Social Media Konzeption und Content Creation für die Freilichtspiele Chur
Wie lässt sich Freilichttheater über Social Media zeitgemäss vermitteln, ohne seine Atmosphäre zu verlieren?
Im Rahmen dieses Projekts habe ich die Social-Media-Kanäle der Freilichtspiele Chur konzipiert und betreut. Ziel war es, Einblicke in den Entstehungsprozess von «Ein Sommernachtstraum» zu geben, neues Publikum zu erreichen und die Aufführungen digital sichtbar zu machen.
1. Projektidee
Für die Freilichtspiele Chur entwickelte und betreute ich den Social-Media-Auftritt zur Produktion «Ein Sommernachtstraum».
Der Fokus lag auf Instagram und Facebook, wobei vor allem kurze Videoformate eingesetzt wurden, um Proben, Aufführungen und den Blick hinter die Kulissen zu zeigen.
Ich begleitete die Produktion von der Konzeptionsphase bis nach der Derniere und war für Strategie, Content-Produktion und Veröffentlichung verantwortlich.
2. Projektziele
– Steigerung der Sichtbarkeit der Freilichtspiele Chur
– Vermittlung von Theater als nahbares und lebendiges Erlebnis
– Ansprache eines jüngeren Publikums über Reels und Storytelling
– Unterstützung des Ticketverkaufs während der Aufführungszeit
3. Zielgruppe(n)
– Primär: Kulturinteressierte Personen aus Chur und Umgebung zwischen ca. 20 und 45 Jahren
– Sekundär: Bestehendes Theaterpublikum, insbesondere über Facebook
Die Inhalte wurden so gestaltet, dass sie beide Gruppen gleichzeitig ansprechen, ohne an Klarheit zu verlieren.
4. Projektorganisation
Ich arbeitete selbstständig, in enger Absprache mit der Produktionsleitung der Freilichtspiele Chur.
Neben der inhaltlichen Planung produzierte ich sämtlichen Content eigenständig vor Ort und reagierte flexibel auf den Proben- und Aufführungsalltag.
5. Zeitplanung
– Frühling 2025: Entwicklung der Social Media Strategie
– Sommer 2025: Content-Produktion während Proben, Aufbau und Aufführungen
– Nach der Derniere am 16. August 2025: Rückblicks- und Dankescontent
Zum Instaaccount: https://www.instagram.com/frechfreilichtspiele/
(vha)
Rückblickend hat sich gezeigt, dass insbesondere kurze Videoformate mit klaren Einstiegen und emotionalem Bezug am besten funktioniert haben. Reels, die authentische Einblicke in Proben, Backstage-Momente oder persönliche Aussagen der Beteiligten zeigten, erzielten deutlich mehr Reichweite und Interaktion als klassische Informationsposts. Vor allem Inhalte, die bereits in den ersten Sekunden klar machten, worum es geht, führten zu längeren Wiedergabezeiten.
Weniger erfolgreich waren Feedposts und Stories ohne starken erzählerischen Fokus. Reine Ankündigungen oder visuell zurückhaltende Beiträge wurden deutlich weniger beachtet. Daraus lässt sich ableiten, dass Social Media im Kulturbereich nicht primär als Informationskanal, sondern als erzählerisches Medium genutzt werden sollte, das Emotionen und Nähe vermittelt.
Eine zentrale Herausforderung bestand darin, kontinuierlich relevanten Content zu produzieren, während sich der Probenalltag und die Aufführungszeiten stark unterschieden. Besonders in Phasen mit wenig sichtbarer Aktivität erforderte dies ein vorausschauendes Arbeiten sowie die Wiederverwertung bereits produzierter Inhalte. Gleichzeitig führte dieser Umstand dazu, bewusster mit vorhandenem Material umzugehen und Inhalte mehrfach in unterschiedlichen Kontexten einzusetzen.
Ein weiterer Lernpunkt war der Umgang mit verschiedenen Zielgruppen auf unterschiedlichen Plattformen. Während Instagram vor allem jüngere Nutzer:innen erreichte, zeigte sich auf Facebook eine deutlich ältere Zielgruppe. Dies erforderte eine Anpassung der Tonalität und Bildsprache, ohne den Gesamtauftritt zu fragmentieren.
Insgesamt hat das Projekt verdeutlicht, wie wirkungsvoll Social Media für die Vermittlung von Theater sein kann, wenn Inhalte strategisch geplant, gestalterisch klar umgesetzt und konsequent auf die jeweilige Plattform abgestimmt werden. Die Arbeit an diesem Projekt hat mein Verständnis für digitale Kulturkommunikation vertieft und gezeigt, wie wichtig Storytelling, Authentizität und klare visuelle Konzepte im Social Media Bereich sind.