BLOOM – Ein Musikvideo-Dreh in alpiner Kulisse

Ein Wochenende, fünf Personen, ein Berggipfel und ein Musikvideo, der genau dort entstehen sollte, wo man kurz den Atem verliert. Bloom heisst der Track der deutschen Musiker LHK und Dondo, für den wir vergangenen Sommer ein Musikvideo in den Schweizer Bergen realisiert haben. Gedreht wurde dort, wo Ruhe, Weite und Natur den Ton angeben: im Arvenbüel oberhalb des Walensees im Kanton St. Gallen. Über uns summte leise eine Drohne, die später zu einem entscheidenden Moment des Drehs werden sollte.

Das Musikvideo entstand im Rahmen eines Studienprojekts meines Bruders, der Music Business am SAE Institute studiert und während seines Studiums ein eigenes Musiklabel (zwanzignulleins.music) gegründet hat. Die beiden Künstler studieren gemeinsam mit ihm, wodurch das Projekt aus einem engen kreativen Austausch heraus gewachsen ist. Ziel war es, dem Song eine visuelle Ebene zu geben, die seine Stimmung widerspiegelt und verstärkt – reduziert, atmosphärisch und nah an der Natur.

Für die Umsetzung reiste ein kleines Team aus Deutschland und der Schweiz zusammen. Insgesamt arbeiteten fünf Personen am Dreh: Mein Bruder übernahm Regie und Kamera, unterstützt von einem befreundeten Videografen. Einer der Musiker stand vor der Kamera. Ergänzt wurde das Team durch eine Kollegin des Musikers, die für Hair und Garderobe zuständig war und als zusätzliche Unterstützung fungierte. Ich selbst brachte einen Grossteil des technischen Equipments mit und war während des gesamten Drehs als Allrounderin am Set im Einsatz.

Gedreht wurde an einem Wochenende im Juli an verschiedenen Orten rund um das Arvenbüel, unter anderem auf dem Leistchamm, dem Hausberg der Region. Die alpine Umgebung war dabei nicht nur Kulisse, sondern ein zentrales Gestaltungselement des Videos. Licht, Landschaft und Bewegung sollten die ruhige Intensität des Songs widerspiegeln und ihm Raum geben, sich zu entfalten.

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(vha)

Herausforderungen

Eine der grössten Herausforderungen stellte der Dreh auf dem Leistchamm dar, dem Hausberg des Arvenbüels. Bereits um sechs Uhr morgens brach das Team Richtung Gipfel auf. Da nicht alle Beteiligten geübte Berggänger:innen waren, erwies sich der Aufstieg als körperlich anspruchsvoll. Trotz der Anstrengung erreichten schliesslich alle den Gipfel. Der Aufwand zahlte sich aus, denn die entstandenen Aufnahmen überzeugten durch ihre Weite und Bildstärke.

Ein weiterer stressiger Moment folgte ganz am Ende des Drehs: Die Drohne stürzte mehrere hundert Meter in die Tiefe. Zunächst gingen wir davon aus, dass sämtliches Filmmaterial verloren war. Mein Bruder entschied sich jedoch dagegen, die Drohne aufzugeben. Einige Tage später gelang es ihm gemeinsam mit einem Kollegen, die Drohne in einem aufwendigen und nicht ungefährlichen Aufstieg wiederzufinden. Entgegen aller Erwartungen waren sämtliche Aufnahmen noch vorhanden.

Auch der Dreh am Vorabend stellte uns vor Herausforderungen. In einem Waldstück arbeiteten wir unter starkem Zeitdruck, da wir das letzte, warme Sonnenlicht optimal nutzen wollten. Dies erforderte schnelle Entscheidungen und ein hohes Mass an Konzentration.

Postproduktion

An der Postproduktion war ich nicht mehr beteiligt. Diese übernahm mein Bruder vollständig selbst. Besonders herausfordernd waren dabei der Schnitt sowie das Colorgrading, da er erstmals ein Projekt dieser Grössenordnung umsetzte. Der gesamte Postproduktionsprozess bedeutete für ihn eine intensive Lernphase, in der er sowohl technisch als auch gestalterisch neue Erfahrungen sammelte.

Learnings und Fazit

Für mich persönlich war das Projekt in vielerlei Hinsicht lehrreich. Es war mein erster Einblick in einen Musikvideo-Dreh dieser Art, insbesondere in einer alpinen Umgebung. Ich lernte, wie wichtig klare Kommunikation und Flexibilität in einem kleinen Team sind, vor allem wenn man die meisten Beteiligten zuvor kaum kannte.

Besonders wertvoll war die Zusammenarbeit mit meinem Bruder. Obwohl wir uns beruflich in ähnlichen Bereichen bewegen, hatten wir zuvor noch nie gemeinsam an einem Projekt gearbeitet. Der kreative Austausch und das gegenseitige Vertrauen empfand ich als sehr bereichernd.

Nicht zuletzt nahm ich aus diesem Projekt mit, wie wichtig es ist, auch in stressigen Situationen einen kühlen Kopf zu bewahren. Der Drohnenabsturz war ein Moment, der schnell hätte eskalieren können, letztlich aber zeigte, wie viel mit Ruhe, Ausdauer und Teamarbeit möglich ist.

Insgesamt war Bloom für mich ein intensives, herausforderndes und zugleich sehr positives Projekt, das mir neue Perspektiven auf audiovisuelle Produktionen und Zusammenarbeit eröffnet hat.