Tanzvideos für Reach

Reach ist eine Teens-Tanzgruppe aus Bern. An der Swiss Jazz Dance Competition präsentierten sie ihre erarbeiteten Choreografien in den Kategorien „Teens Formation“ und „Teens Showdance“. An der Generalprobe hatte ich die Möglichkeit, die Performance der Gruppe filmisch festzuhalten.

Die Musik, wie auch der Tanz, haben die Eigenschaft, viel mehr ausdrücken zu können, als das es tausend Worte vermöchten. Darum: Sieh einfach selbst!

(twb)

Allgemein

Hauptschwierigkeit war, dass sehr wenig Zeit zur Verfügung stand, da es sich um eine Generalprobe handelte, die Aufnahmen standen nicht an erster Stelle und sollten die Tänzerinnen nicht beeinträchtigen. Deswegen installierten wir vier Kameras, um verschiedene Perspektiven zu bekommen. Bei „Dance like nobody’s watching“ hatten wir zwei Durchläufe, weshalb es möglich war, noch Handhold-Aufnahmen zu machen. Im Vergleich der beiden Endprodukte machen diese sehr viel aus an Lebendigkeit und auch im Schnitt merkte ich, dass ich am liebsten auf diese zurückgriff.

Filmen

Wir nutzten folgendes Equipment:

  • 2x Fuji X-T4 auf jeweils einem Stativ im Zuschauerraum
  • 1x GoPro Hero3 vorne am Bühnenrand
  • iPhone11 an einem Manfrotto Magic Arm in der rechten, mittleren Gasse
    (das iPhone nutzen wir auch an einem einfachen Handle Grip als Handcam)

Im Vorfeld machte ich einen genauen Plan, wo ich welche Kamera aufstellen möchte. Wir mussten hauptsächlich auf Stativ-Aufnahmen setzen, da wir nur begrenzt Zeit hatten und Handhold-Aufnahmen nur im Falle von genügend Zeit und einem perfekten ersten Durchgang möglich waren.

Ich war froh um die Hilfe von Nadine, ohne sie wäre das nicht möglich gewesen. Sie hat mich in Ausleihe, Transport, Aufbau und Aufnehmen unterstützt und den Rücken frei gehalten – und viele REC-Knöpfli gedrückt. Danke Nadine!

Postproduction

Leider hatte ich grosse Probleme mit den Aufnahmen der zweiten Kamera. Auch mit Nachforschungen konnte ich nicht rausfinden, warum diese Aufnahmen in Premiere Pro nicht gut gelesen werden konnten. Die Aufnahmeeinstellung waren in beiden Cams genau gleich. Ich konnte das Material dann mithilfe von «Proxys» bearbeiten. Im Export waren aber alle Aufnahmen dieser Kamera viel zu kontrastreich und mit einem übersättigten Schwarz. Ich versuchte dann das Grading direkt auf den Original-Files (und nicht den Proxys) zu machen. Das war aber leider nie ganz zufriedenstellend. Kurzfristig entschied ich mich dann dazu, das Grading nochmal über den Haufen zu werden und die Proxys für den Export zu verwenden. Auf einem grossen Bildschirm wird ein Qualitätsverlust festzustellen sein, aber auf YouTube und den Sozialen Medien (wo das Video vermutlich hauptsächlich angesehen werden wird) wird das nicht auffallen, jedenfalls weniger, als die Farb- und Kontrastveränderung. Trotzdem bin ich nicht glücklich über diesen erzwungenen Kompromiss.

Dieses Problem aber auch die Synchronisation und der Schnitt an sich waren sehr zeitaufwändig. Ich hatte mich auf einige Stunden eingestellt, aber dass es so viele werden würden (verteilt über mehr als einen Monat) hatte ich nicht erwartet. Doch bei jedem Review sah ich noch etwas, was ich noch verbessern wollte. Der Perfektionismus war da nicht besonders hilfreich.

Learnings

  • Noch mehr auf das Licht achten. Ich dachte, ich nehme dann «einfach den besseren Durchlauf» aber da immer gewisse Stellen in dem Einen besser sind als in dem Anderen, wurden doch immer wieder Durchläufe gemischt. Das fällt jetzt leider durch die verschiedenen Lichtstimmungen auf.
  • Licht-Learning 2: Testaufnahmen machen und diese am Computer anschauen, auch wenn es ein paar Minuten kostet. Wir haben getestet ob die Lichter flackern auf der Aufnahme aber nicht die Belichtung. Da es sich um eine Probe handelte und der „Lichtmann“ selbst noch Dinge ausprobierte, spielte er mit sehr starken Farben. So sind die Tänzerinnen in beiden Shows, besonders aber bei „Royal-T“ in starke Farben getaucht/ überbelichtet, die ich in der Postproduktion kaum korrigieren konnte. Bei den Fuji-Aufnahmen ging es bis zu einem gewissen Grad, die GoPro hatte leider zu wenige Daten als dass sich da noch viel korrigieren liesse. Sehr schade, denn so entstand schon in den Aufnahmen ein grosser Qualitätsverlust und teilweise sehen wir keine Details mehr, sondern nur noch farbige Figuren.
  • Jede Kamera (auch wenn ich sie kenne) vorher austesten. Beide Fujis waren dieselben, die Einstellungen identisch. Trotzdem gab es die Probleme bei der einen Kamera. In Zukunft muss ich immer alles Gear vorher testen – und auch die Testaufnahme im Programm anschauen!
  • Bewegung ist Key. Besonders bei „Dance like nobody’s watching“ fällt es auf, wie viel mehr man als Zuschauer:in integriert wird mit bewegter Kamera. So sehr ich im Schnitt versucht habe diese leichte Bewegung durch Keyframes zu imitieren, ist das Gefühl nicht dasselbe.
  • Unterstützung holen ist Gold wert! Als One-Woman-Task wäre die Aufnahme unmöglich gewesen. Ein zweites Paar Augen und Hände helfen enorm viel.