Eishockey Live-Produktion für den EHC Arosa in der SkySwissLeague

Von «hää, wieso hends jetzt scho wieder abpiffe?!» über «ich tippe 3:2 für Arosa» bis zu einem euphorischen «schlegle, schlegle, schlegle!», innerhalb einer Eishockeysaison kann vieles passieren. So konnten wir uns als 10-köpfiges Team, letzten Herbst in die Eishockeywelt entführen lassen und dürfen uns seither regelmässig mitten ins Getümmel der Eissporthalle in Arosa stürzen.

Einen ersten Einblick in die Arbeit und das Projekt findet ihr im Blog der FHGR.

Wie alles begann

Mit dem Aufstieg der Herrenmannschaft des EHC Arosa in die zweite Schweizer Eishockeyliga, nach der vergangenen Saison, gab es für den Club viele neue Herausforderungen zu meistern. Eine davon war die Pflicht einen vollwertigen Livestream für alle Heimspiele zu produzieren. Eine klassische Sportübertragung die auf swissleague.tv und Sky Sport ausgestrahlt werden würde, ist nicht gerade ein kleiner Aufwand. Also wer könnte das denn machen? Logo… MMP-Studis natürlich! So erreichte uns im Juni 2025 die Anfrage von Christian Modes, dem CEO des EHC Arosa. Schnell fanden sich einige Interessierte Studis und ein Team war schnell gegründet, doch ein wenig Skepsis war doch noch zu spüren. Schliesslich betraten wir vollkommen neues Gebiet. Von dem 10-köpfigen Team gab es nur eine Person die bereits regelmässig bei Sportübertragungen und Eishockey-Streams gearbeitet hatte. Doch es zeigte sich schnell dass die Kompetenzen gut verteilt waren – jeder brachte etwas mit an den Tisch! Die einen verfolgten den Eishockeysport schon lange, die anderen waren sattelfest mit der Kamera und einige konnten im Major LiveCommunication schon Regieerfahrung sammeln. So war der Entschluss, dieses Projekt wirklich durchzuziehen, schnell gefasst und in den Monaten Juli bis August die Verträge ausgearbeitet.

In dieser Zeit lernten wir als Team vor allem viel über die wirtschaftliche Seite der Medienproduktion. Wir bekamen Plätze in der ersten Reihe für die Vertragsverhandlungen, konnten uns aktiv einbringen und bekamen tatkräftige Unterstützung von Marius Hagger, um für alle Seiten faire Konditionen zu verhandeln.

Mit Vertrag allein, ist es aber natürlich noch nicht getan… Zu dem Projekt gehört einerseits natürlich die Übertragung des Matchs selbst, welche von einer Regie, einem/einer Kommentator/in und zwei Kameraleuten übernommen wird. Andererseits werden nach jedem Match Interviews mit einem Spieler pro Team geführt. Diese werden dann für swissleague.tv und die Somedia aufbereitet und weitergeleitet. Ausserdem gibt es für jedes Match einen Highlight-Clip der nochmal die wichtigsten Spielszenen zeigt. Dieser wird noch während des Spiels von der Regie vorbereitet, anschliessend fein geschnitten und vom Kommentar Nachvertont. Die Highlights gehen dann an die Somedia und sind dort «eine wertvolle Bereicherung für unseren Online-Auftritt im Lokalsport» wie Roman Michel, Sportchef beim TV Südostschweiz, erklärt.

Ein Teil des Teams beim ersten Spiel der Saison zusammen mit Christian Modes, CEO EHC Arosa.

Die Technik – «Sollte eigentlich immer…»

Zum Glück mussten wir die Technik nicht auch noch selbst planen und installieren, sondern wurden in diesem Bereich von Sam Schwab, von LiVi Pro, so umfangreich wie das in 8 Stunden eben möglich ist auf das fest installierte System eingeschult. Vieles ist Broadcast Standard, einiges war aber auch der technischen Leitung neu.
In der Halle wurden zwei unbediente Kameras fix hinter den Toren installiert, eine bediente Kamera steht immer an einer festen Position erhöht neben der Kommentatoren-Kabine für die Übersicht und eine weitere bediente Kamera ist relativ flexibel direkt an der Bande positioniert. Diese Position wechselte beim Derby Arosa-Chur auch schon mal die Hallenseite, da wir sonst befürchten mussten, unserer Kamerafrau würden Bierbecher auf den Kopf geworfen werden.

Die Kameras sind mit einem sogenannten BirdDog ausgestattet. Ein kleines Gerät, welches einerseits via Rotlicht anzeigt welche Kamera gerade live ist und andererseits das Bildsignal über ein LAN Netzwerk an die Regie sendet. Die Regie läuft über VMix. Eine Produktionssoftware die auf «Ein-Mann-Produktionen» ausgelegt ist und alle nötigen Werkzeuge bietet. Dort werden über einen klassischen Bildmischer und zwei zusätzliche Streamdecks alle Bildsignale live geschnitten und Grafiken gesteuert. Die Scoreboard-Grafik wir mittels der Software ORS über eine kleine Kamera direkt vom Scoreboard in der Halle abgelesen und in die Stream-Grafik übertragen. (Dass das nicht immer ganz so funktioniert hat, lest ihr später auch nochmal…) Ausserdem läuft in VMix die gesamte Audiosteuerung zusammen. Hier werden die verschiedenen Inputs von Ambi, Kommentar und Co-Kommentar sowie von Französichem oder Italienischem Gastkommentar verwaltet. Stream-Signale werden am Ende zwei verschiedene via SRT gesendet: Einmal für Sky und swissleague.tv und einmal für einen Wettanbieter.
Zum Schluss wird natürlich auch die Replay Funktion von VMix genutzt.

