The Show Mask Go On!

Mal im ernst: «Beim Wort Gesichtsmaske denkt momentan auch keiner mehr an Gurkenscheiben oder?». Da kann es jetzt nur noch heissen: «The Show Mask Go On!».

Wollt ihr nun die unmaskierte Wahrheit dazu wissen? Ich hab mich nach Jahren Mal wieder an die Kunst des Nähens ran gewagt, da ich nämlich die Schnauze voll hatte von den unbequemen, schlecht riechenden und hässlichen Einwegmasken. 

Bei mir hier findet ihr ein spannendes Tutorial über eine Art von Maske, die euch und euren Liebsten in diesen mühsamen, unsicheren und stressigen Zeiten ein bisschen gute Laune und vor allem den gesundheitlichen Schutz bringen kann, den ihr benötigt. Es ist nicht die ausgereifteste Maske, aber sie ist dafür waschbar, hat eine Filtertasche und man kann sie beliebig verzieren, ganz nach dem Motto «Pimp My Mask».

Ich hoffe, dass die Herstellung der Maske auch für euch eine sinnvolle, beruhigende und nützliche Zeitinvestition zu Zeiten des «Social Distancing» und «Staying Safe at Home» ist.

Also auf was wartet ihr noch? Ran an die Nähmaschine, fertig, Stoffe los! 

Hier noch die selbst erstellte Vorlage zu der Maske. Die Abmessungen basieren auf diverse Stoffmasken, die ich gekauft habe. Viel Spass damit!

Danke euch fürs Lesen, Anschauen und Mitmachen! Ich wünsche euch allen noch gesunde und erfolgreiche Zeiten! Zum Abschluss noch einen witzigen Spruch:

Wir sind mit – Abstand – die Besten. Also Masks On und los geht’s !

Angela Sigrist

(ash)

PREPRODUCTION

Idee & Inspiration

Schon seit Beginn der Corona-Pandemie anfangs 2020 empfand ich die Einwegmaske als sehr unpersönlich und unangenehm seitens Geruch, Textur und Ästhetik. Ich dachte mir, da kann ich doch selbst etwas daran ändern! So hab ich mich nach Jahren mal wieder ans Nähen gewagt und es zu meinem Projekt gemacht. Ausserdem fände ich es schade, so ein nützliches Projekt nicht mit allen zu teilen, da es ja nicht nur ästhetisch schön daher kommt, sondern wirklich konstruktiv etwas zur Gesundheit aller beitragen kann.

Planung, Vorbereitung & Organisation

Diese drei Punkte waren gar nicht mal so einfach. Als aller erstens musste ich eine Nähmaschine und Stoffe besorgen, alles, dass ich zum Glück bei meiner Mutter auftreiben konnte. Dann kamen die Knackpunkte: Wie bedient man solch eine Nähmaschine schon wieder? Wozu sind diese ganzen Knöpfe gut? Wie geht man beim Nähen vor? Was für eine Naht benutzt man für welche Stoffe? Und so viele Fragen mehr, die ich mir stellte und lösen musste. Zum Glück ist meine Mutter noch sehr gewandt im Nähen, so konnte ich bei ihr ein paar Nähstunden nehmen. Als meine seit 10 Jahre unbenutzten Skills im Nähen wieder aufgefrischt waren, galt es dann eine Location zu definieren und anschliessend einen detaillierten Drehplan anzufertigen.

Zusätzlich habe ich mich noch zum ersten Mal mit den Methoden “Top Down“ Filmen und “Stop Motion“ Fotos auseinandergesetzt. So konnte ich dann am Ende des Projektes ein Video, dass ein Hybrid aus Bewegtbilder und “Stop and Go“ Fotos ist, herstellen.

