Strickanleitung für einen Triangle Scarf
In meiner Freizeit konsumiere ich sehr viel Content zum Thema Stricken, Häkeln und sonstige Handarbeiten. Den Prozess von einer Idee über das Ausprobieren und Testen bis hin zur fertigen Anleitung fand ich schon immer sehr inspirierend. Darum wollte ich diesen Prozess gerne selbst durchlaufen.
Angefangen hat es damit, dass ich meinen ersten kleinen Strickauftrag für ein Produkt erhalten habe, das ich ohne Anleitung angefertigt habe. Das hat mich zum Nachdenken angeregt, und ich habe mich gefragt, wieso ich daraus nicht gleich eine Anleitung mache.
Ich habe also jeden Schritt während des Strickprozesses festgehalten, Maße genommen und Maschen abgezählt. Das war definitiv aufwändiger, als ich zuerst dachte – vor allem, weil ich den Schal schon mehrere Male gestrickt habe. Schnell wurde mir klar, dass Dinge, die für mich logisch oder selbsterklärend sind, nicht unbedingt auch für andere logisch sind. Gerade alles zu verschriftlichen, ohne Bildanleitung, fand ich gar nicht so einfach.
Für „schwierige“ Stellen in der Anleitung habe ich deshalb noch eigene Erklärungen angefertigt, mit einem Verweis auf ein Video, falls die kreierende Person eher der visuelle Typ ist.
Die Anleitung habe ich kompakt als PDF zusammengetragen und hier hochgeladen.
Gestaltung
Für die Gestaltung der Anleitung brauchte ich zuerst gute Produktfotos. Das heisst, ich habe mich damit auseinandergesetzt und dann ein „Shooting“ des Produkts gemacht. Dabei war mir wichtig, dass nichts im Hintergrund oder Umfeld vom Produkt ablenkt. Das Layout habe ich anschliessend mit InDesign angefertigt. Dabei war mir wichtig, eher reduziert zu arbeiten. Lediglich Schlüsselstellen in der Anleitung wurden durch eine Farbe akzentuiert.



Ausblick
In einem nächsten Schritt würde ich die Anleitung gerne noch ins Englische übersetzen. Da ich auch einen Strickaccount besitze, könnte ich sie dort promoten. Ausserdem würde ich die Anleitung gerne auf einer Strickplattform publizieren. Damit setze ich mich nun anschliessend noch auseinander.
(mbi)
Insgesamt bin ich mit dem Projekt zufrieden, weil ich den gesamten Prozess von der ersten Idee bis zur fertigen Anleitung einmal vollständig durchlaufen konnte. Besonders gut gelungen ist mir die strukturierte Dokumentation der einzelnen Arbeitsschritte. Auch wenn es aufwändig war, Maschen zu zählen, Masse zu nehmen und alles mitzuschreiben, hat mir das geholfen, den Herstellungsprozess bewusster wahrzunehmen und nachzuvollziehen. Ebenso positiv bewerte ich die Gestaltung der Anleitung: Die reduzierten Layout-Entscheidungen, die klaren Produktfotos und die gezielten farblichen Akzente unterstützen die Lesbarkeit und wirken professionell.
Herausfordernd war vor allem, Dinge zu erklären, die für mich selbstverständlich sind. Ich habe gemerkt, wie schwierig es ist, einen rein gedanklichen oder praktischen Ablauf so zu verschriftlichen, dass auch jemand ohne meinen Hintergrund genau folgen kann. Auch der Verzicht auf eine ausführliche Bildanleitung war nicht einfach, weil ich oft das Gefühl hatte, dass Bilder bestimmte Schritte schneller und klarer vermitteln würden. Der Zeitaufwand war insgesamt höher als erwartet, insbesondere weil ich den Schal mehrfach gestrickt habe und beim ersten Mal noch nicht an jede nötige Notiz gedacht habe.
Rückblickend würde ich einige Punkte anders angehen. Beim nächsten Projekt würde ich von Anfang an mit einer klaren Struktur oder einem groben Anleitungsgerüst starten, um gezielter zu dokumentieren und doppelte Arbeit zu vermeiden. Ausserdem würde ich früher entscheiden, welche Teile der Anleitung unbedingt bebildert oder visuell unterstützt werden sollten, anstatt das erst am Ende zu überlegen. Denkbar wäre auch, bereits parallel zur Strickarbeit kurze Videoausschnitte aufzunehmen, um den Erklärungsaufwand im Nachhinein zu reduzieren. Langfristig würde ich die Anleitung von einer dritten Person testen lassen, um noch besser einschätzen zu können, wo Verständnisschwierigkeiten entstehen.