Filmclub.mmp4
Was ist .mmp4?
Wir sind fünf euphorische Filmeschauer*innen aus der Klasse mmp24b. Durch unsere tiefgründigen Diskussionen über Filme – besonders wenn sich unsere Meinungen unterscheiden – entstand letztes Semester die Idee einen MMP Filmclub zu gründen, da wir uns sicher waren, dass in unserem Studiengang noch weitere filmbegeisterte Menschen zu finden sind. Schliesslich wird in unserem Studium auch oft das Thema Film behandelt und viele Dozierende reden von Filmen die man unbedingt gesehen haben muss.
Also testeten wir letztes Semester das Wasser mit einem Pilotprojekt, wo wir einen einzelnen Filmabend des Films “Lady Bird” durchführten, kombiniert mit Deko, Apéro und Diskussionsrunde. Als Marketing setzen wir im H8 eine Plakatkampagne durch und erstellten eine Website.
Das Event war ein Erfolg und es hat sich gezeigt: Das Interesse für unsere Idee ist vorhanden. Also setzten wir uns ein Ziel, dieses Projekt in diesem Semester fortzusetzen, darauf aufzubauen und den Rahmen zu vergrössern. Neu wollten wir öfter Filmabende organisieren, ungefähr in jedem Monat des Semesters einen. Schliesslich wurden also drei Filmabende festgelegt und die Planung konnte beginnen.
Die Planung
Schon vor dem Semesterbeginn entschieden wir uns für das Filmprogramm des Semesters. Für die Filmauswahl war es uns wichtig, Filme aus verschiedenen Ländern und Kulturen auszusuchen. Auch die Abklärung, wann die Filmabende stattfinden würden, wurde im Voraus geplant. Damit wir die Filmabende durchführen konnten, mussten wir eine spezielle Genehmigung bei der BFH einreichen. Dies gelang uns jedoch problemlos, da wir im letzten Semester bereits ein Pilot-Event durchgeführt hatten. Anschliessend teilten wir uns Rollen auf: Moderation, Design, Kommunikation und Organisation. Uns war bei der Aufteilung wichtig, dass die Rollen rotierend belegt wurden, damit jeder alles einmal ausprobieren konnte.
Die Plakate
Für jeden Filmabend wurde ein Plakat in Photoshop oder InDesign gestaltet. Ziel war es, die Stimmung des Films visuell einzufangen und gleichzeitig die wichtigsten Informationen zum Event zu vermitteln. Zusätzlich enthielt jedes Plakat einen QR-Code, der zur eigens programmierten Website führte.
Neben den Plakaten zur Bewerbung der einzelnen Filme wurde auch ein Übersichtsplakat für das gesamte Semester gestaltet. Dieses enthielt zu jedem Film einen kurzen Teasertext sowie weitere Informationen wie den Namen der Regie und weitere Rahmendaten.
Je nach verfügbarer Zeit und Motivation entstanden mehrere Plakatvarianten. Innerhalb der Gruppe wurde anschliessend ein Voting durchgeführt, bei dem jede Person zwei Stimmen vergeben konnte. Das Plakat mit den meisten Stimmen wurde für die Bewerbung des jeweiligen Events ausgewählt.
Der Druck der Plakate erfolgte durch Stella in der Druckerei der Reitschule. Rund eine Woche vor dem Filmabend wurden sie im H8 aufgehängt.











Die Webseite
Auch die Webseite hat für dieses Semester ein Upgrade erhalten. Neu landet man auf einer Startseite, die wie das neue Programm-Plakat eine Übersicht über alle geplanten Filmabende des Semester zeigt. Von dort aus kann man sich direkt die Daten in den eigenen Kalender speichern oder auf die einzelnen Unterseiten navigieren, die genauere Infos zum jeweiligen Film beinhalten. Die Programm-Startseite sowie die Unterseiten zu den drei Filmen orientieren sich visuell immer an den Plakaten, die wir erstellt haben. Im Menu ist neu auch eine Archiv-Seite zu finden, wo die Unterseiten zu vergangenen Filmabenden festgehalten werden können.




Die Filmabende
Vor jedem Filmabend teilten wir uns in kleine Gruppen auf. Zwei Personen übernahmen den Einkauf. Die grösste Herausforderung bestand dabei darin, die Anzahl der Teilnehmenden möglichst genau einzuschätzen, um die benötigten Mengen an Snacks und Getränken zu bestimmen.