Drehort

Ich tat mich anfänglich schwer mit der Drehortsuche für mein Masken-Tutorial, da bei mir das finale Bild bei solch einer Aufnahme harmonisch und themengerecht sein muss. Ich entschied mich nach mehreren Probeversuchen dann, den Dreh bei meinen Eltern im Tessin zu machen, in meinem Schlafzimmer. Der Ort eignet sich gut als Setting für ein Näh-Tutorial, da die Wände orange sind und für sonnige und lebendige Aufnahmen sorgen; der Tisch weiss ist und für saubere Aufnahmen sorgt und die Fenster gross sind, um genug Licht reinzulassen.

Equipment & Programme

  • Mein Handy (Marke: iPhone X)
  • Fotokamera (Marke: Canon EOS 1300D)
  • Grosses Stativ und zusätzlich ein beweglicheres Stativ (Marke: Hama und Slik)
  • Zwei Powerbanks (Marke: SRS und CellularLine)
  • Beitragsbild – Adobe InDesign und Photoshop Programm
  • Bilderbearbeitung – Adobe Lightroom Programm
  • Postproduktion der Videos (Bewegtbilder, Bilder und Audio) – Adobe Premiere Pro Programm
  • Lizenzfreie und brauchbare Musik – Youtube Music Library
  • Möbel und Accessoires für das Set: zwei Tische, einen Stuhl, vier Lampen, ein Bügeleisen, mehrere Stoffe und Nähwerkzeuge.

PRODUCTION

Umsetzung

Ich begann das Set mit all den nötigen Geräten, Werkzeugen und Accessoires vorzubereiten. Der weisse Tisch, auf dem ich alles filmte, eignete sich sehr gut, um eine saubere Aufnahme hinzubekommen. Jedoch das Set so herzurichten, dass all die geplanten Schritte logisch, chronologisch und mit der richtigen Beleuchtung gefilmt werden können, war wirklich herausfordernd. Das Ganze gelang mir dann trotzdem, dank reichlicher Kreativität und der richtigen Organisation der zu filmenden Schritte.

Das Wichtigste für mich war es, verschiedene Positionszeichen am Boden zu setzen, dort, wo ich die Stative, Nähmaschine, Werkzeuge und Dekoration platziert hatte. Dies war von grosser Bedeutung, da ich manche Schritte des Nähens immer wieder mit der gleichen Kameraeinstellung filmen musste und ich in der Postproduktion so dann eine Mischung aus Film und “Stop Motion“ realisieren konnte.

Vor den Drehtagen hatte ich mir also einen detaillierten Drehplan erstellt, den ich befolgen wollte, um wirklich keinen einzigen Nähschritt zu missen. Die ganzen Arbeitsschritte der Masken sollten ja in dem final bearbeiteten Video dem Zuschauer schlussendlich eine gewisse praktische Hilfe zur physischen Umsetzung der Maske sein.

Um eine Idee meines Drehplans zu bekommen, hier einen kurzen Einblick:

Endprodukt: Video von einer Maske mit Filtertasche und Gummibänder.

Was zeige ich in den Videos?

  1. Alle benötigten Werkzeuge.
  2. Maske-Vorlage und welche Grösse ich dafür nehme.
  3. Die Vorlage ausschneiden.
  4. Den benutzten Stoff zeigen.
  5. Stoff auf die Grösse der Vorlage schneiden und Stoff für Filtertasche zuschneiden.
  6. Verschiedene Enden der zugeschnittenen Stoffe jeweils Schritt für Schritt mit der Nähmaschine zusammennähen.
  7. Enden bei Ohrengummis offen lassen.
  8. Dann die Maske von innen nach aussen kehren und mit einem Stift die Maske richtig ausstülpen.
  9. Ohrenschlaufen einbauen: Zuerst die Enden rechts und links ca. 3-4 mm einstülpen und dann alles nochmals gleich einstülpen. Danach dies vertikal runter nähen, sodass noch ein Gummiband in der Breite Platz hat.Die Gummibänder an eine Sicherheitsnadel befestigen und durch den erstellten Tunnel schleusen. Zuletzt einen Knoten beim Gummiband machen und diesen zurück in den genähten Tunnel schieben.
  10. Die fertige Maske auf dem Tisch zeigen mit Vorlage, Filter, Dekorationen und so weiter.
  11. Accessoires und Einzigartigkeit hinzufügen, wie z. B. Nieten, Bänder, Knöpfe, …
  12. Filter und Maske zeigen, danach Filter in die Filtertasche machen.
  13. Die fertige Maske an mir zeigen in drei Positionen (vorne, rechts und links).