Die Regie – «Oktopus müsste man sein…»

In der Regie laufen alle Fäden zusammen – wir sind sozusagen das Gehirn hinter den Bildern und oft auch die Feuerwehr, wenn etwas nicht ganz nach Plan läuft. Zu unseren Aufgaben zählt es unter anderem bei jedem Goal und Spielgeschehen die passenden Einblendungen zu setzen und regelmässig die Scoreboard Kamera zu flicken, da sie leider oft von euphorischen Fans verschoben wird und dann die automatische Erkennung nicht funktioniert. Improvisation gehört also definitiv zum Job. Ein zentraler Teil unserer Arbeit sind die Replays. Wir können jederzeit –5 oder –10 Sekunden zurückspringen, die passenden Kameras auswählen und die entscheidenden Szenen in Zeitlupe nochmals ausspielen.

Gleichzeitig schneiden wir live zwischen den vier verfügbaren Kameras hin und her, reagieren auf das Spielgeschehen, Emotionen und Dynamik und versuchen, immer die spannendste Perspektive für das Publikum zu liefern. Multitasking ist dabei Pflicht. Um das alles zu koordinieren, tragen wir ständig zwei Kopfhörer: Auf dem einen hören wir die Kommentator:innen, auf dem anderen läuft das Kom-System, über das wir direkt mit den Kameramenschen kommunizieren. So können wir gezielt Anweisungen geben, zum Beispiel Close-ups anfordern oder auf Jubelszenen wechseln, und passende Bilder zum laufenden Kommentar liefern – idealerweise genau im richtigen Moment und nicht erst fünf Sekunden zu spät. Zusätzlich liegt in der Regie die Hauptverantwortung für den gesamten Ablauf. In Regie-Sitzungen informieren wir alle Beteiligten, koordinieren Abläufe, Übergänge und Prioritäten und behalten den Überblick, wenn es hektisch wird. Kurz gesagt: Wir sorgen dafür, dass die richtigen Bilder zur richtigen Zeit in der richtigen Reihenfolge auf dem richtigen Screen landen – trotz Technikzicken, Fans, Adrenalin und dem ganz normalen Live-Chaos.

Nach dem Abpfiff ist aber auch für uns die Arbeit noch nicht getan. Während Kameras und Kommentatoren noch die Interviews abholen bereitet die Regie bereits den Highlight-Schnitt vor. Das Material wird exportiert und gesichert. Dann werden noch die Interviews direkt veröffentlicht – das muss so schnell als möglich nach Spielende passieren, damit die Fans zuhause auch gleich die ersten Reaktionen zum Ausgang miterleben können. Manchmal noch in der Halle, im Zug Talwärts oder dann im Bett um 01:00 Uhr Nachts schneiden wir dann noch den Highlight-Clip, damit ihn die Kommentatoren morgens früh vertonen können. Denn die Highlights müssen bis spätestens 12:00 Uhr Mittag im Postfach der Somedia landen.

Der Kommentar – «PUCK! Nicht Ball.»

Die Moderation im Eishockey ist weit mehr als nur das Kommentieren eines Spiels. Für das Kommentator*innen-Team des EHC Arosa bedeutete sie Vorbereitung, Recherche, Teamarbeit und stetige Weiterentwicklung. Und schlussendlich ist die Moderation auch das Gesicht beziehungsweise die Stimme nach aussen. Keine Position des Livestreams ist gegenüber der Öffentlichkeit so exponiert wie die Person am Kommentar und nirgends werden Fehler so stark wahrgenommen und kritisiert wie beim Kommentator/der Kommentatorin.

Zu Beginn wurde die Moderation von Moritz Kappeler und Nadja Siegrist übernommen. Nach rund drei Monaten, sprich Ende November wurde Nadja Siegrist durch Severin Trösch abgelöst. Unabhängig vom personellen Wechsel blieb unser strukturierter Ansatz jedoch konstant.

Grundlagen schaffen Spielverständnis und Regelkenntnisse

Da es sich um die zweithöchste Eishockeyliga der Schweiz handelt, ist ein tiefes Verständnis der Spielregeln, Abläufe und Besonderheiten dieser Liga essenziell. Nadja Siegrist verfügte zu Beginn über wenig Eishockeykenntnisse, eignete sich diese jedoch in kurzer Zeit intensiv an. Moritz Kappeler hingegen war bereits sehr eishockeyinteressiert und brachte ein gutes Grundverständnis mit. Dennoch vertiefte auch er sein Wissen weiter, um auf dem Niveau der Moderation stets sicher und fundiert agieren zu können. Severin Trösch ist bereits seit vielen Jahren ein grosser Eishockey-Fan und brachte ein grosses Grundwissen mit. Dadurch konnte er sich direkt komplett auf die Moderation selbst und Aspekte wie die eigene Stimme oder auch das Storytelling konzentrieren. Aspekte, bei denen Nadja und Moritz schon diverse Vorerfahrungen und somit einen Vorsprung hatten. Das 229 Seiten lange Regelwerk können wir alle jedoch immer noch nicht auswendig.

