Summervideo 2025

Der Sommer ist eine Zeit, die oft schneller vergeht, als man sie festhalten kann. Zwischen Terminen, Reisen und flüchtigen Begegnungen bleibt meist nur eine Auswahl an Bildern zurück. Für dieses Projekt entstand ein rund vierminütiges Video, aufgenommen mit einer alten Kamera, das den Sommer so zeigt, wie er sich grösstenteils angefühlt hat, roh und ungeordnet.

Ausgangspunkt des Projekts war definitiv nicht ein inhaltliches Konzept, sondern vielmehr die Kamera selbst. Es handelt sich um eine Sony HDR-CX450, die ich mir als Kind sehnlichst zu Weihnachten gewünscht hatte. Jahre später wieder mit ihr zu filmen, war ein nostalgischer Entscheid, nicht mit dem Ziel hochwertige Aufnahmen zu machen, sondern neue Erinnerungen zu schaffen, mit einem technischen Werkzeug aus einer anderen Zeit.

Während der Aufnahmen habe ich mir kaum Gedanken über die Bildkomposition oder ähnliches gemacht. Die Kamera war einfach dabei. Gefilmt wurden Begegnungen und Orte, die mir wichtig waren. Oftmals habe ich die Kamera auch einfach jemandem in die Hand gedrückt, respektive sie haben die Freude daran selbst entdeckt. Diese Offenheit setzte sich im Schnitt fort. Mit den ganzen Erinnerungen auf der Speicherkarte wurde also das Schnittprogramm geöffnet. Zuerst wurden die Aufnahmen chronologisch aneinandergereiht, erst danach begann eine vorsichtige Reduktion. Auch der Schnitt folgte keinem festen Konzept, sondern entstand intuitiv.

Eine zentrale Entscheidung fiel schliesslich beim Ton. Nach langen Überlegungen, was für Musik ich nun einsetzen möchte, entschied ich mich schliesslich doch für keine. Dieser Entscheid entwickelte sich erst gegen Ende des Projekt und wurde zu einem wichtigen Bestandteil. Der rohe Ton ist gegensätzlich zu den ganzen Inhalten in den Sozialen Medien. Es wir einfach der ganze Moment, von A-Z dargestellt.

Das Video verfolgt keine klare narrative Linie. Vielmehr funktioniert es als Stimmungsbild. Einzelne Szenen stehen für sich, verbinden sich lose miteinander und ergeben in ihrer Gesamtheit ein Gefühl von Sommer – ohne Anspruch auf Qualität, Vollständigkeit oder Erklärung.

Hier kommst du zum Video.

(vha)

Ich bin sonst nicht wirklich der Mensch für spontane Projekte, ein Konzept gibt mir normalerweise sehr viel Sicherheit. Doch bei diesem Projekt habe ich bewusst darauf verzichtet.

Ich habe mich dazu entschieden, die Kamera einfach dabeizuhaben, den ganzen Sommer lang, oder zumindest meistens. Wenn ich mich danach fühlte, habe ich die Kamera draufgehalten, wenn ich mich nicht danach fühlte, eben nicht. Eine grosse Freude hat es mir auch gemacht, wenn meine Freund*innen selbst die Kamera genommen und gefilmt haben. Auch die Qualität war mir nicht wirklich wichtig, es ging mir darum, Momente des Sommers einzufangen.

Der Schnitt war der prägendste Teil des Projekts. Nachdem ich mal alles Material in eine Schnitt-Datei eingefügt habe, wäre das Video ca. 30 Minuten lang gewesen. Das kürzen fiel mir sehr schwer, denn es waren ja alle Momente in meinem Sommer irgendwie wichtig. Ganz nach dem Motto “kill your darlings” habe ich es schlussendlich doch geschafft, einiges zu kürzen. Die aktuelle Version des Videos ist ursprünglich als “summervideo-idee” entstanden. Während dem Arbeitsprozess habe ich also spontan eine Idee gehabt, diese umgesetzt und somit entstand das aktuelle, finale Video. Doch auch hier war ich lange überfordert, was ich denn nun jetzt als Musik verwenden sollte. Die bewusste Entscheidung, keine Musik zu verwenden, hat sich am stimmigsten angefühlt.

Das Projekt zu veröffentlichen fiel mir auch nicht ganz leicht, denn schliesslich zeige ich hier wichtige, und auch sehr persönliche Momente von mir und meinen Mitmenschen.

Ich sehe das Projekt als Gelungen. Es war schön, diese Momente festzuhalten und mich mal an kein Konzept, Plan oder ähnliches zu halten.