Von der Projektion zur Realisation

Hologramm? Dreidimensionale Projektion? Hollywood-Science-Fiction? Was sich wie Zukunftsmusik anhört, lässt sich auch einfach mit filmischen Handwerk realisieren.

Ich habe mir zur Aufgabe gemacht, mit Hilfe von Adobe After Effects zu versuchen, einen Übergang zu erstellen, der wie ein Hologramm aussieht.

Das Endergebnis findest du auf YouTube:

(mou)

Idee

Ich habe mir vorgenommen das erlernte Wissen über After Effects durch eine praktische Aufgabe zu vertiefen. Deshalb stiess ich auf die Methode ein Hologramm in After Effects darstellen zu lassen. Ich fand es eine spannende Idee, die ich so noch nie angegangen bin.

Produktion

Im Video ist mein Asus Zenfone zu sehen. Zum Filmen verwendete ich eine Canon R6. Ich habe die Kamera auf einem Stativ aufgestellt, um ein möglichst ruhiges Bild zu erhalten. Während dem Dreh habe ich darauf geachtet, eine möglichst ruhige Hand zu bewahren. Jedoch hatte ich in der Postproduktion das Gefühl, dass mir dies nicht gänzlich gelungen ist.

After Effects

Nachdem ich mein Video ins After Effects geladen habe, begann ich mit dem Zuschneiden. Leere Szenen schnitt ich gleich weg. Als nächstes erstellte ich ein Freeze-Frame, also ein Standbild vom Handy. Dieses Standbild werde ich für das Hologramm nutzen. Mit dem Pen-Tool kann man nun den Umriss des Handys nachzeichnen. Hierdurch gelangen wir in eine Maske. In der Maske füge ich den Effekt Tint hinzu und verleihe ihr eine neon-hellblaue Farbe. Mit Hilfe des Curves-Effekts kann ich den Kontrast verstärken, in dem ich die Curves-Linie nach oben zu einer Kurve ziehe.

Im nächsten Schritt erstellen wir ein Adjustment Layer und fügen dem ein Grid hinzu. Das Grid kann je nach Geschmack grober oder feiner ausfallen. Um einen Überblick zu haben, ist es von Vorteil Kompositionen zu erstellen. Die Komposition des Grids rotiere ich so lange, bis der Winkel dem des Handys entspricht. Soweit so gut, als nächstes füge ich die Maske der Freeze Frames auch dem Grid hinzu. Dadurch passt es nun wie angegossen mit dem Handy zusammen. Als nächstes füge ich dem Grid Tint, Glow und Opacity hinzu. Besonders die Transparenz spielt beim Hologramm eine wichtige Rolle.

Nachfolgend setzen wir einen zusätzlichen flickernden Effekt ein. Hierfür fügen wir ein flickerndes Video in unsere Komposition und erhöhen den Kontrast mit Hilfe der Curves. Danach setzen wir die Track Matte auf Luma Matte. Desweiteren setzen wir einen Adjustment-Layer über unsere Originalaufnahmen, um über den Curves-Effekt die Helligkeit zu verringern. Dies führt zu einem stärkeren Kontrast zwischen Hologramm und dem Hintergrund.

Anfangs und Ende der Hologramm-Spielzeit gebe ich der Opacity abwechselnd hohe und tiefe Werte, damit es „glitchiger“ wirkt. Bevor wir mit dem nächsten Schritt fortfahren, positionieren ich das Hologramm so gut es geht in die Hand. Zeitlich davor positioniere ich das Hologramm weiter oben. Ich füge noch einige ab- und aufwärtsgehende Positionen ein, um einen Schwebeeffekt zu erzeugen. Mit Auswahl aller Keyframes und F9 erhalten sie „easy ease“.

Zum Schluss rendere ich das Video im Media Encoder. Tadaaa und schon haben wir einen Hollywood-reifen Special Effect kreiert!

Learnings

Ich habe gelernt die After Effects Layern so zu bearbeiten, dass die Übergänge harmonisch wirken, obwohl die Bilder, die ich übereinander legte, nicht komplett überein stimmten. Dabei ist wichtig den oberen Layer eine Transparenz zu geben, damit man die Überschneidung mit dem unteren Layer abgleichen kann und so einen möglichst passenden Übergang zu kreieren. Das Zusammenspiel der Farben und der Effekte wie z.B. Blur und Glow spielen dabei eine wichtige Rolle.

Fazit

Ich fand es eine aufregende Herausforderung. Diese Art der Special Effects kannte ich bisher nur aus Filmen, deshalb finde ich es umso faszinierender, dass es eigentlich gar nicht so schwer ist,  dies selber zu realisieren. Es gibt zahlreiche Anleitungen und Inputs zu Adobe After Effects. Zukünftig möchte ich auch andere Funktionen austesten.