UFS 2023: Aftermovie @aerabern

Ende Oktober hatte ich die Gelegenheit @aerabern, ein Kunst- und Kulturprojekt aus Bern, bei der Underground Fashion Show des Tripity-Kollektivs mit der Kamera zu begleiten. Entstanden dabei ist ein Aftermovie für Social Media.

Lùan Palma Villagra, Kommilitone und Freund von mir, führt erfolgreich das Berner Kunst- und Kulturprojekt @aerabern. Zu Beginn dieses Semesters kam er auf mich zu und bot mir an, die neuen Kreationen an der anstehenden Underground Fashion Show (UFS) im Berner Tripity zu videografieren. Ziel der Aufnahmen war ein kurzer Aftermovie für den Instagram-Kanal von @aerabern. Da konnte ich nicht nein sagen.

Am Vorabend der Show fand die Hauptprobe statt, wo ich alle mitwirkenden Personen des lokalen Modelabels für die UFS kennenlernen durfte. Gemeinsam mit allen anderen Beteiligten der UFS fanden wir uns im Tripity ein und der ganze Ablauf der Show wurde zweimal geprobt.

Mit Tee und Chips vertrieben wir uns die Wartezeit vor und nach unserem Slot im Backstage. Dabei konnte ich die ganzen Vorbereitungen für die Performance von @aerabern hinter den Kulissen videografieren. Während den Proben nahm ich mir vor, den Runway zu inspizieren. Mein Ziel war es, einen möglichst optimalen Platz für die UFS am Folgeabend auszusuchen. Luan warnte mich bereits vor, dass viele Besucher erwartet werden und ich wohl keine Chance mehr hätte, mich am Runway entlangzubewegen. Er hatte damit alles andere als übertrieben.

Der Andrang am Abend des 28. Oktobers war, sachte ausgedrückt, immens. Hunderte von Personen mussten von Türstehern abgewiesen werden, da das Tripity bereits zu diesem Zeitpunkt bis auf den letzten Platz – oder eher auf den letzten Meter – belegt war. Die Show wurde von jung bis alt besucht, die Stimmung war durchwegs ausgelassen. Es war für mich ein eindrückliches Erlebnis und eine grosse Freude, die kreativen Kreationen von @aerabern an der UFS mit der Kamera festzuhalten.

Das Ergebnis findest du hier auf Instagram.

(bas)

Umsetzung

In Bezug auf den Inhalt hatte ich nichts beizutragen, da die gesamte Performance bis ins kleinste Detail von Lùan durchdacht und geplant wurde. Mein Fokus lag darauf, die kreativen Elemente, die Farbpalette und die hervorgerufenen Emotionen im Publikum sowie vom Team im Backstage in ihrer reinen und authentischen Form einzufangen. Dabei wollte ich durch die Kamerabewegung, Framing und Farbgebung das Dargebotene optimal betonen, ohne es zu stören oder vorwegzunehmen.

Location

Die Location stellte sich als knifflig heraus. Von Anfang an empfahl Lùan, dass ich mich an einem der beiden Enden des Laufstegs positionieren sollte. Bereits während der Proben bemerkte ich, dass die Lichtsituation im Tripity äusserst ungünstig war und ich daran für die Show auch nichts ändern konnte bzw. durfte.

Besonders problematisch war, dass die Models auf dem Laufsteg während ihres Laufs ständig von Lampen beleuchtet wurden und im nächsten Moment fast im Dunkeln verschwanden. Ich versuchte, das Beste aus der Situation zu machen, indem ich die Kamera kurzerhand auf schlechte Lichtverhältnisse vorbereitete. Dabei war es unvermeidlich, dass aufgrund der vorgegebenen Lichtverhältnisse bestimmte Bildausschnitte teilweise überbelichtet wirkten.

Technik

Frühzeitig entschied ich mich dafür, aus der Hand zu filmen. Ein Gimbal hätte zwar zu stabilisierteren Aufnahmen geführt, wäre jedoch aufgrund der eingeschränkten oder fehlenden Bewegungsfreiheit während der Show überflüssig gewesen. Ich entschied mich dazu, die gesamte Show im Autofokus aufzunehmen, da ich mich am Ende eines Laufstegs positionierte und die Models auf mich zuliefen. Mein Hauptaugenmerk lag darauf, das Framing im Blick zu behalten, die Bewegungen der Models einzufangen und die Emotionen im Publikum zu erfassen. Da die Models nur für kurze Momente im Bild erschienen, war es praktisch unmöglich, gleichzeitig den Fokus zu bedienen. An dieser Stelle hätte eine zweite Person hilfreich sein können.

Postproduktion

In der Postproduktion war es mir wichtig, die Aufnahmen stimmungs- und taktvoll auf den eigens für die Show produzierten Track abzustimmen. Dafür musste ich die meisten Aufnahmen bis auf wenige Sekunden kürzen, um Bild und Ton in Einklang zu bringen. Das Ganze wurde durch passende Übergänge und Schnitte ergänzt. Abschliessend erfolgte die Farbkorrektur und das Garding.

Fazit

Insgesamt betrachtet finde ich, dass das Projekt durchaus gelungen war. Auch Lùan und der Rest des Teams zeigten sich begeistert von den Aufnahmen. Anfangs war meine Skepsis gross, da ich keinerlei Kontrolle über das Licht hatte. Im Rückblick erkenne ich jedoch, dass es mir geholfen hat, dass ich mich auf die Bewegung und das Framing konzentrieren konnte. Es stellte sich als Vorteil heraus, sich nicht in jedem Detail zu verlieren, sondern den Fokus daraufzulegen, was ich mir zu Beginn des Projekts vorgenommen hatte.