project [un]heard

Anonyme Stimmen, atmosphärische Visuals
Statt klassischer Interviews oder sichtbarer Protagonist:innen setzen wir auf anonyme Voicemails aus dem öffentlichen Raum. Ein Plakat, eine Telefonnummer und plötzlich sprechen Menschen Dinge aus, die sie sonst für sich behalten. Der Fokus liegt bewusst nicht auf Gesichtern oder Identitäten, sondern auf echten, ungefilterten Stimmen. Die visuelle Ebene besteht ausschliesslich aus inszenierten Alltagsbildern. Hände, Bewegungen, Details, die als emotionale Stellvertreter für die Stimmen dienen.

Unsere zentrale Vision war es, echte Emotionen spürbar zu machen, ohne Menschen direkt vor eine Kamera zu zerren. Wer etwas auf dem Herzen hat, sollte das völlig freiwillig und anonym aussprechen können, getragen nur von der eigenen, ehrlichen Stimme. Dieses Gefühl des „Loslassens“ stand für uns im Mittelpunkt. Um möglichst viele verschiedene Menschen zu erreichen, haben wir die Prompts dreisprachig gestaltet: auf Deutsch, Schweizerdeutsch und Englisch. Gemeinsam haben wir an der Idee gefeilt und ein Konzept erstellt.

Wer hat was gemacht?

Weil so ein Projekt viele Gesichter hat, haben wir die Aufgaben perfekt nach unseren Stärken aufgeteilt:

  • Jessica trug die Verantwortung rund um die Technik. Sie hat sich darum gekümmert, dass wir passendes Material zum filmen dabei hatten und am Ende noch ein Video geschnitten wurde.
  • Laila war unsere Frau für alle Abklärungen. Sie hat im Hintergrund die Fäden zusammengehalten und dafür gesorgt, dass das Feedback im Team fliesst und wir unser Konzept immer weiter schärfen konnten.
  • Rabia war das kreative Auge für Design und Social Media. Sie war komplett eigenständig für die Plakatgestaltung und unseren gesamten Auftritt nach aussen verantwortlich.

Da wir dieses Digezz Projekt nutzen wollten um unser Wissen zu teilen und zu verbessern, haben wir uns dazu entschieden den kompletten Dreh ohne eine Rollenverteilung anzugehen.

So sah die Umsetzung aus

Dank Lailas Vorarbeit konnten wir das Unternehmen CloudCall als Sponsor gewinnen. Nach einer unkomplizierten Anfrage stellten sie uns eine kostenlose Telefonnummer zur Verfügung, auf der man direkt eine Voicemail hinterlassen konnte. Die Aufnahmen landeten danach automatisch als Audiodatei in ihrem Mailpostfach. Als Gegenleistung und kleines Dankeschön hat Rabia CloudCall als Sponsor auf den Plakaten integriert.

Beim Design hat Rabia verschiedene Entwürfe gestaltet, die wir uns gemeinsam angeschaut haben. Nach ein paar feinen Anpassungen durch Lailas Feedback-Runde ging das finale Plakat in den Druck und raus auf die Strasse. Weil wir aber nicht nur analog Menschen erreichen wollten, hat Rabia zusätzlich einen Instagram-Account Namens @unheard.mp4 ins Leben gerufen. Dort hat sie die digitalen Plakate geteilt und unserer Community später Einblicke in unseren Drehtag gegeben.

Vom Ton zum Bild

Als die ersten Voicemails eintrudelten, haben wir uns zu dritt hingesetzt, die Nachrichten ausgewählt und inhaltlich strukturiert. Zu jeder Sprachnachricht haben wir uns überlegt: Was für Emotionen sind spürbar und welche Bilder passen dazu? Uns war wichtig, die Stimmen nicht einfach plump zu illustrieren, sondern visuelle Räume für eigene Interpretationen zu schaffen. Jessica und Laila haben Vorarbeit geleistet und grob zu jeder Voicemail passende Bilder aufgeschrieben und eine Shot-List erstellt. Zu dritt haben wir diese anschliessend klarer formuliert und uns auf drei Voicemails fokussiert.

Das Filmen war ein echtes Team-Highlight: Wir haben alle gemeinsam an einem einzigen Tag gedreht. In der Postproduktion hat sich Jessica dann für eine Voicemail entschieden und diese mit einem Video finalisiert. Schnitt, Ton und Sounddesign haben wir so feinfühlig abgestimmt, dass die Originalstimmen immer im Scheinwerferlicht stehen und die Musik das Ganze nur ganz sanft untermalt. Da wir dieses Projekt noch weiterführen wollen haben wir noch genug Material um weitere Videos zu verfilmen und zu schneiden.

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(mbi)

Inhalt
Die grösste inhaltliche Herausforderung war die Sammlung der Voicemails selbst. Trotz Plakat im öffentlichen Raum meldeten sich kaum fremde Personen. Die meisten eingegangenen Nachrichten stammten von Bekannten und Freunden, die aus Unterstützung mitgemacht haben. Das stellte das ursprüngliche Konzept der anonymen, diversen Stimmen aus der Öffentlichkeit in Frage und verlangte eine Anpassung der Erwartungen ans vorhandene Material.

