Dokumentarisches Portrait

Dieses Kurzporträt begleitet Simon Inniger in seiner Rösterei in Frutigen und zeigt den Weg der Bohne vom Ursprung bis in die Tasse. Ein Film über Leidenschaft und die Kunst, das volle Potenzial eines Naturprodukts auszuschöpfen.

Die Idee hinter dem Film ist ganz simpel: Ich liebe Kaffee und wollte mich kameratechnisch und in der Postproduction mal so richtig austoben. Warum also nicht beides verbinden? Nach einer kurzen Anfrage bei Simon’s Kaffee Rösterei war das Interesse für ein Gründerporträt sofort da. Kurz darauf ging es auch schon ab nach Frutigen, um einen Tag lang die Rösterei visuell auf den Kopf zu stellen.

Vom lauten Handwerk zur Ruhe im Atelier

Der Film nimmt uns zuerst direkt mit in den eigentlichen Röstprozess in der Halle – dorthin, wo die Maschine läuft und das Handwerk im Zentrum steht. Dann der grosse visuelle Break: Ein Drohnenshot über die Bergkulisse von Frutigen fungiert als «Atempause» und macht den Locationwechsel zum Atelier klar. Im Atelier angekommen, schaltet der Film einen Gang zurück: Man hört das Zwitschern der Vögel als Ambience und wir begleiten Simon beim Kaffeemachen, was den Film perfekt abrundet.

Ein technischer Kaltstart

Die Produktion war geprägt von steilen Lernkurven. Zwischen dem ersten Gespräch und dem Drehtag lagen lediglich zehn Tage, ein echter Sprint. Da die schuleigenen Ausleihen kurzfristig belegt waren, musste ich das Equipment über private Netzwerke zusammensuchen. Technisch war das Projekt wie ein Sprung ins kalte Wasser: Neben dem Einsatz eines neuen Kamerasystems habe ich hier auch zum ersten Mal mit einer Drohne gearbeitet, um die nötige visuelle Weite zu erzeugen.

Die gesamte Postproduktion, von Schnitt über Sounddesign bis zum Color Grading, wurden von mir zum ersten Mal komplett in DaVinci Resolve umgesetzt. Ein wilder Sprint, der zwar Nerven gekostet, aber unfassbar viel Spass gemacht hat.

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Ein grosses Dankeschön an meine Mitstudierenden: Kaya Moser und Janik Honegger für die grossartige Unterstützung und Hilfe am Drehtag!

(mmi)

Rückblickend war dieses Projekt eine intensive Erfahrung in Sachen Spontaneität und technischer Adaption. Trotz der extrem kurzen Vorbereitungszeit von nur zehn Tagen konnte ich den mit Simon vereinbarten Zeitplan perfekt einhalten, es war eine wahre Punktlandung am Drehtag! Die kurzfristige Materialbeschaffung hat mir zudem gezeigt, wie wertvoll ein verlässliches Netzwerk im Studium ist. Die Zusammenarbeit mit Simon war extrem angenehm, was diesen speditiven Dreh überhaupt erst möglich gemacht hat.

Technisch gesehen war der Dreh ein Sprung ins kalte Wasser. Erstmals in Log zu filmen und das Material (von drei Kameras) im Anschluss gleich zu graden, war herausfordernd, besonders der Lichtausgleich zwischen dem Aussen- und Innenbereich erforderte viel Fingerspitzengefühl bei der Maskierung. Fokus-Fehler, oft bei schnellen Bewegungen, waren lehrreich: Neue Technik braucht auch bei Zeitdruck einen gewissen Vorlauf. Rückblickend wäre ein halber Tag Puffer extrem wertvoll gewesen, um technische Details, Slowmos oder durch Fokusprobleme «vermasselte» Shots nochmals gezielt neu aufzunehmen. Auch die Postproduktion war ein Prozess des Ausprobierens. Nach mehreren Entwürfen mit unterschiedlichen Storylines habe ich mich für die vorliegende entschieden, da sie den gesamten Prozess des Kaffeeröstens am stimmigsten und authentischsten abbildet. Dass ich einzelne Interview-Sequenzen streichen musste, weil sie sich aufgrund von Schnitten nicht nahtlos einfügten, war ärgerlich, hat mir aber den Wert einer präzisen Gesprächsführung verdeutlicht. Besonders stolz bin ich auf meine Drohnen-Premiere, auch wenn die Steuerung anfangs Überwindung kostete, die Aufnahmen verleihen dem Film die nötige Ruhe und räumliche Orientierung.

Dass ich einzelne Interview-Sequenzen streichen musste, weil sie sich aufgrund von Schnitten nicht nahtlos einfügten, war ärgerlich, hat mir aber den Wert einer präzisen Gesprächsführung verdeutlicht. Besonders stolz bin ich auf meine Drohnen-Premiere, auch wenn die Steuerung anfangs Überwindung kostete, verleihen diese Shots dem Film die nötige Ruhe und räumliche Orientierung.

Die Entscheidung, den gesamten Post-Prozess erstmals in DaVinci Resolve umzusetzen, hat sich ausgezahlt und mir ein völlig neues technisches Skillset eröffnet. Am Ende ist nicht nur der Kaffee gereift, sondern auch mein Verständnis für visuelles Storytelling