Produktion Eventtrailer SMSC Bern 2026
Ein gesamtes Gesundheitssystem in einer Minute.
Für die Swiss Medical Students Convention (SMSC) Bern 2026 durfte ich einen Eventtrailer realisieren, der nicht nur informiert, sondern neugierig macht. Ziel war es, einen komplexen inhaltliches Thema des Events – das Swiss Health Care System – visuell greifbar aufzubereiten und gleichzeitig alle relevanten Eventinformationen kompakt zu vermitteln.
Projektkontext
Die Swiss Medical Students Convention (SMSC) findet einmal pro Semester statt und wechselt jeweils den Austragungsort zwischen Schweizer Städten mit Medizinstudium. Studierende aus der ganzen Schweiz kommen zusammen, um sich fachlich, politisch und gesellschaftlich mit medizinischen Themen auseinanderzusetzen.
Den Trailer wurde mir in Auftrag gegeben von der Fachschaft Medizin Bern und der SWIMSA (Swiss Medical Student Association). Er dient als offizieller Teaser für den SMSC Event im Frühling 2026 in Bern. Er wurde vor Ort am SMSC in Fribourg im Herbst 2025 gezeigt, um die Teilnehmenden auch für den nächsten Event zu gewinnen. Zudem half der Trailer, Sponsoringgelder zu sichern, an Fachschaftssitzungen über anstehende Events zu informieren und er wurde auch auf Social Media gepostet, wo er knapp 10’000 Aufrufe erreichte.
Ziel des Eventtrailers
- Aufmerksamkeit für den kommende SMSC Bern schaffen
- Das Leitthema Swiss Health Care System spannend inszenieren und vermitteln
- Alle wichtigen Eventinfos klar kommunizieren
- In 1:00–1:30 Minuten Neugier und Relevanz erzeugen
- Auf Social Media organisch Reichweite erzielen
Konzeption – Zusammenarbeit mit dem OK
Die Konzeption des Trailers entstand in enger Zusammenarbeit mit zwei Mitgliedern des Marketing-Vorstands des Organisationskomitees. In gemeinsamen Meetings definierten wir:
- die inhaltlichen Schwerpunkte (welche Akteure sind vertreten?)
- dramaturgischen Aufbau des Teasers (was kommt im Video vor?)
- Tonalität und visuelle Stimmung (wie sieht das Video aus und wie wirkt es?)
- Kernbotschaften zum Health-Care-System (was soll den Zuschauenden nach dem Video im Kopf bleiben?)
Der Anspruch war hoch: Der Trailer sollte weder rein werblich noch zu erklärend wirken, sondern einen emotionalen Einstieg in ein komplexes Thema bieten. Inhaltlich entschieden wir uns dazu, das Video mit Szenen zu beginnen, die die Relevanz des Themas aufzeigen – denn wir dachten uns, dass viele Leute mit dem trockenen Begriff «swiss health care system» nicht so viel anfangen können. Als Kernbotschaft entschieden wir «We care» zu nehmen. Um im Video auch auf diese Schlussaussage zu kommen, wollten wir mehrere Denkanstössen liefern, die dann schlussendlich zur Kernbotschaft führen. Wir sammelten Fragen, welche am SMSC behandelt werden. Zum Ende des Videos sollen dann noch alle wichtigen Infos für den Event eingeblendet werden, so auch das Logo. Um auch die Zuschauenden abzuholen, welche nur den Anfang schauen, war geplant, den Event-Name und das Event-Datum bereits nach den ersten paar Sekunden einzubetten. Weitere Details wurden vom Video erwartet z.B. das Zeigen der Bundesrätin Elisabeth Baume-Schneider, da sie am Kongress einen Vortrag halten wird, oder auch das Einbringen von Bilingualität, da Studierende aus allen Landessprach-Regionen am SMSC eingeladen sind.
Recherche & Materialbeschaffung
Ein grosser Teil der Arbeit fand vor der eigentlichen Produktion statt:
- Suche nach geeignetem Archivmaterial
- Anfragen und Abklärungen zur Lizenzierung und Nutzung
- Recherche nach passendem Stockmaterial
- Auswahl von Bildwelten, die Medizin, Pharma, Politik, Krankenkassen und Mensch verbinden
Diese Phase war entscheidend, um dem Trailer Substanz zu geben. Aufgrund fehlenden Ressourcen war dies die einzige Möglichkeit, dem Thema visuelle Tiefe und trotzdem Abwechslung zu geben.
Videodreh – Inselspital Bern
Für einen authentischen und ortsbezogenen Schluss des Videos wurde zusätzlich ein Videodreh im Inselspital Bern realisiert. Auch wenn es nur um eine einzige kurze Szene ging, war viel Planung erforderlich. Da das Innern eines Spitals ein besonders sensibler und heikler Ort zum Filmen ist, wurde ich von der zuständigen Fachperson für Kommunikation und Marketing vom Inselspital Bern begleitet. Auch musste für den Dreh eine Medizinstudentin gefunden werden, die bereit war, vor der Kamera zu stehen. Während des Drehs probierten wir verschiedene Orte auf verschiedenen Stationen aus – besonders schwierig war dabei die druchmischte und auch schnell wechselnde Lichtsituation. Die Szenen mussten oftmals wiederholt werden, da die Aufnahme sofort abgebrochen werden musste, wenn ein*e Patient*in oder ein*e Mitarbeiter*in das Bild betrat.