Eine weitere Gruppe bereitete das Zimmer 140 vor, indem Tische und Stühle umgestellt und eine geeignete Sitzordnung geschaffen wurden. Zudem wurde der Raum passend zum jeweiligen Film dekoriert und eingerichtet. Alle Gruppenmitglieder beteiligten sich an der Organisation des Dekorationsmaterials.
Dabei machten wir uns Gedanken darüber, welche Motive und Symbole für den jeweiligen Film besonders prägend sind. Die Dekoration orientierte sich deshalb an zentralen Elementen der Handlung oder Bildsprache. Für “Get Out” wurde der Raum beispielsweise mit zahlreichen Tassen dekoriert, die auf ein wichtiges Motiv des Films anspielten. Für “Memories of Murder” organisierten wir eine Wäscheleine mit roten Kleidungsstücken sowie Regenschirme, um die Atmosphäre des Films aufzugreifen. Bei “The Boy and the Heron” schmückten wir den Raum mit Vogelmotiven und verschiedenen Fanartikeln aus dem Umfeld von Studio Ghibli. Dadurch entstand für jeden Filmabend eine individuelle Umgebung, die die Besucher*innen bereits vor Beginn der Vorführung auf die jeweilige Filmwelt einstimmte.
Nach dem Einkauf wurde die Küche aufgeräumt und gereinigt sowie der Apéro vorbereitet. Zwei weitere Personen führten Soundchecks durch und stellten sicher, dass die Filmvorführung technisch einwandfrei funktionierte.
Um 18:00 Uhr trafen die Besucher*innen ein. In der Küche konnten sie sich eine kleine Schale mit Snacks zusammenstellen und ein Getränk holen. Um 18:15 Uhr begann jeweils die Filmvorführung. Die für die Diskussionsrunde verantwortlichen Personen eröffneten den Abend mit einer kurzen Einführung, in der zentrale Informationen zum Film präsentiert wurden.
Nach der ersten Hälfte des Films gab es eine kurze Pause, die Gelegenheit bot, weitere Snacks zu holen und sich auszutauschen. Nach dem Film folgte eine weitere kurze Unterbrechung, während der das Zimmer umgestellt und ein Stuhlkreis gebildet wurde.
Anschliessend fand eine freiwillige Diskussionsrunde statt. Dabei wurden Fragen zum Film sowie zu ausgewählten Szenen gestellt und gemeinsam diskutiert. Die Moderierenden ergänzten die Diskussion mit Erkenntnissen aus ihrer Recherche und lieferten zusätzliche Hintergrundinformationen sowie mögliche Interpretationsansätze. Dadurch konnten die Teilnehmenden den Film aus verschiedenen Perspektiven reflektieren und vertiefen.
Nach der Diskussionsrunde war der Filmabend offiziell beendet. Abschliessend wurden die Dekoration versorgt, das Zimmer wieder in seinen ursprünglichen Zustand zurückversetzt und die Küche aufgeräumt.









Die Diskussionsrunden
Diskussionsrunden wurden jeweils pro Abend von zwei Moderator*innen geleitet. Diese informierten sich tiefgreifend über den jeweiligen Film. Dadurch konnten wichtige Informationen, wie zusätzlicher Kontext und Fun Facts, in die Diskussionen eingebunden werden. In den Diskussionsrunden wurden Fragen in die Runde gestellt, um persönliche Meinungen, Interpretationen und Gefühle zu besprechen. Unter anderem konnten Teilnehmer*innen den geschauten Film mit einem Wort beschreiben und am Ende der Diskussionsrunde eine persönliche Bewertung abgeben.
(mbi)
Inhaltlich haben wir unser Ziel erreicht: Wir wollten uns mit dem Filmclub über den Film weiterbilden: Durch die Recherchen und Diskussionsrunden sowie das eigentliche Schauen haben wir ein sehr tiefgreifendes Verständnis zu den gezeigten Filmen gebildet. Zusätzlich dazu haben wir in den Diskussionsrunden gelernt, unsere eigene Kritik und Viewpoints zu formulieren. In den Diskussionsrunden haben sich alle getraut etwas zu sagen und die Wortmeldungen hatten eine Differenziertheit, die uns wirklich erfreute. Durch die Recherchen welche im Voraus für jeden Film gemacht wurden, und die vorbereiteten Fragen erreichte der Austausch auch eine Tiefe, welche kein Video Essay schauen später auf YouTube hätte erreichen können. Dies war für uns auch fast jeweils das grösste Highlight der Abende.
