Bänz Getränke – Ein Produktvideo

Produktvideos sind nichts Neues. Man begegnet ihnen überall – sei es im TV oder auf Social Media. Die Produktion von einem professionellem Produktvideo kann für kleinere Unternehmen und Startups sehr teuer sein. Aus diesem Grund haben wir einen Weg gesucht, wie man mit einem bescheidenem Setup einen solchen Spot drehen kann.

«Mehr ist weniger!» – naja nicht immer. Vor allem in der Werbebranche kann teures Equipment wie zum Beispiel ein Roboterarm oder ein professionelles Studio ein Produkt hochwertiger aussehen lassen als es eigentlich ist. Jedoch sind solche Produktionen für Kleinunternehmen mehrheitlich nicht finanzierbar. Also muss es irgendwie anders gehen, denn auch lokale Verkäufer haben es sich verdient ihr Produkt vorzustellen.

Aufgrund der Corona-Pandemie wollten wir ein lokales Getränke-Unternehmen aus der Region Bern unterstützen. Bei der Recherche achteten wir darauf, dass das Getränk aus einer Fruchtsorte besteht, da man mit Früchten abwechslungsreiche Inszenierungen durchführen kann. Nebst dem durchforsteten wir die Social Media Seiten verschiedener Getränke Unternehmen, um zu sehen, wie professionell ihr Online-Auftritt ist. Da «Bänz» ein regionales Unternehmen aus der Stadt Bern ist und noch sie keine professionellen Inhalte auf ihrer Social Media Seite publiziert haben, nahmen wir mit ihnen Kontakt auf. 

Daraus entstand folgendes Video:

Anbei noch einige Impressionen von den Dreharbeiten (und unser bescheidenes Setup):

Behind the Scenes – Bänz Produktvideo

Mehr Informationen und Learnings zu unserem Projekt findest du unter Kritik.

(ash)

Idee
Für unser Videoprojekt haben wir uns von Daniel Schiffer’s Produkt-Videos inspirieren lassen und konnten in seinen ‘Behind the Scenes’ Videos einige Tipps abholen.

Pre-Production
Für eine produktive Zusammenarbeit in der Pre-Production haben wir auf der Website miro.com gearbeitet. Darauf teilten wir als erstes unsere Ideen und Inspirationsquellen, damit beide die gleichen Projekt-Vorstellungen hatten. Nach dem es klar war, in welche Richtung wir gehen wollten, haben wir auf mir0.com Materiallisten, Shotslists und Moodboards erstellt. Speziell bei diesem Projekt war, dass kein Storyboard nötig war. Denn wir glaubten daran, dass wir nur anhand einer Shot-Liste die benötigten Szenen filmen konnten. Wir waren sogar froh über diese Entscheidung, da wir dadurch die grösstmögliche kreative Freiheit hatten bei der Videobearbeitung.

Dreharbeiten: Equipment
Für die Dreharbeiten haben wir unser eigenes Equipment benutzt und mussten deshalb bei einigen Inszenierungen improvisieren. Da wir kein Fotostudio-Set hatten mit einem richtigen Fotohintergrund, nutzten wir einen schwarzen Bettbezug als Hintergrund.

Eventuell wäre das Endresultat besser, wenn wir mit einem Makro Obektiv (z. B. von Laowa) gearbeitet hätten. Eine Slow Motion Kamera wäre ebenfalls spannend gewesen, vor allem bei den Szenen, wo die Flüssigkeit in Bewegung war. Mit unseren privaten Kameras waren wir mit 100 fps ein wenig eingeschränkt.

Daraus haben wir gelernt, dass ein professionelles Video mit wenig Equipment eigentlich umsetzbar ist. Jedoch würden einige Details das Video vervollständigen.

Dreharbeiten: Schwierigkeiten & Learnings
Die grösste Schwierigkeit am Set war, das Glas der Bänz Flaschen. Anders bei einer matten Dose, sah man bei den Bänz Flaschen die Reflektion. Beispielsweise erzeugten die Softboxen weisse Linien auf den Flaschen. Diese konnten wir während den Dreharbeiten nicht komplett eliminieren. Jedoch haben wir die Reflexionen beim Umpositionieren der Lichter minimiert.

Nach den Dreharbeiten haben wir recherchiert, wie man Reflexionen bei einem Shooting vermeiden kann. Gemäss Google können unerwünschte Reflexionen mit einem Polarisationsfilter unterdrückt werden.

Videobearbeitung
Beim Schneiden des Videos ist uns wieder Mal aufgefallen, dass kleine Änderungen am Rohmaterial schon sehr viel bewirken können. Wir haben oftmals mit Maskierungen gearbeitet, um mehrere Rohaufnahmen zu kombinieren. Ausserdem konnten wir anhand von künstlichen Zoom-Ins und -Outs sowie Rotationen (anhand von Keyframes) unsere statischen Aufnahmen dynamischer gestalten.

Sound Design & Color Grading
Die Challenge beim Color Grading waren die verschiedenen Beleuchtungsstärken sowie Temperaturunterschiede der einzelnen Clips. Wie gewohnt habe ich alle Clips farblich korrigiert und anschließend mit den Farben gespielt. Mein Ziel war es das flüssige Gold der Flasche in den Vordergrund zu rücken. Wie erwähnt waren nicht alle Clips gleich beleuchtet, trotz vorgängiger Korrekturen war es schwierig mein geschaffenes LUT durchzuziehen und das kohärent. Aber verglichen mit dem Rohmaterial lässt sich das Endresultat schon sehen.

Ich habe mich mit Freuden der Aufgabe des Sound-Designs angenommen und bei der Realisaton relativ schnell bereut. Ich habe bereits für kurze Filmsequenzen Sound design machen dürfen und bin aufgrund dessen davon ausgegangen, dass sich dieses nicht groß von einem Werbespot Sound design unterscheidet. Ich habe dann mit dem Vertonen angefangen und habe festgestellt, dass es viele Sounds, welche es vielleicht in einem Film benötigt, im Spot gar nicht so relevant sind. Aufgrund dessen habe ich dann angefangen meine Darlings zu killen und immer mehr aus dem Design rausgestrichen. Bis schlussendlich nur noch ein bisschen Eis klimpern und Getränke rauschen zu hören war.

Fazit
Nächstes Mal würden wir sicherlich mit einem Polarisationsfilter, einer Makro-Lens und eventuell mit einer Slow-Motion Kamera arbeiten, um die Aufnahmen zu optimieren. Jedoch sind wir generell sehr zufrieden mit dem Endresultat.