Detailarbeit Spieler und Trainerprofile

Ein zentraler Bestandteil unserer Vorbereitung war die umfangreiche Recherche zu allen Spielern, Trainern und dem Staff. Pro Team gibt es einen Kader von jeweils rund 25 bis 34 Spielern, entsprechend hoch ist der Informationsbedarf und dadurch auch die Zeit, welche man benötigt, um diese Informationen zu sammeln und sortieren.

Um den Überblick zu behalten, erstellten wir gemeinsam ein Figma-Projekt, in dem wir alle relevanten Daten sammelten.

Dazu gehörten:

  • Name
  • Clubhistorie
  • Foto
  • Alter/Geburtsdatum
  • Nationalität(en)
  • Position(en)
  • Spielernummer
  • Grösse und Gewicht
  • Statistiken der letzten Saison wie Tore, Assists und Strafminuten
  • An- und Bemerkungen zu besonderen Hintergründen, aktuelle News, bekannte Familienmitglieder, vergangene oder auch aktuelle Verletzungen, gewonnene Titel und Ehrungen, Aussagen von Trainern oder Sportchefs, oder sonstige unterhaltende Anekdoten.

Unsere Hauptrecherchequellen waren Eliteprospects, Interviews, lokale Zeitungen, die über die Sky Swiss League berichten, sowie die offiziellen Clubwebseiten. Teils widersprüchliche Informationen versuchten wir so gut wie es geht zu bestätigen oder zu falsifizieren. Zusätzlich erstellten wir auch Profile für alle Trainer der Liga. Insgesamt sind elf Teams Teil dieser Liga, weshalb es wichtig war, jederzeit schnell auf aktuelle Informationen zugreifen zu können.

Der Aufwand zu Beginn war sehr, sehr hoch, zahlte sich jedoch im weiteren Saisonverlauf aus, da wir stets eine übersichtliche und verlässliche Datenbasis zur Verfügung hatten. Natürlich muss diese immer wieder überarbeitet, angepasst und ergänzt werden, da Spieler beispielsweise von Partnerclubs dazu kommen oder auch einen Verein verlassen.

Lernen von den Profis

Um möglichst gut vorbereitet zu sein, analysierten wir verschiedene Spiele von verschiedenen Ligen und hörten gezielt darauf, wie erfahrene Sportmoderatoren ein Spiel kommentieren. Bei dieser Recherche stiessen wir auch auf Beispiele in der Sky Swiss League, die uns nicht gefielen. Aber auch dies half uns in der Vorbereitung und nahm uns, um ehrlich zu sein, auch ein wenig Druck von den Schultern. Alle Beobachtungen, die wir gemacht haben, passten wir dann sprachlich und inhaltlich auf uns und den EHC Arosa an.

Um uns selbst ständig zu verbessern, schauten wir nach den ersten Partien unsere eigenen moderierten Spiele im Replay und machten uns Notizen, was uns jeweils an unserem Kommentar gefiel und was nicht.

Spieltag Vorbereitung und Ablauf

An Spieltagen waren wir mindestens zwei Stunden vor Spielbeginn in der Halle. Bereits am Nachmittag oder auch einige Tage davor bereiteten wir den Einstieg in die Moderation vor. Aktuelle News, der Tabellenstand, vergangene Duelle der zwei Teams, sowie besondere Geschichten rund um die Teams oder einzelne Spieler spielten dabei eine wichtige Rolle, da solche Informationen für die Zuschauer einen grossen Mehrwert bieten.

Ein Spiel besteht aus drei Dritteln à 20 Minuten. Die tatsächliche Zeit ist jedoch einiges länger, da bei jedem Spielunterbruch die Zeit gestoppt wird. So sind es eher 30 Minuten pro Drittel und bei Unentschieden geht das Spiel in die Overtime, welche 5 Minuten dauert und sollte auch dann kein Sieger feststehen, wird das Spiel im Penaltyschiessen entschieden. Das Geschehen auf dem Eis ist sehr schnelllebig, was eine hohe Konzentration erfordert. Besonders für die Spiele, bei denen man alleine ist, ist dies sehr anspruchsvoll, da man eigentlich gleichzeitig das Spiel auf dem Eis, die gesammelten Informationen oder Statistiken auf dem eigenen Laptop und den Bildschirm mit dem offiziellen Fernsehbild im Blick haben muss.

Wir starteten bewusst mit einer Co-Moderation, was sich als grosser Vorteil erwies. Zu zweit verteilt sich der Druck und man kann sich gegenseitig ergänzen. Dadurch konnten wir sowohl die Rolle des Experten als auch jene des Spielbeobachters einnehmen und gleichzeitig interessante Hintergrundinformationen einfliessen lassen. Jedoch war dies sehr zeitintensiv und grundsätzlich auch nicht so im Vertrag festgeschrieben. Im Verlauf der Saison entschieden wir uns daher dazu, die Moderation alleine zu machen oder uns eine externe Co-Moderation zu holen.

