The Ethereum Hunter

Weit draussen in den Tiefen des Weltalls sucht ein einsamer Edelsteinjäger nach der Beute seines Lebens: Ein Ethereum. Doch Reichtum ist eine Macht, die denjenigen bezwingen kann, der sie erlangt…

Das unersättliche Streben nach mehr ist ein grundlegendes Problem unserer Gesellschaft. Als ich mich im Frühjahr 2021 selber mit dem Hype um neue Kryptowährungen wie Bitcoin und Ethereum auseinandergesetzt habe, verspürte auch ich in mir einen Funken Gier. Das hat mich gehörig erschreckt und dazu inspiriert, diesen dreiminütigen Animationsfilm zu produzieren. Ich habe mit dem 3D Programm Blender gearbeitet und von Modelling und Texturing bis hin zur Animation und dem Sounddesign praktisch alles selber erstellt. Genug gesagt, schau dir einfach das Video an!

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(ash)

Idee
Ich war schon immer von Science Fiction fasziniert und habe schon viele 3D Renders mit futuristischem Setting kreiert. Durch Digezz habe ich nun den Rahmen und auch die nötige Motivation gefunden, ein grösseres Animationsprojekt anzugehen. Die Idee war es, einen kurzen und professionellen Animationsfilm zu erstellen, der sich im Weltraum abspielt. Ich wollte vor allem mein technisches Know-How weiterentwickeln, wusste aber, dass ohne eine Story jede Animation langweilig wäre. Deshalb habe ich eine simple Geschichte entwickelt: Ein Einzelgänger auf der Suche nach grossem Reichtum durchstreift die weiten des Weltraums. Er bekommt von seinem Boardcomputer eine Meldung, das ein wertvoller Ethereum-Stein entdeckt wurde und fliegt sofort zu diesen Koordinaten. Als er den Stein findet und an sich nimmt, muss er für seine Gier bezahlen: Er verwandelt sich selbst zu einem Ethereum-Stein und fällt zu Boden. Nach einem Kameraschwenk wird dem Zuschauer klar, das schon unzählige andere ihrer Gier zum Opfer gefallen sind. Das Streben nach materialistischem Reichtum und dem digitalen Gold, Bitcoin, hat mich zu dieser Geschichte inspiriert. Ethereum ist die zweitgrösste Kryptowährung und der Stein in meiner Animation ist ihrem Logo nachempfunden.

Umsetzung
Zu Beginn habe ich ein text-basiertes Storyboard erstellt, an dem ich mich während dem produzieren orientieren konnte. Dies hielt ich flexibel und habe auch im Verlaufe des Prozesses viele Dinge verändert. Dann habe ich die verschiedenen Assets erstellt und angefangen, das ganze zu texturieren, zu beleuchten und zu animieren. Da ich erst kürzlich auf Blender umgestiegen bin, nachdem ich mehrere Jahre mit Cinema 4D gearbeitet habe, konnte ich durch dieses Projekt viele neue Tools erlernen. Dazu gehört zum Beispiel UV Mapping & Unwrapping, Hard Surface Modelling, Geometry-Nodes, Rigging und Character Animation.
Die Umgebung, Objekte und Animationen sind zu 100% selber erstellt mit einigen Ausnahmen: Das 3D Modell des Characters (dies habe ich aber selber geriggt, texturiert und animiert), die Pflanzen und einige Felsen. Während mein PC tagelang renderte konnte ich mir Feedback einholen und auf das bereits gerenderte Material reflektieren und so mein weiteres Vorgehen planen. Mein PC brauchte zusammengezählt ungefähr einen ganzen Monat um alle 4500 Frames in Blender zu rendern. Parallel dazu habe ich in Premiere Pro die Sequenzen zusammengefügt und das Sounddesign mit Hilfe einer Online Sound Library gemacht.

Fazit
Ich bin froh das Projekt endlich abschliessen zu können, aber es hat mir bis zum Schluss hin Spass gemacht. Ich habe wieder einmal gelernt, dass das erstellen von Animationen jedes Mal mehr Zeit erfordert, als man am Anfang plant. Ich habe weit mehr als 100 Stunden für dieses Projekt investiert und zum Glück habe ich bereits am Anfang vom Semester damit begonnen und so Stress vermieden. Neben sehr vielen verschiedenen Features von Blender habe ich auch organisatorische Dinge dazu gelernt. So habe ich erkannt, wie wichtig es ist, vor dem finalen rendern jeder Szene immer einen Wireframe zu rendern um in Premiere Pro zu überprüfen, ob die Szene ihre Funktion im Storytelling erfüllt und was noch verändert werden muss. Auch würde ich beim nächsten grossen Projekt viel Wert darauf legen, sämtliche Assets zu optimieren um meinen PC nicht zum stocken zu bringen und so meinen Workflow zu verlangsamen, wie es dieses Mal häufig geschah. Durch den Animationsfilm habe ich auch herausgefunden, was mir beim arbeiten mit 3D Projekten am meisten Spass macht: Modelling, Environments erstellen und das Sounddesign am Ende. Dieser Moment, wenn alles zusammenkommt und man endlich sieht, wofür man all die Zeit investiert hat, ist es den Aufwand immer wert.