Die Darstellung von Migrant:innen im Schweizer Fernsehen

In meiner Bachelorthesis untersuchte ich die Darstellung von Migrant:innen im Schweizer Fernsehen, am Beispiel der SRF-Fernsehberichterstattung über das Flüchtlingscamp Moria im September 2020.

Am 9. September 2020 kam es zu einem Grossbrand im Aufnahmelager Moria auf der griechischen Insel Lesbos. Das Feuer zerstörte das Camp beinahe komplett und 12’500 Menschen waren plötzlich ohne Obdach und ohne Zugang zu Sanitäranlagen. Der Brand in Moria löste in Europa erneut eine Debatte über den Umgang mit flüchtenden Menschen aus und in den Medien wurde intensiv über die Migrationsthematik berichtet.

Da viele Menschen kaum Berührungspunkte mit geflüchteten Menschen haben und deren Situation auch schwer nachvollziehen können, tragen die Medien entscheidend dazu bei, wie Migrant:innen wahrgenommen werden. Umso wichtiger ist es folglich, sich mit der Medienberichterstattung über Menschen mit Migrationshintergrund auseinanderzusetzen und diese auch zu hinterfragen.

Das Ziel meiner Thesis war es aufzuzeigen, auf welche Art und Weise das SRF über das Flüchtlingscamp Moria berichtet und welche Rolle diverse Nachrichtenfaktoren bei der Fernsehberichterstattung spielen. Die Fragestellung wurde anhand einer qualitativen Studienanalyse und einer Fernsehnachrichtenanalyse von SRF-Nachrichtenbeiträgen beantwortet.

Es ergab sich, dass im Fernsehen oftmals eher negativ und häufig in einem politischen Zusammenhang über Menschen mit Migrationshintergrund berichtet wird. In den Beiträgen sind mit Abstand am meisten europäische Politiker:innen zu sehen und zu hören. Die Migrant:innen selbst wirken eher wie passive Objekte, da sie äusserst selten zu Wort kommen. Zudem werden Hintergründe zu Flucht und Migration von den Medien grösstenteils vernachlässigt.

Bitte akzeptiere die statistics, marketing Cookies um diesen Inhalt zu sehen.

Das normale Leben kommt

Als Lehrprojekt setzte ich zusammen mit David Marbach eine Kurzdokumentation über geflüchtete Frauen in der Schweiz um. Wir begleiteten die beiden Syrerinnen Meyada und Baeazi in ihrem Alltag und sie erzählten und von den Hürden im Schweizer Integrationsprozess und von ihrem Wunsch nach einem normalen Leben. Die beiden gelernten Lehrerinnen zeigen, wie es ist, als syrische Frau in der Schweiz zu leben und was es bedeutet, in einem fremden Land nochmal von vorne anzufangen.

Bitte akzeptiere die statistics, marketing Cookies um diesen Inhalt zu sehen.