Beitragsbild

Das Beitragsbild wollte ich richtig catchy und auffällig machen, weil ich definitiv nicht einen typischen Titel wollte. Ich habe nämlich viele Tutorials über Masken angeschaut, bevor ich mit meinen losgelegt hatte und die meisten waren nämlich so benannt: Masken Tutorials, DIY Masks, Masken einfach nähen etc. Meinen Titel wollte ich ein wenig lebendiger und intriganter gestalten: “The Show Mask Go On“. Dies meine ich im Sinne, da wir ja schon genug Stress und Veränderungen hatten durch die Gesundheitsmassnahmen und den Maskenvorschriften dieses Jahr sollten wir trotz allem vorwärts schauen und das Beste daraus machen.

Das Beitragsbild habe ich sorgfältig im InDesign und Photoshop erstellt und bearbeitet. Dabei arbeitete ich mit verschiedenen Layers und benutzte dieselben Designelemente, die auch in meinem Masken-Tutorial vorkommen, um dem ganzen Projekt ein einheitliches Design zu verleihen.

POSTPRODUCTION

Zusammensetzung & Nachbearbeitung

Die Postproduktion verlief sehr gut, aber auch sehr intensiv. Ich hatte wirklich immens vieles Material aufgenommen, da ich ja einen Mix von Videoaufnahme und “Stop Motion“ benutzen wollte. Dies war eine grosse Zeitinvestition vor allem für die Sortierung, Bearbeitung und Zusammenfügung der Bilder.

Die Farbanpassungen im Color Grading gaben mir auch noch recht lange zu schaffen, da manche Aufnahmen je nach Licht draussen nicht den gleichen Farbton aufwiesen wie die anderen. Die Lichtverhältnisse bei meinen Drehtagen waren nicht gerade ideal: An manchen Tagen war es sonnig und an andere sehr bewölkt. Dies veränderte eben auch leicht die Farbtöne meiner Aufnahmen, zum Glück konnte ich dem ganzen noch einen einheitlichen, warmen und sonnigen Look verpassen, passend zu dem Stil, den ich mir für ein Näh-Tutorial vorgestellt hatte.

Nach der Bearbeitung der Foto- und Videoaufnahmen ging es mit dem Rohschnitt im Adobe Premiere Pro Programm weiter. Für diesen brauchte ich auch längere Zeit, da ich mich zuerst einmal mit der ganzen “Stop Motion“ Technik befassen musste. Nach dem langen herum tüfteln an Schriften, Farben, Übergänge und Effekte, weil ich es bis ins Detail ausgewogen wollte, widmete ich mich zuletzt noch an die Musiksuche. Ich suchte eine Hintergrundmusik in der Youtube Music Library aus, die lebendig, frisch und feminin wirkt, aber trotzdem ein Gefühl von Näh- und Bastelstunde verleiht.