Plakate: Nachdem wir alle Plakate abgesegnet und gedruckt hatten, bemerkten wir einen kleinen Schreibfehler. Dies führte zu einem Mehraufwand, der leicht hätte verhindert werden können.
Um die Ästhetik der Plakate beizubehalten, haben wir die wichtigen Informationen sehr klein auf das Plakat gepackt. Da wir jedoch im A4-Format gedruckt haben, war alles leider zu klein und unleserlich. Dies sollte beim nächsten Mal unbedingt besser beachtet werden.

Voicemails: Da wir die Plakate vor allem mit unserem Umfeld geteilt haben, gab es für viele eine grosse Hemmschwelle, „Geheimnisse“ zu verraten, da wir sie leicht an den Stimmen erkennen könnten. Dies führte leider dazu, dass sich nur wenige Voicemails angesammelt haben. Wir könnten unsere Idee leicht anpassen und auch anonyme schriftliche Texte annehmen. Diese könnten wir dann selbst oder Bekannte von uns vertonen.

Technik
Die technische Herausforderung lag vor allem in der Evaluation einer passenden Aufnahmeplattform. Zu Beginn des Projekts standen wir vor einer grossen Ungewissheit, da wir überhaupt nicht wussten, wie sich eine anonyme Mailbox-Lösung möglichst unkompliziert, datenschutzkonform und gleichzeitig kostengünstig realisieren lassen sollte. Nach einer intensiven und langwierigen Recherche erwies sich die Plattform CloudCall als absoluter Glückstreffer: Das Unternehmen war von unserer Projektidee so begeistert, dass es uns die gesamte Technik und Infrastruktur komplett kostenlos zur Verfügung stellte. Dadurch liess sich eine einfache, funktionierende und für die Teilnehmenden absolut zuverlässige Lösung umsetzen.

Produktion & Set
Auch am Set zeigte sich ein strukturelles Problem: Die Aufgabenteilung war unklar. Da niemand eine feste Rolle als Kamerafrau oder Regisseurin übernahm, machten alle alles, was zwar dem Teamgedanken entsprach, aber zu unterschiedlichen Vorstellungen und gelegentlicher Unklarheit über Zuständigkeiten führte. Für künftige Projekte wäre eine klarere Rollenverteilung vor dem Drehtag empfehlenswert.

Arbeitsaufteilung und individueller Aufwand

Jessica
Preproduction: Organisation des gesamten technischen Equipments sowie die Abwicklung der Materialausleihe; gemeinsame Erstellung der detaillierten Shotlist mit Laila.
Produktion: Technische Leitung am Set. Da sie das grösste technische Know-how besass, leitete und instruierte sie Rabia und Laila im Umgang mit dem Equipment an.
Postproduction: Übernahme des grössten Aufwands nach dem Dreh. Zuständig für den finalen Videoschnitt, den präzisen Audioabgleich der Voicemails sowie das stimmungsentscheidende Color Grading, welches die atmosphärische Intimität des Projekts visuell untermalt.

Rabia
Design & Visuelle Identität: Komplette visuelle Gestaltung des Projekts. Sie entwickelte ganz zu Beginn die gestalterischen Key Visuals und übernahm die alleinige Gestaltung und Aufbereitung der Plakate.
Social Media: Konzeption, Aufsetzung und durchgehende Betreuung des Instagram-Kanals zur Projektkommunikation.
Produktion: Hauptverantwortliche Location-Scout, da sie sich in St. Gallen (unserem Drehort) am besten auskannte und das Team zu den passenden Locations führte. Am Set agierte sie teilweise an der Kamera, stand manchmal jedoch auch selbst vor der Kamera.

Laila
Preproduction & Organisation: Initiale Organisation der Combox-Infrastruktur. Sie recherchierte und kontaktierte die Plattform CloudCall.ch und handelte erfolgreich den Sponsoring-Deal für die kostenlose Nutzung aus. Zudem erarbeitete sie das Wording, die textlichen Prompts und die Call-to-Actions für die Plakate. Gemeinsame Erarbeitung der Shotlist mit Jessica.
Produktion: Teils zuständig für die Kameraführung. Sie behielt am Set stets den redaktionellen Gesamtüberblick über die Shotlist, kontrollierte die bereits gedrehten Szenen und stellte sicher, dass kein wichtiges visuelles Element vergessen wurde.

Ausblick und Weiterführung
Aufgrund des engen Zeitplans und der unerwarteten Herausforderungen in der Postproduktion war es uns bis zum Abgabetermin leider nur möglich, ein Video komplett fertigzustellen und zu veröffentlichen. Das Projekt *Project Unheard* ist für uns damit jedoch keineswegs abgeschlossen. Die Arbeit an den anonymen Voicemails hat uns enorm motiviert, weshalb wir das Projekt über den Sommer und eventuell bis ins nächste Semester hinein eigenständig weiterziehen werden. Es ist geplant, im Laufe der kommenden Monate das restliche Material aufzubereiten und fortlaufend weitere Videos auf YouTube und Instagram zu veröffentlichen, um den gesammelten Stimmen die Aufmerksamkeit zu schenken, die sie verdienen.