Poster-Serie aus Fotografie, Illustration und Text

Für mein MMP-Studium an der FHGR zog ich in meine erste eigene Wohnung in Chur. Auch nach einiger Zeit waren meine Wände noch sehr kahl, weshalb ich diese gestalten und die Wohnung somit stärker zu einem Zuhause für mich machen wollte. Da ich zudem noch wenig Erfahrung in Fotografie und in der Gestaltung mit Adobe-Programmen hatte, setzte ich mir das Ziel, zehn eigene Poster zu entwickeln und dabei möglichst viele neue Fähigkeiten zu erlernen.

Konzept und Idee
Die Idee bestand darin, zehn Poster zu gestalten, die sich in zwei Gruppen aufteilen. Fünf Poster sollten rein illustrativ sein, teilweise auch mit Textelementen, während die anderen fünf auf eigenen Fotografien basieren und ebenfalls mit Textelementen ergänzt werden.

Gestalterisch wollte ich mich bewusst frei austoben und definierte kein übergeordnetes Thema. Das Ziel war vielmehr, Poster zu gestalten, die mir persönlich gefallen und zu meiner Wohnung passen.

Fotoshooting
Für das Fotoshooting suchte ich mir zunächst Inspiration auf Pinterest, um eine Vorstellung vom gewünschten Stil zu entwickeln. Die Planung erwies sich jedoch als deutlich zeitaufwendiger als erwartet. Da ich noch wenig Erfahrung in diesem Bereich hatte, fiel es mir schwer einzuschätzen, was ich konkret benötigen würde. Gleichzeitig hatte ich sehr viele Ideen und nahm schliesslich zu viele Outfits und Requisiten mit.

Beim Aufbau des Equipments und bei der Lichtsetzung im Studio erhielt ich Unterstützung von einem Kommilitonen, wofür ich sehr dankbar war. Dadurch gelang es mir, meine Bildideen besser umzusetzen. Während des Shootings wurde mir zudem klar, dass es sinnvoll ist, sich auf einen klaren Stil zu fokussieren und diesen konsequent durchzuziehen, da ich im Nachhinein nur einen Bildstil weiterverwendete und die anderen verwarf.

Das Fotoshooting war insgesamt deutlich anstrengender als erwartet, insbesondere weil ich mich dazu entschied, sowohl vor als auch hinter der Kamera zu arbeiten. Da ich mich im Vorfeld nicht ausreichend informiert hatte, verfügte ich über keinen Monitor, um meine Posen direkt zu kontrollieren. Ich musste daher nach jedem Foto aufstehen, den Selbstauslöser neu einstellen und mich wieder positionieren, was den Prozess zusätzlich erschwerte, insbesondere in High Heels. Gleichzeitig machte das Shooting sehr viel Spass und da ich mich selbst fotografierte, fühlte ich mich weniger unter Druck und konnte frei experimentieren.

Poster auf Basis von Fotografien
Bei der Auswahl und Bearbeitung der Bilder konnte ich viel im Umgang mit Lightroom lernen. Der Prozess war häufig von «Trial and Error» geprägt. Die grösste Herausforderung bestand darin, mich auf fünf finale Bilder zu beschränken, da ich deutlich mehr bearbeitete, bevor ich eine Entscheidung traf, was den Zeitaufwand erhöhte.

Die anschliessende Gestaltung der Poster machte mir besonders viel Spass, da ich meine visuellen Ideen konkret umsetzen konnte. Ich arbeitete hauptsächlich mit Adobe Illustrator. Auch hier war vieles ein Ausprobieren. Teilweise wusste ich genau, was ich umsetzen wollte und konnte dies realisieren, teilweise entstanden interessante Ergebnisse zufällig, die ich weiterentwickelte. In anderen Fällen gelang es mir nicht, meine ursprüngliche Idee umzusetzen, weshalb ich flexibel reagieren musste.

Illustrative Poster
Für die illustrativen Poster hatte ich zu Beginn fünf grobe Ideen, die ich jedoch weder detailliert ausarbeitete noch skizzierte. Stattdessen begann ich direkt mit der Umsetzung. Dies ermöglichte mir eine sehr freie und kreative Arbeitsweise, führte jedoch auch dazu, dass ich einzelne Poster neu erstellen musste, da sie nicht meinen Vorstellungen entsprachen.

Im Nachhinein wurde mir bewusst, dass eine vorgängige Skizze oder zumindest eine weiterführende Ausarbeitung der Ideen den Prozess effizienter gemacht hätte. Eine bessere Planung hätte die Umsetzung vereinfacht.

Inhaltlich kombinierte ich teilweise Elemente aus Adobe Stock mit eigenen Bildern aus dem Fotoshooting. Weitere Bestandteile erstellte ich selbst in Adobe Illustrator, was stellenweise herausfordernd war, mir aber letztlich gut gelang.

(mmi)

Der bewusste Verzicht auf ein übergeordnetes Thema ermöglichte mir eine grosse kreative Freiheit, was ich als sehr positiv empfand.

Die eher spontane Arbeitsweise ohne detaillierte Planung oder Skizzen brachte sowohl Vor- als auch Nachteile mit sich. Einerseits konnte ich mich kreativ frei entfalten, andererseits führte dies zu ineffizienten Arbeitsschritten, da ich gewisse Poster mehrfach überarbeiten musste.

Das Fotoshooting zeigte mir deutlich, wie wichtig eine gute Vorbereitung ist, insbesondere in Bezug auf Equipment, Ablauf und technische Hilfsmittel. Gleichzeitig konnte ich wertvolle Erfahrungen im Umgang mit Licht, Inszenierung und Selbstorganisation sammeln.

Auch im Bereich Bildbearbeitung und Gestaltung mit Illustrator konnte ich mein Wissen erweitern, vor allem durch praktisches Ausprobieren. Dabei wurde mir jedoch auch bewusst, dass ein strukturierteres Vorgehen sehr wohl Zeit sparen kann.

Insgesamt bin ich mit den entstandenen Postern sowie mit dem gesamten Arbeitsprozess sehr zufrieden. Ich konnte in verschiedenen Bereichen dazulernen und habe damit mein Ziel erreicht, mich gestalterisch und technisch weiterzuentwickeln.