Herausforderungen

  • Die allergrösste Herausforderung war das Hin und Her switchen zwischen den Stativen und Kameraeinstellungen. Die Schwierigkeit lag darin, dass ich manche Schritte aus einer Kamera-Position wollte auf dem einten Stativ und andere Schritte aus einer anderen Kamera-Position auf dem anderen Stativ. Dies bedeutete ein ständiges auf und abbauen des einzigen Handys mit dem ich aufnahm und dies ohne alles ständig verschieben zu müssen. Das Bild sollte nämlich in den folgenden Schritten der “Stop Motion“ Fotos die gleiche Setting-Position aufweisen wie in den vorherigen. Zum Beispiel wollte ich die mit Vorlagen ausgeschnittenen Stoffe in einem Setting fotografieren und dann musste ich diese ja an manchen Orten zusammennähen, also gab es ein Stativwechsel und ein Positionswechsel der Nähmaschine. Nach diesem Schritt wollte ich aber die Fortschritte des genähten Stoffes wieder im selben Setting zeigen wie die vorherigen ausgeschnittenen Stoffe, also musste ich wieder alles auf die andere Position verlegen: Handy, Stativ und Nähmaschine. Eins ist sicher: Ich bin durch dieses Hin und Her geschickter und praktischer mit dem Umgang von Aufnahmen geworden.

 

  • Durch den ständigen Wetterwechsel hatte ich echt Mühe mit dem Fokus und der Lichtverteilung. Trotz den grossen Fenstern, die eine Menge Licht reinliessen und den mehreren Lampen, die als Lichtquellen dienten, war es knifflig, ein gutes und einheitlich verteiltes Licht hinzubekommen. Vor allem die rechte Ecke des Schreibtisches im Bild war sehr dunkel im Verhältnis.

 

  • Sehr herausfordern war auch vor allem das Nähen selbst unter Beobachtung der Kamera. Da ich ja schon seit Jahren nicht mehr genäht hatte und nur ein paar Stunden mit meiner Mutter alles aufgefrischt hatte, war der Druck umso grösser ein schönes Endprodukt hinzubekommen. Zum Beispiel musste ich die fast komplette Maske nochmals ganz von null anfangen, da ich eine ganze Naht nach aussen genäht hatte und nicht nach innen. Aber Übung macht den Meister und mit der Zeit ging es fluider mit dem Nähen. Mehrere kleine Fehler habe ich immer wieder gemacht, die konnte ich aber zum Glück leicht beheben, ohne alles nochmals überwerfen zu müssen.

Fazit

Ich bin im Grossen und Ganzen sehr zufrieden mit dem Endresultat. Das Wichtigste war für mich, ein praktisches und fluides Tutorial hinzubekommen, um den Leuten Schritt für Schritt die Erstellung einer Maske zu ermöglichen, um etwas Gutes zu Ihrer Gesundheit beitragen zu können und auch um Ihnen eine Freude in diesen unsicheren Zeiten zu bereiten.

Das Projekt war für mich sehr lehrreich, da ich zwei neue Methoden des Videomachens, das “Top Down Filming“ und die “Stop Motion Methode“ ausprobieren konnte. Dies machte mir immens Spass, da es sehr interessant war, die verschiedenen Funktionsmechanismen dieser Methoden zu erforschen und gleich danach anzuwenden. Auch das Hin und Her springen zwischen den verschiedenen Settings und Kameraeinstellungen, brachte mir eine höhere Geschicklichkeit mit der Technik und den Geräten und somit auch eine gewisse Erhöhung meines Multitaskings-Vermögen in puncto filmen.

Dieser Dreh war trotz allem sehr intensiv und hat mich ab und zu Mal ins Schwitzen gebracht, auf der anderen Seite war er aber auch sehr befriedigend, als ich dann die erreichten Resultate sah. Am Kniffligsten fand ich es herauszufinden, was ich zuerst positionieren, schneiden oder nähen sollte. Zum Beispiel, dass nach dem Umstülpen der Stoffe die schöne Seite angezeigt wird und eben nicht die eine mit der ganz offen gelegenen Naht.

Das “The Show Mask Go On!“ Projekt war für mich eine schöne Erfahrung, um meine filmischen Kenntnisse zu erweitern und gleichzeitig physisch etwas Konstruktives für die Gesundheit anderer Menschen tun zu können. Ich hoffe, Ihr werdet Freude haben, die Maske nachzumachen und dass Ihr diese danach zu Eurem gesundheitlichen Schutz einsetzen könnt.