Pausen Interviews und Nachbearbeitung

Zwischen den Dritteln gab es jeweils eine etwa 15 minütige Pause, die wir auch zum kurzen Durchatmen nutzten, meist jedoch auch für kurzes Feedback für die Regie oder auch Feedback und Absprache für den Kommentar, wenn man das Spiel zu zweit kommentierte. Nach Spielende folgte der nächste Programmpunkt: die Interviews. Also musste man direkt nach der Abmoderation, welche nicht mit dem Schlusspfiff, sondern meist eher 3-4 Minuten danach erfolgte, sich Fragen für beide Teams ausdenken. Es wurden also jeweils zwei Interviews geführt, eines mit dem Heim- und eines mit dem Gastteam. Dabei stellten wir jeweils drei bis vier Fragen. Dies war sehr anspruchsvoll, da wir den Anspruch an uns selbst hatten, keine langweiligen Sportjournifragen wie “Woran hats gelegen?” zu fragen, sondern wirklich auf das Spiel, die Teams und die Spieler einzugehen und so den Zuschauenden einen wirklichen Mehrwert zu bieten und so auch die Spieler nicht zu langweilen.

Zusätzlich produzierten wir für Somedia ein Highlightvideo der Partie. Die Regie schnitt das Material direkt nach dem Spiel oder am nächsten Morgen und der Livekommentar wurde dann am nächsten Morgen bis spätestens Mittag neu eingesprochen, sodass keine Sätze abgeschnitten wurden (wie es passiert wäre, wenn man einfach nur die Tonspur direkt vom Spiel genommen hätte). So konnten noch einige kleine Zusatzinformationen dazugegeben werden, damit das Highlightvideo verständlicher ist, jedoch immernoch den Livecharakter behält. Anschliessend wurde das Video direkt an Somedia weitergeleitet und zeitnah veröffentlicht.

Herausforderungen bei Auswärtsspielen

Besonders anspruchsvoll waren Auswärtsspiele, die per Remote-Kommentar begleitet wurden. Wir hätten natürlich auch vor Ort kommentieren können, die Fahrten nach beispielsweise Siders oder La Chaux-de-Fonds waren uns dann aber doch ein wenig zu lang. Wir sahen also ausschliesslich das Kamerabild, was einige Schwierigkeiten mit sich brachte, abgesehen davon, dass die Bildqualität meistens sehr schlecht war. Schiedsrichterzeichen abseits vom Bild waren so oft nicht erkennbar. Wurden diese nicht im Bild gezeigt, blieb also unklar, weshalb ein Pfiff erfolgt war. Spielinformationen wurden online erst stark verzögert aktualisiert, und so musste man dann mutmassen. Ebenso kann man die Atmosphäre im Stadion den Zuschauenden nicht vermitteln und keine Zusatzinformationen, die sonst noch abseits der Kamerabilder erfolgten, in das Kommentieren einbauen.

Keine einfache aber eine erfüllende Aufgabe

Obwohl das Digezz-Semester bereits zu Ende ist, ist es die Eishockeysaison noch nicht. Daher wird unsere Arbeit über die Abgabefrist hinausgehen. Wie es momentan aussieht, wird der EHC Arosa die Playoffs wohl nicht erreichen. So wird dann aber Mitte Februar auch unser Engagement für diese Saison zu Ende gehen. Das Kommentieren ist vor allem eine zeitintensive Aufgabe, aber sicherlich auch eine der spannendsten, da man nicht nur mit der Technik, sondern auch mit den Teams, den Spielern und vielen verschiedenen Geschichten, die der Eishockeysport schreibt, zu tun hat.

Die Kameras – «Halt drauf wenn sie sich prügeln!»

Die Kamerapersonen tragen eine zentrale Verantwortung innerhalb der Live-Übertragung. Sie sind dafür zuständig, das Spielgeschehen kontinuierlich und situationsgerecht einzufangen – von schnellen Spielszenen über Reaktionen auf der Spielerbank bis hin zu emotionalen Momenten auf und neben dem Eis. Dabei ist nicht nur technisches Können gefragt, sondern auch Spielverständnis, Antizipation und klare Kommunikation mit der Regie.

Die Kameras sind das Rückgrat jeder Produktion: Nur wenn die Regie den Kamerapersonen voll und ganz vertrauen kann, ist es möglich, flexibel auf das Spielgeschehen zu reagieren und eine dynamische Übertragung sicherzustellen. Gerade im Eishockey, wo sich Situationen innerhalb von Sekunden verändern, ist dieses Vertrauen entscheidend. Für uns als Kamerateam bedeutete das, jederzeit aufmerksam zu bleiben, Prioritäten richtig zu setzen und auch unter Druck ruhig und präzise zu arbeiten.

Der EHC Arosa nutzt für ihren Stream insgesamt vier Kameras, wovon zwei bedient sind. Kamera 1 filmt das ganze Geschehen aus der Totalen und bewegt sich das ganze Spiel mit leichten Schwenkern und Zooms von links nach Rechts und rein und raus. Dabei soll der Puck immer im Bild zu sehen sein. Es ist gar nicht so leicht, den Puck bei schnellen Spielen nicht aus den Augen, respektive dem Bild zu verlieren. Besonders mit dem kleinen Externen Monitor scheint der Puck winzig zu sein – umso schwieriger also, immer dabei zu bleiben.

Die Kamera 2 befindet sich am Rand des Spielfeldes ungefähr auf der Höhe des Goals. Diese Kamera verfolgt das Spiel ebenfalls aktiv mit, achtet dabei aber eher auf die Emotionen und bleibt nah dran. Besonders in Spielpausen wird häufig auf Kamera 2 geschaltet. Dann gilt es Nahaufnahmen der Spieler, Coaches, Publikum, Fans oder des Bullys zu machen. Häufig sucht sich die Kameraperson selbst schöne Aufnahmen raus, manchmal gibt aber auch die Regie die entsprechenden Anweisungen.

