Zwischen 16 und meinen zukünftigen Kindern

«mit 16ni hani nie welle da sie woni jetzt bin»

…das ist der Anfang eines meiner neuen Videos auf @vr.timi. Zusammen mit einem zweiten Video, das ich eines Tages meinen zukünftigen Kindern zeigen will, bildet es den Kern meiner Arbeit auf meinem persönlichen Account in diesem Semester. Der Fokus: ein verfeinerter Stil in Bild und Ton.

@vr.timi ist mein persönlicher Creator-Account. Ich versuche, Momente und Gedanken festzuhalten, die mich gerade beschäftigen. Die zwei Videos, die in diesem Semester entstanden sind, kreisen beide um Zeit: das erste schaut zurück, das zweite vorwärts.

Im ersten Video reflektiere ich über mein 16-jähriges Ich. Damals dachte ich, ich sei in meinem heutigen Alter längst verheiratet, hätte Kinder und sei jobtechnisch voll im Sattel. Heute sieht alles anders aus und ehrlich gesagt schätze ich es so, wie es gekommen ist, mehr denn je. Das Video baut auf einem Voiceover mit eingewobenem Telefongespräch auf, in dem mich ein Freund fragt: «Aber das ist doch das, was du dir immer gewünscht hast?»

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Das zweite Video ist mit meiner Freundin entstanden. Wir waren wandern und haben alles mit einer alten Handycam gefilmt, um den nostalgischen Look zu bekommen. Inhaltlich geht es um eine andere Zeitebene: was ich eines Tages meinen Kindern zeigen wollen würde. Ich hätte selbst gern Videos von meinen Eltern gesehen, als sie noch jung waren. Wie sie miteinander umgingen und welche Persönlichkeit sie damals hatten. Das Video ist ein Versuch, genau diese Lücke für meine zukünftige Familie zu schliessen.

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Technisch habe ich an mehreren Stellen verfeinert. Statt Sprachmemos auf dem Handy habe ich die Voiceover-Spuren im Studio an der Schule aufgenommen und beim Mischen von VO und Musik mit dem Wissen aus den Audiomodulen gearbeitet.

Visuell habe ich verschiedene Kameras gemischt: die FX3 für die Top-Qualität und eine alte Handycam für die nostalgischen Stellen. Beim zweiten Video habe ich zusätzlich mit dem Bildverhältnis gespielt und es im 4:3 gehalten.

Die Motivation hinter dieser Verfeinerung ist nicht nur persönlich. Über @vr.timi habe ich bereits einige Aufträge bekommen. Meine Theorie: Je besser die Qualität und je breiter mein Band an Looks desto klarer wird mein persönlicher Stil und desto mehr potenzielle Aufträge können daraus entstehen.

(mmi)

Wenn ich die zwei Videos nebeneinander stelle, fällt vor allem eines auf: die Diskrepanz auf TikTok. Während das Video mit meiner Freundin sehr gut funktioniert hat, hat das Video über mein 16-jähriges Ich klar unterperformt.

Mein Verdacht: Der Hook war nicht stark genug. Möglich ist auch, dass dieser introspektive Stil etwas ist, das meine Community in dieser Form schon häufig von mir gesehen hat. Auf Instagram, wo das Publikum mich etwas anders konsumiert, sind beide Videos vergleichbar angekommen. Das zeigt, wie unterschiedlich die zwei Plattformen funktionieren, auch wenn der Inhalt derselbe ist.

Bei der Audio-Verfeinerung im Studio musste ich am Anfang etwas suchen. Ich habe das Recording gemacht, bevor uns das Setup im Unterricht offiziell gezeigt wurde, also habe ich mit Hilfe eines Mitstudenten den Workflow selbst herausgefunden. Mit dem Endergebnis bin ich sehr zufrieden.

Was ich ehrlich sagen muss: Ich bin nicht überzeugt, dass sich dieser Aufwand für jedes Reel lohnt. Für manche Videos reicht es völlig, sie mit dem Handy unter einer Decke aufzunehmen. Die Frage ist nicht, ob das Studio besser ist (klar, ist es). Die Frage ist, wann der Mehraufwand den Mehrwert tatsächlich rechtfertigt. Das ist eine Abwägung, die ich beim nächsten Mal früher treffen will.

Für die nächsten Videos habe ich zwei Sachen im Kopf. Erstens: die beiden Medien mischen, also Handycam und Digitalkamera innerhalb eines Videos kombinieren statt sie nur getrennt einzusetzen. Zweitens: einmal direkt in die Kamera reden. Das habe ich auf @vr.timi noch nie gemacht und es könnte eine neue Ebene in der Bandbreite meiner Videos aufmachen.