Visitenkarten – Agentur für authentische Brand Experience

Visitenkarten sind mehr als reine Informationsträger: Sie transportieren Haltung, Anspruch und Persönlichkeit. Genau das war der Ausgangspunkt für mein Projekt, in dem ich Visitenkarten für die Brand Experience Agentur MADAI gestaltet habe.

Ziel war es, ein cleanes, minimalistisches und zeitloses Design zu gestalten, das gleichzeitig eine subtile Luxus-Anmutung hat, aber dennoch cool, selbstbewusst und authentisch wirkt – passend zur Haltung der Agentur.

Erste Ideen
Zu Beginn habe ich bewusst mit einem breiten Cluster an Varianten gearbeitet. Dabei habe ich unterschiedliche Kompositionen, Typografie-Gewichtungen sowie den Einsatz von Schwarz- und Weissflächen getestet. Ein zentrales Element in einigen Entwürfen war der Claim «Your Partner in Crime», der bereits früh als visuelles und inhaltliches Statement eingesetzt wurde – teils sehr subtil, teils offensiver.

Parallel dazu habe ich auch über Veredelungstechniken wie Prägungen oder Stanzungen nachgedacht, da diese das haptische Erlebnis einer Visitenkarte deutlich aufwerten und die reduzierte Gestaltung zusätzlich unterstützen können. Gerade in der Zurückhaltung des Designs entsteht so Raum für Qualität, Materialität und Detail.

In dieser Phase ging es darum, die Spannung zwischen Zurückhaltung und Ausdruck auszuloten: Wie minimal kann eine Visitenkarte sein, ohne an Charakter zu verlieren? Und wie kann sie gleichzeitig Haltung transportieren, ohne laut zu wirken? Gleichzeitig stellte sich die Frage, wie viele Informationen es wirklich braucht – mit dem klaren Ziel, so wenig wie möglich, aber so viel wie nötig zu zeigen.

Engere Auswahl
Aus dem Cluster entstand anschliessend eine engere Auswahl, die sich klar auf wenige gestalterische Prinzipien konzentriert:

  • starke, selbstbewusste Typografie
  • viel Weissraum
  • reduzierte Farbwelt
  • präzise gesetzte Inhalte

Die Unterschiede zwischen den einzelnen Entwürfen sind dabei sehr fein und bewusst zurückhaltend. Es handelt sich weniger um grundlegend verschiedene Designs als um nuancierte Variationen, die mit kleinen Verschiebungen in Typografie, Gewichtung und Raumwirkung spielen.

Hier wurde deutlich, dass weniger tatsächlich mehr ist. Die Designs begannen, die MADAI-DNA stärker zu tragen: kein visuelles Überladen – sondern Klarheit, Fokus und Persönlichkeit.

Der Claim «Your Partner in Crime» gewann in dieser Phase an Bedeutung. Er steht sinnbildlich für die Agenturphilosophie von MADAI: echte Zusammenarbeit, volles Commitment und der Wille, gemeinsam mutige, manchmal auch unkonventionelle Wege zu gehen. Nicht als Dienstleister im Hintergrund, sondern als Sparring Partner auf Augenhöhe.

Finale Konzepte
Aus der engeren Auswahl sind schliesslich drei finale Versionen entstanden, mit denen MADAI nun weiterarbeiten möchte. Der finale Entscheid ist dabei noch offen.

Alle drei Konzepte funktionieren auf ihre eigene Art:

  • Eine Variante setzt den Claim klar ins Zentrum und positioniert MADAI als verlässlichen, mutigen Partner.
  • Eine weitere arbeitet stärker mit Typografie und Kontrasten und vermittelt Selbstbewusstsein und zeitlose Eleganz.
  • Die dritte Version ist reduzierter und zurückhaltender und lässt die Marke für sich sprechen.

In einem letzten Schritt haben wir uns entschieden, innerhalb der bereits gewählten Schriftarten mit anderen Schriftschnitten zu arbeiten. Dadurch konnte die Typografie weiter geschärft werden, ohne die visuelle Identität zu verändern – mit dem Ziel, Lesbarkeit, Hierarchie und Ausdruck gezielt zu verfeinern.

Gemeinsam haben alle drei Designs ihre klare Haltung, ihre visuelle Ruhe und die Fähigkeit, MADAI als das zu zeigen, was sie sind: Ein Kollektiv, das nicht Trends folgt, sondern sie setzt – und Marken nicht nur gestaltet, sondern erlebbar macht.

(vha)

Rückblickend habe ich zu Beginn mit sehr vielen Entwürfen gearbeitet. Dieser breite Ansatz war hilfreich, um unterschiedliche Richtungen auszuloten, gleichzeitig habe ich mich im Prozess stellenweise etwas in der Vielzahl der Varianten verloren.

Ein nächster Entwicklungsschritt wäre, mutiger im Ausscheiden von Entwürfen zu werden und früher klare Entscheidungen zu treffen. Gerade bei minimalistischen Designs liegen die Unterschiede oft in sehr feinen Nuancen – umso wichtiger ist es, konsequent zu reduzieren und den Fokus zu schärfen.

Zudem war die visuelle Identität von MADAI bereits klar definiert. Wäre dies weniger der Fall gewesen, hätte ich den Gestaltungsspielraum stärker genutzt und mehr Varianten entwickelt, die sich grundlegend voneinander unterscheiden, um die Bandbreite möglicher visueller Richtungen noch deutlicher auszuloten.

Insgesamt nehme ich aus dem Projekt mit, dass Reduktion nicht nur ein gestalterisches Mittel ist, sondern auch eine Haltung im Prozess erfordert – und dass klare Entscheidungen ein zentraler Teil guter Gestaltung sind.