Nach dem Spiel wird die zweite Kamera verschoben und bereitgemacht für die Interviews. Hierbei stellen sich Kameraperson und Kommentator:in and den Spielfeldrand und führen jeweils ein Interview mit jemandem aus jedem Team. Als Kameraperson ist man dabei für eine saubere Tonqualität und ein schönes Bild verantwortlich. Die Aufnahmen gehen dann über zur Regie.

Aus Anfängern wurden Profis

Was nach aussen nach Geschwindigkeit, Emotionen und schnellen Schnitten aussieht, ist hinter den Kulissen ein fein abgestimmtes Zusammenspiel aus Technik, Timing und Teamwork. Zwischen Drittelpausen, Regieanweisungen und konzentrierten Blicken auf den Puck, der sich durchschnittlich mit schätzungsweise 200km/h über das Eisfeld bewegt, bleibt aber immer auch Platz für einen kurzen Lacher – oder einem kurzen Nervenzusammenbruch in der Regie, wenn das Replay mal wieder spinnt.

Was als «machemer das jetzt würklich?!» begonnen hat, wurde zu einem Projekt, welches Freude am Handwerk der Live-Übertragung, Freundschaften innerhalb des Teams und vielleicht für die einen oder anderen auch Interesse am Sport gefördert hat. Herzlichen Dank für diese spannende Chance und das Vertrauen!

(abb)

Allgemeines
Die Chance zu haben, solch eine grosse und auch wichtige Live-Produktion im Rahmen des Studiums machen zu können, ist extrem schön. Wir sind dankbar für die vielen Learnings und Erfahrungen, die wir sammeln durften, sowie die unzähligen Probleme, die wir beheben konnten (grosses Shoutout an Carina :).
Sicherlich konnten wir fachlich in jeweiligen Job viel dazulernen, aber auch zu wissen, dass zu bestimmten Uhrzeiten kein Zug von Arosa nach Chur fährt und man dann den Bus nehmen muss, werden wir uns merken (und wenn irgendwie möglich vermeiden, denn aus unseren Erfahrungen hat die Strecke Arosa-Chur die kurvigste und übelkeitserregendste Strasse der Schweiz).

Regie
Carolina
Die Regie bei einer Liveübertragung bringt viel Nervenkitzel mit sich, besonders dann, wenn noch wenig Erfahrung vorhanden ist. Ein vorheriges Training, in dem wir Abläufe hätten üben können, wäre von Vorteil gewesen. Stattdessen musste das eigene Können direkt bei einem Match unter Beweis gestellt werden. Zusätzlich erschwerte teilweise nicht einwandfrei funktionierendes Equipment die Arbeit. Dennoch fühlte ich mich durch unsere sehr gute Technikleitung stets unterstützt, was mir Sicherheit gab. Mit jedem weiteren Spiel wuchs die Routine und damit auch das Selbstvertrauen. Inzwischen macht mir diese Aufgabe grossen Spass. Und auch durch die Fehler, welche in vorherigen Spielen passiert sind durfte ich viel lernen und mich stetig Verbessern. Eine gewisse Nervosität ist zwar noch vorhanden, jedoch weiß ich nun, dass ich einen guten Job machen kann.

Carina
Live-Regie bedeutet innerhalb kürzester Zeit Entscheidungen zu treffen. Ich bin eigentlich nicht unbedingt der Entscheidungsfreudigste Mensch. Wie das zusammenpasst frag ich mich noch heute bei jedem einzelnen Spiel. Aber genau darin liegt auch der Nervenkitzel: Hat man sich einmal für ein Bild entschieden, ein Bild geschnitten, dann muss man mit dieser Entscheidung leben und das Beste daraus machen.
Das Beste daraus machen war auch mein Motto als ich mich auf dieses Projekt eingelassen habe. Ich arbeite seit bald mehr als vier Jahren regelmässig bei Sportbroadcasts für verschiedenste TV-Sender und war zu Anfang ehrlicherweise vor allem skeptisch. Ich war die einzige im Team mit Broadcast Erfahrung und aus genau dieser weiss ich wie sehr Menschen das Sport-Streaming unterschätzen (vor allem bei einem Sport wie Eishockey), wenn sie das Thema nur von der Zuschauer-Seite aus kennen. Aber gleichzeitig war es mir eine Herzensangelegenheit mein Wissen in dem Bereich weitergeben zu können. Denn ich weiss wie wichtig es ist jemanden zu haben der die Tür in die Broadcastwelt für dich öffnet und dir einen Einstieg bietet.
Mehr Vorbereitungs-/Trainingszeit wäre von grossem Vorteil gewesen. Leider war das nicht möglich, da die Technik erst einen Tag vor dem ersten Spiel der Saison in der Halle installiert wurde. Ich hatte das Glück mir die Software zuhause bei meinem Arbeitgeber nochmal ausgiebig erklären zu lassen und mich so ein wenig vorbereiten zu können – eine Möglichkeit die es eigentlich für alle Teammitglieder hätte geben sollen. So musste ich fast alle direkt bei einem Spiel «learning by doing» in sehr kaltem Wasser machen lassen.
Ausserdem ist es bei grösseren Produktionen eigentlich üblich eine Person pro Aufgabe, bzw. maximal zwei Aufgaben in einer Regie zu haben. Während also normalerweise Regie, neben Replay Operator, neben Tontechniker, neben Grafiker sitzt, übernimmt in Arosa eine Person all diese Aufgaben gleichzeitig. Ich sehe mich selbst nicht als besonders gute Lehrerin, daher war es für mich vor allem eine Herausforderung meinen Regiekolleginnen binnen kürzester Zeit sehr breit gefächertes Wissen in den verschiedensten Bereichen beizubringen. (Während die anderen Positionen natürlich auch noch Anweisungen brauchten.) Zumal «Regie führen» ein Skill ist den man nicht einfach so erklären kann, für den es Zeit braucht und den man sich mit jeder einzelnen Übertragung ein bisschen mehr aneignet.

