Comedy vs. Horror

Aus einer Komödie einen Horrorfilm machen – das war unsere Idee. Mit einer Neuvertonung des Trailers von “17 Again – Back to High School” wollten wir die Grenzen des Audios austesten und herausfinden, wie wichtig der Ton im Film wirklich ist. 

Parodien von Horrorfilmen kennen wir alle. Aber kann man aus einer Komödie auch einen ernsthaften Horrorfilm machen? Unsere Antwort lautet nein. Zumindest nicht in Kombination mit der Schweizerdeutschen Sprache. 

Als erstes haben wir eine eigene Horror-Story erfunden, die zum Trailer passt. Um die Neuvertonung anzugehen, haben wir einen Szenenplan sowie einen Audioplan erstellt.

Im Verlauf der Postproduktion haben wir feststellen müssen, dass unser Vorhaben nicht nach unseren Vorstellungen umsetzbar ist. Deshalb haben wir das Projekt abgebrochen und nur den Beginn des Trailers neu vertont und herausgespielt. 

Obwohl unser Projekt gescheitert ist, haben wir eine neue Erkenntnis erlangt: Das Audio eines Filmes ist unglaublich wichtig und kann den Inhalt des Films massgeblich beeinflussen.

(dbo)

Ideen-Findung

Wir haben beide in diesem Semester in unterschiedlichen Minors die Wichtigkeit des Audios kennengelernt. Claudia hat im Minor “Make it sound” mit Garageband und Audition gearbeitet und viel experimentiert. Josephine hat in Minor Eventinszenierung ein Audio-Konzept für einen bestimmten Ort erstellt. Durch den Austausch unserer Minor-Inhalte sind wir auf die Idee gekommen, ein gemeinsames Digezz-Projekt zu starten, in dem wir die Grenzen des Audios austesten möchten. 

Zu Beginn wollten wir bekannte Filmszenen aus Titanic, Star Wars etc. neu vertonen, um eine lustige, schweizerdeutsche Parodie zu erstellen. Da es aber schon unzählige Parodien von diesen Filmszenen gibt, haben wir uns in einem zweiten Schritt vorgenommen, einen Horrorfilm durch eine Neuvertonung in eine Komödie umzuwandeln. Schlussendlich haben wir uns dann aber dazu entschieden, das Gegenteil zu versuchen und eine Komödie nur durch das Audio in einen Horrorfilm zu verwandeln. 

Herangehensweise

Als Ausgangslange haben wir den Trailer der Teeniekomödie “17 Again – Back to High School” genommen, welcher 1.48 Minuten dauert. Zuerst haben wir den Trailer mehrmals angeschaut und versucht, uns eine passende Horror-Story dazu auszudenken. Dieser Schritt stellte sich bereits als grosse Herausforderung dar, da die Szenen meist sehr fröhlich sind und viel gelacht wird. Ausserdem sind die Szenenwechsel sehr schnell und somit mussten wir uns eine Geschichte ausdenken, die mit allen Szenen kompatibel ist. Nachdem wir die Story aufgeschrieben hatten, mussten wir diese in Dialoge und Offstimme einbetten, sodass die Story aber immer noch verständlich rübergebracht werden kann. Dafür haben wir einen Szenenplan für den Trailer erstellt, in der jede Sekunde analysiert und aufgeteilt wurde. Im Szenenplan haben wir dann mit Zeitstempeln festgehalten, was passiert, welche Figuren vorkommen und ob ein Textinhalt benötigt wird. In einem separaten Audioplan haben wir durch  Zeitstempeln die Vertonung analysiert und uns notiert, welche Töne, Geräusche und Musik wir benötigen. 

Anschliessend haben wir begonnen, die Geräusche und die Gespräche aufzunehmen und zusammenzubauen. Da wir die Gespräche auf Schweizerdeutsch aufgenommen haben, mussten wir die Sätze viele Male einsprechen, da die Sprache deutlich langsamer und länger ist als die Englische Sprache. Zudem passen unsere zwei Frauenstimmen nicht zu den Filmszenen, da dort fast nur Männer sprechen. Das Zusammenspiel aus unglaubwürdiger Stimmlage und der ironisch klingenden Schweizerdeutschen Sprache hat uns schlussendlich dazu gezwungen, das Projekt abzubrechen. Wir haben es nicht geschafft, die Komödie in einen Horrorfilm umzuwandeln. Das Ergebnis wirkt wie eine Parodie und ist überhaupt nicht gruselig oder angsteinflössend. Das Jugendwort 2021 “cringe” beschreibt das Resultat unseres Projekts ziemlich gut. 

Fazit

Wenn man also einen Filmausschnitt neu vertonen möchte, ist die Sprache und auch deren Tonlage äusserst wichtig. Grundsätzlich ist es eine grosse Herausforderung, mit der Schweizerdeutschen Sprache eine unheimliche Geschichte zu erzählen, da die Sprache meist süss und unschuldig klingt. Wir können uns vorstellen, dass es einfacher wäre, eine Neuvertonung auf Schweizerdeutsch zu produzieren, wenn zumindest die Bilder aus einem bereits existierenden Horrorfilm stammen würden. Mit den Bildern einer Komödie ist dies jedoch nicht umsetzbar. Unser Projekt ist leider gescheitert, dafür haben wir viele neue Erkenntnisse im Bereich Audio erlangen können.