Wohnzimmerkonzert

Am 29.03.19 taufte Gäfud sein Debutalbum im Wohnzimmer von Lyss mit Bier. Es war also überfällig, dass sich professionelle Armschwenker für eine zweite Ausgabe von «Rap im Wohnzimmer» trafen. Am 14.05.22 hostete die Hospitium Lounge das langersehnte Konzert.

Gäfud und Keys brachten diverse Gäste, DJ’s und Musikanlage mit. Sie brachten die Wohnzimmer-Crowd sogar zum Aufstehen. Die tiefen Bässe erklangen noch spät in den Lysser Gassen. Der kulturelle Himmel über Lyss, wenn auch nur klein, wurde in dieser Nacht um einen Stern heller.

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(stm)

Vorbereitung:

Eine Woche vor dem Konzert kam Rapper Gäfud auf mich zu, ob ich noch Zeit und Lust hätte, ein After-Movie vom Konzert zu machen. Anfangs war es eigentlich nicht geplant, er fände es jedoch gleichwohl schön, etwas zu haben. Dies schränkte natürlich die Möglichkeiten schon sehr ein, da ich keine Zeit mehr hatte, etwas in der Ausleihe in Chur zu holen. Ich hatte jedoch ein iPhone in der Tasche und ein Handygimbal zuhause. Dieses Setup machte es einerseits einfacher während dem Konzert herumzulaufen, andererseits war mir schon vorher bewusst, dass der Handysensor während einem eher dunklen Abendkonzert an seine Grenzen kommt.

Das Konzept des Videos war ein Aftermovie mit gutem Sound, direkt abgenommen ab dem Mischpult, und eine Mischung zwischen 120fps Slow-Mo-Aufnahmen und „normalen“ 25fps-Shots. Das Thumbnail und der Abspann des Videos sollten dem Flyer angelehnt sein.

Dreh:

Am Nachmittag vor dem Konzert traff ich mich mit allen Rappern, DJ’s und Tonmann bei den Vorbereitungen, um eine Idee von der Bühne, dem Setup und kleinen Laufwegen für mich zu bekommen. Während den letzten Vorbereitungen am Mischpult ist uns dann aufgefallen, dass der Master-Output gar nicht ab dem Mischpult aufgenommen werden konnte. Ich habe das Fachchinesisch nicht 100% verstanden und musste mich geschlagen geben, als sie mir gesagt haben, es würde leider einfach nicht gehen. Ich musste mich also mit direktem Audio vom iPhone zufrieden geben, yikes… Mentalnote an mich selbst: Für den nächsten spontanen Videodreh einfach noch ein Mikro für alle Fälle mitnehmen.

Post Production:

Da es, wie schon angetönt, sehr dunkel an der Location war, war es auch nicht optimal für meinen Kamerasensor. Alle Nicht-Slow-Mo Aufnahmen funktionierten noch ganz gut, jedoch waren aufgrund der hohen Framerate und der dadurch sehr kurzen Belichtungszeiten die Aufnahmen sehr dunkel. In Premiere musste ich diese stark aufhellen, was zu hohem Rauschen führte. Ich konnte dies so weit wie möglich reduzieren. Aber bei einer Rauschreduzierung gehen natürlich andere Sachen wie Details und Farbe verloren und musste aufgrund dessen einen stabilen Mittelweg finden. Für ein nächstes Mal müsste ich entweder eine bessere Kamera mitnehmen oder was in diesem Fall wohl besser gewesen wäre, mit dem Veranstalter schon vorher über die Lichtsituation sprechen und diese gegebenenfalls verbessern. Ich habe mich nicht so wirklich getraut, weil es so für die Rapper passte.

Ich habe das Audio separat ins Audition gezogen um dort noch etwas zu verbessern, was möglich war. Grundsätzlich hat es nicht so schlecht geklungen, wie ich es mir anfangs gedacht hatte. Das Signal hat nirgends übersteuert, was schon ein gutes Zeichen war. Grundsätzlich waren die Aufnahmen sehr Basslastig und sehr zahm in den Höhen. Diese konnte ich mit einem spezifischen EQ lösen und das Endresultat kann sich für eine iPhone-Audiodatei auch sehen lassen.