Der Start meiner Wedding Film Brand

HËRZ ist meine neue Wedding Film Brand. Analog, emotional und mit ein bisschen Film-Touch statt klassischer Hochzeitsvideografie. Dieses Semester habe ich sie von Grund auf aufgebaut: Logo, Visual Identity, Instagram-Launch via Collab-Post mit meinem persönlichen Account @vr.timi und ein erstes Video als Portfolio-Stück.

Anfangs Semester schreibt mir eine Frau auf Instagram, die mir schon länger folgt. Sie heiratet bald und fragt, ob ich auch Hochzeitsvideos mache. Sie wolle ein Video, das so aussieht wie meine Reels: persönlich, authentisch und vor allem nicht perfekt. Es sollte alles sein ausser Kitschig.

Bis dahin hatte ich nie ernsthaft darüber nachgedacht, Hochzeiten zu filmen, und ehrlich gesagt war es auch nie mein Ziel.

Ich komme aus dem Kosovo. Hochzeitsvideos bei uns sind etwa drei Stunden lang. Die Kamera läuft mit, während die Leute tanzen und essen, ohne Storyline, ohne dramaturgischen Bogen, ohne etwas Persönliches. Als Zuschauer wartet man eigentlich nur darauf, sich selbst für drei Sekunden zu sehen. Danach ist die Spannung auch schon wieder weg.

Die typischen Schweizer Hochzeitsvideos, die ich kenne, sind das andere Extrem: zehnminütige Slow-Motion-Best-ofs, ultra kitschig, oft inhaltsleer. Auch das gefällt mir null.

Mein Ziel mit HËRZ ist ein Hochzeitsfilm, den man auch dann gerne anschaut, wenn man das Paar nicht kennt. Einer, der eine Geschichte erzählt. Dafür arbeite ich mit Interviews, die ich vorab mit dem Paar führe. Ich treffe mich vorab mit ihnen, und zwar nicht, um über die Hochzeit zu reden, sondern um schon etwas zu filmen.

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Ich will herausfinden, wie das Paar zueinander steht und was ihre Insider sind und welche ganz persönlichen Ticks sie haben. Aus diesen Gesprächen und dem Material vom Treffen und vom Hochzeitstag versuche ich, einen roten Faden zu finden und die Geschichte der beiden authentisch zu erzählen.

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Konkret bedeutete das in diesem Projekt: Logo und Visual Identity für HËRZ entwickeln, der Instagram-Launch über einen Collab-Post mit meinem persönlichen Account @vr.timi und das erste Video drehen und schneiden. Daneben entsteht ein Wedding Deck nach Vorbild von Plus Two Films, das ich in Kundengesprächen einsetzen kann.

Beispiel wie es aussehen kann wenn man dem Brautpaar zeigt, wie man was filmen könnte.

Teil der Planung.

Gedreht wird mit Sony FX3, Handycam, Mini DV und Hi8 für den analog-cineastischen, zeitlosen Look, der HËRZ ausmacht.

(mmi)

Den Aufwand habe ich an verschiedenen Stellen deutlich unterschätzt.

Was schnell ging, war die Namensfindung. HËRZ leitet sich vom albanischen Wort «Zemër» (Herz) ab. Ich wollte etwas, das man in der Schweiz direkt versteht und gleichzeitig durch das «Ë» aus dem Albanischen einen visuellen Touch bekommt. Im deutschen Wort «Herz» steht an zweiter Stelle ohnehin ein E, es passt. Diese Überlegung kam überraschend schnell.

Schwieriger war alles, was danach kam.

Die Planung einer Hochzeit zu strukturieren, welches Equipment für Bild und Ton ich an dem einen Tag wirklich brauche, was als Backup, wie ich die Drehs vorbereite, dass dauert deutlich länger als gedacht. Ich verliere mich immer wieder in Details und habe Mühe, den Überblick zu behalten. Da die erste echte Hochzeit erst am 4. Juli stattfindet, stecke ich aktuell noch mitten in der Planung.

Das erste Video, das demnächst auf dem HËRZ-Kanal online sein wird, ist deshalb kein vollständiges Hochzeitsvideo, sondern ein einminütiges Reel aus Pre-Wedding-Material. Ich habe mich mit einem Brautpaar bereits getroffen, sehr schönes Bildmaterial gesammelt und ein gutes Interview geführt, das ich später als Voiceover einsetzen werde. Aus diesem Material ist das Reel entstanden, als erste Visitenkarte und Werbung für meine Brand.

Beim Schnitt kam eine Challenge auf, mit der ich nicht gerechnet hatte: Wenn eine Person im Interview gute Sachen erzählt und der anderen kaum etwas zu ergänzen bleibt, wird es schwierig, beide gleichwertig unterzubringen. Lesson learnt für die Zukunft: Interviews separat und einzeln mit dem Paar führen. So gibt es mehr Material pro Person, und ich kann beim Schnitt ausbalancieren.

Positiv überrascht hat mich die Kommunikation mit den Kunden. Sie lief von Anfang an fast freundschaftlich. Das macht das Filmen viel angenehmer, weil es nicht mehr komisch ist, mit der Kamera nah ans Paar zu gehen. Über die HËRZ-Instagram-Seite kam ausserdem schon eine Anfrage für eine standesamtliche Hochzeit. Das hat mich überrascht, weil ich ausser dem Collab-Post mit @vr.timi keine weitere Aufmerksamkeit auf den Account gelenkt habe.

Und das Vertrauen der Paare hat mich positiv überrascht: Alle drei, die ich diesen Sommer filme, wissen, dass ich noch nie eine Hochzeit gefilmt habe und geben mir trotzdem ihr Vertrauen, den hoffentlich schönsten Tag ihres Lebens zu dokumentieren. Das erzeugt aber auch einen grossen Druck.

Was ich beim nächsten Mal anders machen würde: Den Austausch mit den Paaren strukturierter aufziehen. Bisher lief es ein bisschen wie das Planen eines Grillabends mit Freunden, aber dadurch musste ich mich teilweise zwei, drei Mal melden, obwohl ein gut durchdachter Termin gereicht hätte.

Drei Hochzeiten stehen diesen Sommer an. Die erste am 4. Juli. Ein bisschen Respekt habe ich schon vor diesem Tag.