Saisonal einkaufen leicht gemacht

Beitragsbild_SaisonalListe

„Wenn esch das Gmües schoweder saison?“ vor dieser Frage stehe ich immer wieder, wenn ich überlege, was ich die nächsten Tage kochen möchte. Dann schaue ich den Gemüsekalender an und finde ihn gelinde gesagt potthässlich und dabei nicht einmal besonders nutzerfreundlich.

Da ist mir aufgefallen, dass ich ja Multimedia Production studiere und eigentlich selbst eine schönere Version machen kann. Sowieso wollte ich schon eine Weile ein Plakat im Siebdruck-Stil kreieren, also habe ich recherchiert, wie ich Fotos dafür aufbereiten muss.

Fotos

Für die Bilder der Gemüsesorten habe ich zuhause einen weissen Hintergrund aufgestellt und ein kleines Licht aufgestellt.

Die Gemüse, die gerade nicht Saison waren, habe ich in Fotos auf Unsplash gesucht und ausgeschnitten. In Photoshop habe ich dann jeweils die Fotos wie folgt bearbeitet:
– Einen Threshhold-Filter einsetzen, sodass genügend Kontrast im Bild ist und die Umrisse erkennbar bleiben
– Mit dem Dodge und Burn-Tool Details hervorbringen oder verstecken
– Etwas das Bild schärfen mit dem Filter «Sharpen»
– die beiden Layers mergen
– Mit einem Colorrange-Selektor die Highlights auswählen und diese löschen
– Anschliessend das Bild zuerst in Greyscale und dann in eine Bitmap umgewandelt, sodass im InDesign die Farbe noch angepasst werden kann

Dann dies nur noch mit 43 weiteren Gemüsesorten machen und diese auf einem A3 Plakat anordnen.

Druck

Für den Druck muss natürlich ein ebenso nachhaltiges Druckverfahren her. Also bin ich in die HKB gegangen und habe während zwei Tagen das Layout und die Farben weiter verbessert. Der Risograph diente mir dabei als Druckapparat, welcher mit einem automatisierten Druckverfahren perfekt zur Ästhetik passt.

für Menschen, die noch gerne ein Plakat ergattern möchten – schreibt mir doch auf Instagram @januar.creative

(vha)

Das Plakat kommt gut an. Soweit so gut. Dennoch würde ich für ein weiteres Projekt einige Dinge ändern:

1. Alle Fotos selber machen. Ich habe den Eindruck, wenn man es weiss sieht man den Unterschied von den selbergemachten Fotos zu den Unsplash-Varianten. Klar dies war auch der Saisonalität geschuldet, jedoch würde ich gerne eine Überarbeitete Version herausbringen mit einheitlicheren Fotos. Auch wenn es etwas aufwändiger ist das Setup jeweils aufzustellen lohnt es sich sehr.

2. Den Überdruck-Effekt mit Spectrolite und nicht mit Photoshop machen. Beim zweiten Drucktag kam der Druckereimitarbeiter zu mir und zeigte mir dieses Gratis-Tool. Bei einem grossen Teil der Gemüsesorten habe ich die Fotos zwei bis drei Mal gemacht, bis ich mit dem Ergebnis zufrieden war. Mit Spectrolite hätte ich einiges an Zeit und Aufwand sparen können. Gerade auch weil ich zuerst die Fotos nicht in eine Bitmap umgewandelt habe, hat es mich sehr viel unnötige Zeit gekostet die Farben anzupassen.

3. Den Risographen besser nutzen. Mit dem Risographen kann man wie im Siebdruck auch die Mischfarben für mehr Farbdiversiät nutzen. So wie es jetzt im Dualtone aussieht finde ich es zwar auch Visuell spannend, spannend wäre es jedoch allemal auch die Mischfarben zu integrieren.

4. Die Monatsangabe leserlicher machen. Die Monatsansicht hat zwei verschiedene Helligkeiten für «Erntefrisch» und «auf Lager». Beim Druck sieht man dies jedoch je nach Farbe nur bei gutem Licht. Für eine Zweite Version würde ich anstelle von verschieden Helligkeiten eine Musterung für «auf Lager» verwenden.