Wege zurück: Essstörungs-Recovery zwischen Instagram und persönlichen Stimmen
Wie wird Essstörungs-Recovery erzählt – und was passiert, wenn diese Erzählungen sichtbar, kommentiert und hörbar werden? Meine Bachelorarbeit und mein Lehrprojekt nähern sich dieser Frage aus zwei unterschiedlichen Perspektiven: analytisch über Instagram und erzählerisch über persönliche Stimmen.
In meiner Bachelorthesis habe ich untersucht, wie Essstörungen und Recovery auf ausgewählten Instagram-Accounts sprachlich, visuell und auditiv dargestellt werden, welche Tonalitäten die Kommentarbereiche prägen und wie diese beiden Ebenen zusammenhängen. Dafür analysierte ich 60 Beiträge und 983 Hauptkommentare von vier Recovery-orientierten Accounts. Die Ergebnisse zeigen, dass Recovery auf Instagram weder eindeutig unterstützend noch eindeutig riskant ist, sondern als ambivalenter Raum erscheint: geprägt von Selbstoffenbarung, Bestärkung, Körper- und Essensbezug, gesellschaftlicher Kritik und teilweise auch Widerspruch.
Im dazugehörigen Lehrprojekt habe ich diesen medial vermittelten Blick durch ein mehrteiliges Audio-Feature ergänzt, das von einer Broschüre begleitet wird. Unter dem Titel Von der Essstörung zurück ins Leben erzählen drei Frauen von ihrer Erkrankung, ihrem Alltag und ihrem persönlichen Weg in Richtung Genesung. Eine Fachperson ordnet einzelne Aspekte aus Sicht von Beratung und Prävention ein. Entstanden ist ein Projekt, das Recovery nicht als geradlinigen Prozess darstellt, sondern als etwas Individuelles – mit Brüchen, Unsicherheiten, Rückschritten und Momenten von Normalität.
Die letzte Folge kann hier gehört werden; die beiden anderen Folgen sind auf Anfrage verfügbar.