Pornografie im Wandel der Zeit: OnlyFans und Deepfake Pornografie

Ein Klick auf OnlyFans oder ein täuschend echtes Deepfake-Video – digitale Pornografie verändert sich rasant und wirft neue Fragen auf. Wo endet Selbstbestimmung und wo beginnt Ausbeutung? Anhand der persönlichen Geschichte einer OnlyFans-Creatorin und einer Frau, die Opfer sexualisierter Deepfakes wurde, beleuchtet diese Reportage zwei aktuelle digitale Phänomene und ordnet sie gemeinsam mit Expertinnen aus Medienethik, Recht, Kriminologie und Digitalisierung ein.

Thesis

Diese Bachelorarbeit untersucht, wie sich die Digitalisierung von Sexarbeit am Beispiel der Plattform OnlyFans auf Selbstbestimmung, ökonomische Situation und die gesellschaftliche Wahrnehmung von Sexarbeitenden in der Schweiz auswirkt. Dazu wurden vier Expert:inneninterviews sowie ein Interview mit einer aktiven OnlyFans-Creatorin geführt. Die Ergebnisse zeigen, dass OnlyFans neue Möglichkeiten der Selbstorganisation und Vermarktung eröffnet, gleichzeitig jedoch neue Abhängigkeiten und Risiken mit sich bringt. Die Arbeit kommt zum Schluss, dass digitale Sexarbeit weder ausschliesslich als Empowerment noch als Ausbeutung verstanden werden kann, sondern als Spannungsfeld zwischen erweiterten Handlungsspielräumen und fortbestehenden strukturellen Einschränkungen.

Lehrprojekt

Ziel des Lehrprojekts war die Konzeption und Produktion einer journalistischen Reportage zum Thema «Pornografie im Wandel der Zeit: OnlyFans und pornografische Deepfakes». Im Mittelpunkt standen persönliche Geschichten, die durch Expert:innen aus verschiedenen Fachbereichen eingeordnet und journalistisch kontextualisiert werden sollten. Ausgehend von aktuellen Entwicklungen im digitalen Pornografiebereich entstand das Konzept, zwei gesellschaftlich hochrelevante Phänomene aufzugreifen: die Digitalisierung von Sexarbeit am Beispiel der Plattform OnlyFans sowie das Phänomen pornografischer Deepfakes. Im Zentrum stehen die Geschichte einer OnlyFans-Creatorin, die freiwillig Inhalte erstellt und sowohl Chancen als auch Herausforderungen ihrer Tätigkeit aufzeigt, sowie die Geschichte einer Betroffenen pornografischer Deepfakes, welche die weitreichenden Folgen digitaler Gewalt verdeutlicht.

Die Reportage sollte verdeutlichen, dass OnlyFans und pornografische Deepfakes zwar beide Ausdruck der fortschreitenden Digitalisierung des Pornografiebereichs sind, jedoch grundlegend unterschiedliche Auswirkungen auf die betroffenen Personen haben. 

Teil 1: OnlyFans

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Teil 2: Deepfake Pornorafie

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Herausforderungen

Eine der grössten Herausforderungen bestand in der mehrfachen Anpassung des Konzepts während der Produktionsphase. Ursprünglich war eine Reportage zum Thema pornografische Deepfakes vorgesehen. Trotz intensiver Recherche und zahlreicher Kontaktaufnahmen konnte zunächst jedoch keine geeignete betroffene Person gefunden werden, die bereit war, ihre Geschichte öffentlich zu erzählen. Um das Projekt dennoch realisieren zu können, wurde das Konzept erweitert und der Fokus zusätzlich auf die Digitalisierung von Sexarbeit am Beispiel von OnlyFans gelegt. Bei der Suche nach einer Protagonistin für das Thema Deepfake gaben wir aber nicht auf und blieb während eines grossen Teils der Produktion parallel noch dabei. Mehrere potenzielle Betroffene zeigten zunächst Interesse, entschieden sich später jedoch gegen eine Teilnahme. Da unklar war, ob sich noch eine geeignete Protagonistin finden lassen würde, begannen die Dreharbeiten zunächst ausschliesslich mit der OnlyFans-Creatorin. Erst zu einem späteren Zeitpunkt sagte Agnes Boldis ihre Teilnahme definitiv zu. Dadurch mussten das Konzept, die Dramaturgie sowie die Produktionsplanung erneut angepasst und zusätzliche Drehtage organisiert werden. Eine weitere Herausforderung stellte die Terminkoordination dar. Die Verfügbarkeit der Expert:innen und Protagonist:innen war sehr unterschiedlich und musste mit den Dreharbeiten zu Randzeiten stattfinden und an vielen verschiedenen Drehorten. Dadurch entstanden mehrere kurzfristige Terminverschiebungen und ein erhöhter organisatorischer Aufwand.