Mit der Zeit spielten wir uns als Team so gut ein, dass die Abende sehr routiniert und effizient vorbereitet wurden und immer weniger Absprachen nötig waren.
Trotzdem gibt es Dinge, die wir eindeutig besser definieren könnten und sollten fürs nächste Semester: Dazu gehört beispielsweise, dass wir das Ätmli des Dokumentieren einführen. Das Fotografieren des eigentlichen Abends rutschte immer wieder in den Hintergrund.
Zusätzlich dazu haben wir uns selbst etwas Stress verursacht dadurch, dass wir unsere Aufgaben nicht genügend im Voraus definiert haben: Im nächsten Semester wollen wir von Anfang an definieren wer für welchen Film die Plakate gestaltet, wer die Recherche für die Diskussion macht und wer sich um die Dekoration kümmert.
Etwas, das uns mehrmals rückgemeldet wurde, war der Wochentag unserer Filmabende. Jeder unserer Screenings wurde an einem Donnerstag durchgeführt. Oft waren dann jedoch viele unserer Komilton*innen bereits weg. Was wir zusätzlich als Erklärung für die eher geringe Besucher*innenanzahl unserer Screenings verstehen, ist die Genre Auswahl der Filme. Der erste Film “Get Out” war ein Horrorfilm, was viele abschreckte. Der zweite “Memories of Murder» war ebenfalls ein Thriller mit brutalen Szenen und “The Boy and the Heron” thematisierte den Verlust eines Elternteils im Krieg. Für nächstes Semester wollen wir immerhin diesen Aspekt sicher mit einbeziehen in die Diskussion über die Filmauswahl. Wir wollen immer noch ein Filmclub bleiben, der sich, unabhängig von der Anzahl des Publikums, mit dem Film weiterbildet. Doch ganz ohne Menschen schiesst er auch am Ziel vorbei.
Dazu haben wir verschiedene mögliche Lösungen besprochen:
- Wir möchten vermehrt auf Social Media auf .mmp4 aufmerksam machen.
- Der Wochentag sollte auf den Dienstag verlegt werden.
- Wir möchten das Marketing unseres Filmclubs noch “aggressiver” durchführen.
- Wir wollen klare Deadlines für Plakatgestaltung und Website-Fertigstellung definieren, um das Marketing frühzeitig durchzuführen.
- Alles kleines “Goodie” für die Besucher*innen möchten wir Kinotickets/Stickers gestalten, welche die Menschen dann auch mit nach Hause nehmen können. So ala Panini Bildli.
Weiter wollen wir unsere Film-Diskussionsrunden in gewisser Form schriftlich festhalten. Da dies auch für Aussenstehende spannend sein könnte, und auch um es später wieder nachlesen zu können. Trotzdem soll die Runde möglichst niederschwellig bleiben und das Verschriftlichen und Veröffentlichen von Meinungen über Filme könnte abschreckend sein. Deshalb haben wir uns entschieden, nächstes Semester eine Mischform auszuprobieren.
Wir wollen:
- Zettel verteilen auf denen die Besucher*innen ihr Rating des Films (1-10) aufschreiben, sowie einen Satz formulieren dazu, wie sie sich direkt nach dem Film gefühlt haben.
- Für jeden Abend möchten wir danach einen kurzen “Artikel” schreiben, welche die ganze Diskussionsrunde kurz zusammenfasst, ohne die Wortbeiträge namentlich an Personen zu knüpfen.
- Obwohl die Diskussionsrunde immer spannend dauerte sie oft wahrscheinlich länger als was sich unsere Besucher*innen vorgestellt hatten. Wir versuchen nächstes Semester ein Zeitlimit einzuführen, sodass der Abend nicht zu spät endet.
Zum Schluss kann gesagt werden, dass wir nicht nur den Filmclub ein drittes Semester weiterführen wollen, sondern auch sogar ausbauen möchten. Als Team sind wir immer wie eingespielter und wir hoffen darauf, dass nach dem Sommer zusammen mit den Neuen 1. Semester Studierenden eine neue Welle Filmbegeisterte Besucher*innen kommen wird.