Jule
Die Regie war für mich komplett neu und beim ersten Spiel was ich mit Carina zusammen gemacht hab war ich absolut überfordert. Es passierte alles gleichzeitig und ich hatte gar keinen Überblick. Dank der guten Einführung von Carina habe ich aber schnell verstanden, wie alles funktioniert.
Das erste Spiel allein war dann aber trotzdem eine Vollkatastrophe – technisch lief fast nichts und ein Problem folgte dem nächsten.
Ab da wurde es aber von Spiel zu Spiel besser.
Für mich waren sowohl die Technik als auch die Programme bei Live-Produktionen neu, trotzdem bin ich überraschend schnell reingekommen und hatte nicht grosse Mühe, mir alles anzueignen. Auch das Multitasking mit Replays, Einblendungen, Kommentar und Kameras klappt mittlerweile gut.
Mir hat es aber auch sehr geholfen, dass ich durch meine Erfahrung bei Live-Tontechnik und im Radio mittlerweile sehr stressresitent bin und nicht nervös werde und so keine Mühe habe schnell Entscheidungen zu treffen und Probleme zu lösen.
Auch das direkte Anweisen der Kameras war anfangs ungewohnt. Plötzlich musste ich sagen, welche Bilder ich will, Entscheidungen treffen und Verantwortung übernehmen. Das wurde aber schnell zu etwas, das mir Freude macht und ich habe gemerkt, dass ich sicherer wurde und mehr Vertrauen in mich selbst hatte.
Für mich war es auch eine interessante Erfahrung Regie bei einem Team zu machen das älter und auch erfahrener als ich sind. Anfangs war da schon Respekt da aber es hat mir geholfen, selbstbewusster aufzutreten, meine Entscheidungen klarer zu vertreten und meine Rolle ernst zu nehmen.

Kommentar

Moritz
Als mich die Anfrage für dieses Projekt erreichte, war ich zwiegespalten. Einerseits war das Kommentieren von Sport ein sehr grosser Traum von mir, andererseits wusste ich, dieses Projekt war von den Dimensionen doch ein ziemlich grosses Projekt. Eigentlich wollte ich dieses letzte Semester doch ein wenig ruhiger angehen und ein Digezzprojekt und weitere Digezzideen hatte ich auch bereits. Und nun sind wir hier und ich bin sehr glücklich darüber. Auch wenn es am Anfang mit sehr sehr viel Aufwand verbunden war und ich auch einige Fehler gemacht habe (z.B. einige male im ersten Spiel Ball anstatt Puck oder Scheibe gesagt habe) konnte ich mich beim Kommentieren komplett entfalten. Von Spiel zu Spiel wurde ich sicherer und konnte mich mehr auf Dinge wie das Storytelling, Dramaturgie oder Narrative konzentrieren.
Ich bin ein sehr sportinteressierter Mensch, jedoch ist Eishockey einer der Sportarten, in welcher ich mich doch weniger auskenne wie z.B. Tennis oder Volleyball. Jedoch machte es mir sehr viel Spass komplett in die Eishockeywelt einzutauchen und mich technisch und taktisch weiterzubilden. Ein grosses Learning, war die Teamarbeit und das Thema Vertrags- und Lohnverhandlung, hier bin ich wahrscheinlich ein wenig zu naiv an die ganze Sache herangetreten. Einen riesengrossen Dank möchte ich noch an Carina aussprechen. Ohne sie hätte dieses Projekt niemals in dieser Professionalität umgesetzt werden können.

