Digitale Freizeitmedien im frühen Primarschulalter
Ein lustiges Video bringt einem zum Lachen, ein Spiel sorgt für Frust und eine gruselige Figur lässt einen vielleicht auch dann nicht los, wenn der Bildschirm längst ausgeschaltet ist. Doch wie erleben Kinder digitale Medien eigentlich selbst und was hilft ihnen, wenn Bilder und Gedanken im Kopf bleiben?
Die Thesis
Digitale Medien gehören für Kinder längst zum Alltag. In meiner Bachelorarbeit «Digitale Freizeitmedien im frühen Primarschulalter» habe ich untersucht, wie Kinder ihre Erfahrungen mit Videos, Serien und digitalen Spielen beschreiben, welche Gefühle sie damit verbinden und wie sie mit belastenden Medienerlebnissen umgehen.
Dafür führte ich vier Fokusgruppen mit insgesamt 13 Kindern der 1. Klasse im Alter von sechs bis sieben Jahren sowie vier Interviews mit Lehrpersonen der 1. und 2. Klasse durch. Die Gespräche wurden anschliessend mittels qualitativer Inhaltsanalyse ausgewertet.
Die Ergebnisse zeigen: Medienerlebnisse können ganz unterschiedliche Gefühle auslösen. Die Kinder erzählten von Freude, Belustigung und Spannung, aber auch von Angst, Traurigkeit und Wut. Besonders belastende Bilder können über die eigentliche Nutzung hinaus nachwirken und beispielsweise beim Einschlafen oder in Form wiederkehrender Gedanken noch präsent sein. Als mögliche Bewältigungsstrategien nannten die Kinder unter anderem das Beenden oder Wechseln von Inhalten, Ablenkung, Beruhigung und das Suchen von Unterstützung bei vertrauten Personen.
Das Lehrprojekt
Aus diesen Erkenntnissen entstand mein illustriertes Kinderbuch «Die Welt hinter dem Bildschirm».
Im Mittelpunkt steht der sechsjährige Emanuel. Er liebt Videos, Serien und Spiele bis er plötzlich selbst in unterschiedliche Medienwelten eintaucht. Dort erlebt er, wie bunt, spannend, chaotisch oder auch unheimlich Medien sein können.
Die verschiedenen Welten greifen zentrale Ergebnisse meiner Thesis auf: Freude und Begeisterung, Überforderung, Angst und die Frage nach Realität und Fiktion sowie Frust beim digitalen Spielen.
Doch die Geschichte endet nicht mit dem Ausschalten des Bildschirms. Emanuel merkt, dass manche Bilder im Kopf bleiben und dass es helfen kann, darüber zu sprechen, sich Unterstützung zu holen oder sich mit etwas anderem zu beschäftigen. Ergänzende Reflexionsfragen für Kinder und kurze Elterntipps machen das Buch zu einem Gesprächsanlass für den Familienalltag und die Schule.
Hier findest du eine digitale Version von meinem Kinderbuch.