Musiksuche & Stimmung
Die Musiksuche war zentral für die Wirkung des Trailers. Ziel war ein Track, der Spannung aufbaut und trotzdem Seriosität vermittelt. Wichtig war auch, dass es modern und dynamisch wirkt, sodass er auch auf Social Media funktioniert. Die Musik bestimmte letztlich auch Schnittgeschwindigkeit, Dramaturgie und Bildauswahl – deshalb musste dieser Schritt vor dem eigentlichen Videoschnitt passieren, insbesondere da die Musikwahl noch mit den Auftraggebern abgesprochen werden musste.
Videoschnitt – Struktur & Feinschliff
Nach der Sichtung und Sortierung des gesamten Footage begann der eigentliche Schnittprozess:
- Strukturieren des Materials
- Aufbau einer klaren Dramaturgie
- Abstimmung von Bild, Text und Musik
- Timing innerhalb des engen Zeitrahmens
- Erstellung von englischen Untertiteln
Zusätzlich musste ich die SMSC-Logos als Vektorgrafiken aufbereiten, da sie bis dahin nur als Canva-Dokument vorlagen. Um sie sauber, skalierbar und konsistent im Video einsetzen zu können, war dieser Schritt essenziell.


Feedback & Überarbeitung
Der Trailer durchlief mehrere Feedbackschlaufen mit dem OK. Kritikpunkte habe ich gezielt aufgenommen und angepasst – sowohl inhaltlich als auch visuell.
Dieser Prozess war wichtig, um den Trailer sowohl den Erwartungen des Organisationskomitees als auch den Anforderungen eines professionellen Eventauftritts gerecht werden zu lassen.
Ergebnis – Eventtrailer SMSC Bern
Der finale Trailer vereint Information und Emotion und funktioniert als vielseitiges Kommunikationsmittel für unterschiedliche Kanäle.
(abb)
Die Realisierung des Eventtrailers für die Swiss Medical Students Convention Bern stellte für mich eine intensive, aber sehr lehrreiche Erfahrung dar. Die grösste Herausforderung während des gesamten Projekts war der starke Zeitdruck. Das Organisationskomitee kam relativ kurzfristig mit dem Auftrag auf mich zu, wodurch der gesamte Produktionsprozess – von der Konzeption bis zur finalen Abgabe – innerhalb von rund drei Wochen umgesetzt werden musste. Dieser Zeitraum ist sehr knapp, insbesondere wenn man berücksichtigt, dass ein externer Videodreh im Inselspital Bern organisiert, angefragt und geplant werden musste.
Zusätzlich habe ich den zeitlichen Aufwand rund um Archivmaterial und Lizenzierungen unterschätzt. Die Nutzung von SRF-Archivmaterial erforderte mehrere Abklärungen, Vertragsprozesse und schliesslich auch die Bezahlung, bevor eine definitive Nutzungsbestätigung vorlag. Diese externen Abhängigkeiten waren nur begrenzt planbar und verstärkten den zeitlichen Druck zusätzlich. Rückblickend wurde mir sehr deutlich, wie viel Arbeit selbst in einem nur knapp einminütigen Video steckt.
Eine weitere Herausforderung war das abstrakte Leitthema des Events. Das Swiss Health Care System ist komplex und schwer visuell greifbar. Zu Beginn stellte sich daher die Frage, welche Bilder dieses Thema überhaupt transportieren können. Gleichzeitig durfte keiner der beteiligten Akteure zu kurz kommen oder negativ dargestellt werden. Der Trailer musste ein ausbalanciertes, harmonisches Gesamtbild vermitteln, das sowohl gesellschaftliche Relevanz als auch Neutralität wahrt.
Erschwerend kam hinzu, dass das Budget seitens des Organisationskomitees begrenzt war und keine aufwändige Eigenproduktion erlaubte. Ich löste dieses Problem so, dass ich die Relevanz und Aktualität des Themas zu Beginn des Filmes einfach über Archivmaterial vermittle. Die Suche nach diesen Clips war sehr aufwändig, ich musste viele Arena-, Tagesschau- und 10vor10-Sendungen anschauen, um die für die Thematik relevanten Szenen zu finden. Für den zweiten Teil des Filmes, in welchem die verschiedenen Themenbereiche und Akteure eingeführt werden, habe ich mit Stockmaterial gearbeitet. Der lokale Bezug zur Austragungsstadt Bern, sowie den Bezug zur Studentenschaft wurde gezielt durch eine eigene Aufnahme im Inselspital mit einer Medizinstudentin hergestellt. Mit dieser Szene bin ich leider nicht so zufrieden, da ich aufgrund des Zeitdruckes nur eine mitelmässige Kamera auftreiben konnte und auch beim Dreh vor Ort nicht viel Zeit hatte, Aufnahmen auf Qualität zu überprüfen.
Auch die Videolänge war ein weiterer Knackpunkt. Ursprünglich war nämlich ein Trailer von rund 30 Sekunden geplant. Im Laufe des Projekts zeigte sich jedoch, dass die inhaltlichen Wünsche des Auftraggebers in dieser Kürze nicht realistisch umsetzbar waren. Die finale Länge von rund 1–1:30 Minuten ermöglichte es erst, Thema, Stimmung und Eventinformationen sinnvoll zu kombinieren.
Insgesamt hat mir dieses Projekt deutlich vor Augen geführt, wie wichtig realistische Zeitplanung, klare Priorisierung und frühzeitige Kommunikation mit allen Beteiligten sind. Gleichzeitig konnte ich wertvolle Erfahrungen im Umgang mit externen Partnern und begrenzten Ressourcen sammeln. Der hohe Arbeitsaufwand hat sich letztlich ausgezahlt und stellt für mich einen wichtigen Entwicklungsschritt im Bereich konzeptioneller und audiovisueller Projektarbeit dar. Das Video hatte eine grosse positive Resonanz – das OK und ich sind deshalb sehr happy :))