Nadja
Dieses Projekt war für mich eine unglaublich spannende und bereichernde Erfahrung. Sportmoderation war für mich zuvor Neuland. Auch Eishockey kannte ich davor kaum, weshalb ich mich zu Beginn in eine komplett neue Welt einarbeiten musste. Genau das machte für mich jedoch den Reiz aus und ich merkte schnell, wie sehr mich diese Aufgabe packte.
Ich durfte in kurzer Zeit extrem viel lernen, mich intensiv mit den Regeln, Teams und Ligen auseinandersetzen und von Gesprächen mit erfahrenen Fans und Kennerinnen und Kennern profitieren. Besonders die Spielvorbereitung machte mir grossen Spass. Das lange Recherchieren brachte immer wieder spannende Fakten über die Spieler und ihren Hintergrund zum Vorschein. Während des Spiels war es dann umso schöner, die Spieler auf dem Eis zu sehen und durch dieses Wissen das Gefühl zu haben, sie besser zu kennen und ihr Spiel besser zu verstehen.
Ein Highlight war für mich das dies eine Produktion für die Sky Swiss League war, die wir umsetzen durften. Die Arbeit im Team habe ich dabei sehr genossen. Die gemeinsame Vorbereitung, der Austausch und das Zusammenspiel während der Spiele machten diese Zeit besonders wertvoll und haben mir enorm viel Freude bereitet. Auch wenn ich mich ursprünglich eher hinter der Kamera gesehen hätte, war es genau richtig, mich dieser Herausforderung zu stellen.
Ein wichtiges Learning aus dem Projekt war das Thema Teamwork. Wie arbeitet man effizient zusammen und was braucht es, damit ein Team langfristig gut funktioniert? Klare Aufgabenverteilungen und dem entsprechende Entlöhnung sowie eine übergeordnete Projektleitung hätten vieles erleichtert. Trotzdem blicke ich sehr positiv auf die Zusammenarbeit zurück und habe die gemeinsame Zeit im Team sehr geschätzt.
Nach einigen Monaten wurde mir bewusst, dass sich das Projekt zeitlich nicht mehr mit meinen schulischen Verpflichtungen vereinbaren liess. Schweren Herzens habe ich mich deshalb entschieden, das Projekt abzugeben. Umso mehr freut es mich, dass mit Severin Trösch ein toller Nachfolger gefunden werden konnte. Diese Zeit, die vielen Learnings und die gemeinsame Begeisterung für das Projekt werde ich auf jeden Fall in bester Erinnerung behalten.

Severin
Meine Leidenschaft für Eishockey mit diesem Projekt in einer neuen Form, dem Kommentieren der Spiele, auszuleben, brachte mich dazu, dem bereits bestehenden Projektteam beizutreten, in welchem ich auch super aufgenommen wurde. Mein Leben lang verfolge ich schon Eishockey, bisher aber mit mehrheitlichem Fokus auf der höchsten Schweizer Liga oder der NHL. Umso spannender war es für mich, mehr über die zweite Liga und den bekannten Traditionsclub EHC Arosa zu erfahren.
Das Spielverständnis war unter anderem auch durch meine Unihockey-Vergangenheit bereits vorhanden und auch fürs viele Reden bin ich in meinem Umfeld bekannt. Doch über 2 Stunden voll fokussiert zu kommentieren, die Spieler der Gegner und zu Beginn auch die Spieler von Arosa zu erkennen und dann im Spiel diese zu erwähnen, war dann doch sehr herausfordernd für mich. Mittlerweile kenne ich die Kader der meisten Mannschaften gut, es hilft mir aber immer noch sehr, wenn die Spieler schon mal in der National League A tätig waren oder bekannte Talente von National-League-Teams sind und ich sie dadurch schon kenne oder schon mal von ihnen gehört habe.
Das Vorbereiten der Spiele ist nicht der spannendste Teil dieser Tätigkeit, jedoch nehme ich als Learning mit, dass, wenn im Spiel gerade nichts Spannendes passiert, dies das A und O ist, um den Zuschauern in den Momenten mit Fakten und Daten trotzdem einen Mehrwert zu bieten. Von Spiel zu Spiel gelang mir dies, finde ich, immer besser. Die grösste Herausforderung für mich war jedoch das Interview nach dem Spiel. Nicht das In-Kontakt-Treten mit den Spielern, nein, das Vorbereiten der Fragen. Da ich auch schon auf der Seite des Sportlers stand, weiss ich, dass oft gleiche Standardfragen gestellt werden. Jedoch musste ich feststellen, gerade bei einem Interview nach einer Niederlage, von denen es leider sehr viele gab, gingen mir die guten Fragen sehr schnell aus und ich musste selbst auf Standardfragen ausweichen. Auch die Zufälligkeit des Interviewpartners machte natürlich die Vorbereitung der Fragen sehr schwierig, da man keine spielerbezogenen Fragen stellen konnte.
Alles in allem bin ich sehr zufrieden mit dem Gesamtpaket dieses Jobs, der mir sehr Spass macht, und bin froh, mich dieser Herausforderung gestellt zu haben. Ich freue mich darauf, mich bei jedem weiteren Spiel vom Storytelling bis zu den Interviewfragen stets weiterzuentwickeln. Und «Hopp Arosa».

Kamera

Lisa
Ohne jegliche Live-Kamera- und Hockey-Erfahrungen wagte ich mich an dieses Projekt ran. Bei meinen ersten paar Einsätzen arbeitete ich vermehrt an der Kamera 1, was mich vor die grosse Herausforderung des Puckverfolgens stellte. Wie häufig ich den Puck effektiv aus dem Bild verloren habe, weiss ich nicht genau, aber es waren sicher einige Male. Auch an der Kamera 2 durfte ich einge Spiele begleiten. Auch diese Position ist sehr spannend, denn man kann auch mal selbst kreativ sein, kurz durchatmen und schöne Bilder zeigen. Es ist viel weniger Hektik dabei, dafür ist mehr Kameraaffinität gefragt.
Obwohl alles neu war für mich und ich auch einige Fehler machte, wurde ich mit jedem Drittel und jedem Spiel besser und selbstbewusster. Auch stellte ich den lieben Kommentator:innen immer weniger Fragen in den Pausen zum Spiel, da ich begann zu verstehen wann was und wieso passierte. Für mich bedeutete dieser Job weitaus mehr als nur ein Digezz-Projekt. Es gab mir Freude an der Live-Kamera, Freude an Arosa und schliesslich auch Freude am Eishockey (wer mich kennt, weiss, dass das vor einem Jahr noch unvorstellbar gewesen wäre).

