technisch als auch organisatorisch. Gleichzeitig habe ich gemerkt, dass nicht immer alles perfekt laufen kann und dass Fehler Teil des Lernprozesses sind. Besonders stolz bin ich darauf, dass ich mich trotz meiner Zweifel der Postproduktion gestellt und das Projekt erfolgreich abgeschlossen habe.

Dieses Projekt hat mir gezeigt, dass ich auch grössere Produktionen alleine umsetzen kann, wenn ich mir genug Zeit nehme und an mich glaube.