Nina
Kamera 1 war immer die Totale, bei der grundsätzlich mindestens 1/3 des Spielfeldes zu sehen sein sollte. Diese Kamera war die meiste Zeit live, heisst, keine Pause, man musste immer voll beim Spiel sein. Das wichtigste, der Puck muss immer im Bild sein, gleichzeitig so sanfte Schwenker wie möglich. Eine so schnelle Sportart mit möglichst langsamen Kamerabewegungen zu filmen war für mich die grösste Herausforderung.
Kamera zwei war etwas gemütlicher, dafür kälter, da sie direkt am Eis stand. Sie war für die Close-ups da, Emotionen einfangen, Prügeleien auf dem Eis und die Details des Sports zeigen.
Ich war Anfangs unsicher, mich der Herausforderung trotz fehlender Erfahrung zu stellen, aber jeder fängt mal ganz unten an und ich bin froh, habe ich mich dann doch dafür entschieden. Seit ich klein war ging ich stets nach Arosa in die Skiferien, also war so auch eine persönliche Verbindung da, sodass ich teilweise richtig mitfieberte hinter der Kamera. Es ist und war eine tolle Erfahrung.

Livia
Begeistert von Eishockey habe ich mich für dieses Jobangebot gemeldet – und noch nie bereut (ok – vielleicht manchmal, wenn 43% meiner Finger eingefroren sind und sich auch meine Gehirnzellen in den Tiefkühlmodus bewegen). Besonders zu Beginn war ich sehr froh, dass ich vom Major LiveCom einige technische Inputs bereits mitnehmen konnte. Abgesehen davon haben wir das nötige Wissen als Team erarbeitet. Ich habe viel gelernt – technisch, aber vor allem zwischenmenschlich. Für mein Leben nehme ich mit, die Bedeutung einer positiven Teamarbeit nie zu unterschätzen.
Neben der Kameraarbeit habe ich mich als Social Media Content Creator engagiert. Obwohl ich bereits Erfahrung habe, war es eine Herausforderung, mit gefrorenen Fingerspitzen wertvollen Content zu produzieren.

Aurora
Warum ich genau hier gelandet bin, ist mir bis heute ein Rätsel – aber es war eine Chance, die ich auf keinen Fall verpassen wollte. Bis September 2025 hatte ich erst ein einziges Eishockeyspiel besucht, und das auch nur, weil es damals Pflicht in der Schule war. Auch mit Liveübertragungen hatte ich keinerlei Erfahrung. Kurz gesagt: Ich wusste absolut nichts über Eishockey und den Job.
Trotz allem war ich sehr gespannt, was auf mich zukommen würde. Die ersten Spiele waren ein enormer Nervenkitzel. Ich bediente hauptsächlich Kamera 2, die immer dann zum Einsatz kommt, wenn Emotionen im Spiel sind. Die Regieanweisungen „Schlegeli“, „Jubel“, „Anspiel“ oder „Mann am Boden“ waren an meiner Position die häufigsten Stichwörter. Die Herausforderung, gleichzeitig dem Puck zu folgen und die Emotionen der Spielenden einzufangen, war nicht immer einfach, aber aufregend. Auch die grosse Herausforderung der Kamera 2 hat mir viel Freude bereitet.
Eine zusätzliche Herausforderung war für mich die Anreise: Von Zürich nach Arosa hatte ich den mit Abstand längsten Weg. Oft kam ich abends mit dem ÖV nicht mehr rechtzeitig nach Hause. Zum Glück hatte ich ein unglaublich unterstützendes Team, bei dem ich immer bei jemandem übernachten konnte – das hat vieles erleichtert und unser Zusammenhalt im Team noch stärker gemacht.
Dank der tollen Unterstützung der Regie und dem direkten Feedback konnte ich meine Kameraführung schnell verbessern. Auch der gemeinsame Austausch im Team nach den Spielen trug stark dazu bei, dass wir uns als Gruppe und individuell rasch weiterentwickelten.
Neben der spannenden Kameraarbeit war ich zudem als Kontaktperson fürs Team tätig. Ich führte viele Gespräche und schrieb etliche Mails – mit dem CEO von Arosa, mit unserem Dozenten Marius Hagger und natürlich mit den Verantwortlichen von Sky und der Swiss League TV, die für die Übertragungen zuständig waren. Ich dachte ursprünglich, dass diese Zusammenarbeit vor allem vor der Saison stattfinden würde, doch der Austausch zog sich durch die gesamte Spielsaison, da immer wieder neue Themen auftauchten – etwa Zugänge zu Tools oder Dateien für neue Teammitglieder.
Zusätzlich habe ich Fotos und Videos von unserem Team gemacht, um die Stimmung hinter den Kulissen festzuhalten und unseren Einsatz zu dokumentieren. Diese Aufnahmen zeigen wunderbar, wie viel Leidenschaft und Spass in unserem Projekt steckt.
Nach dieser Saison werde ich Eishockeyspiele definitiv mit anderen Augen sehen – und hoffe, bald wieder Teil einer Liveübertragung zu sein. Es war eine grossartige Erfahrung.