Pfadi – Mehr als eine Freizeitaktivität

Was macht die Pfadi so einzigartig? Dieser Frage wollte ich mit meinem Film über die Pfadi St.Martin nachgehen.

Im Vordergrund steht die Vielfältigkeit, denn Pfadi ist weit mehr als eine Freizeitaktivität. Hier erleben Kinder und Jugendliche aussergewöhnliche Momente und erlernen wesentliche Fähigkeiten fürs Leben. Das Lagerleben ist nicht immer komfortabel, besonders wenn das Wetter nicht mitspielt. Durch die Herausforderung, mehrere Tage draussen zu übernachten, entstehen jedoch ein einmaliges Gemeinschaftsgefühl und tiefe Freundschaften.

Mir persönlich hat die Pfadi sehr viel Chancen gegeben, mich zu entwickeln. Aus diesem Grund wollte ich mit diesem Film etwas zurückgeben. Das Video soll als Werbefilm auf den verschiedenen Plattformen der Pfadi St.Martin aufgeschaltet werden, um neue Mitglieder:innen zu gewinnen, in der Hoffnung, das diese genau wie ich, nach 16 Jahren Pfadi Karriere auf eine wertvolle Zeit zurückblicken können.

(ash)

Preproduction

Ich wollte einen ganzen Tag, die Nacht sowie den Morgen danach darstellen. Dies sollte der Rahmen des Videos sein. Dazwischen war das Ziel alles zu zeigen was ein Pfadilager zu bieten hat: Die Anreise mit dem Velo, der Aufbau, das Kochen auf dem Feuer sowie die actiongeladenen Spiele und vieles mehr. Im Vorfeld habe ich meine Idee und die Shotliste grob zusammengetragen. Ich überlegte mir zu Beginn, einzelne Interviews von Kindern und Jugendlichen einzubauen. Ich verwarf die Idee allerdings wieder, da ich ein stimmiges Video wollte und keinen Filmbericht. Da ich als Fotograf tätig bin, habe ich Erfahrung wie ich mit einer Kamera umgehen muss, jedoch habe ich noch nie einen eigenen Film gemacht. Ich hatte somit grossen Respekt davor ganz alleine dieses Projekt zu realisieren. Ich packte meine Fujifilm Kameras, zwei Mikrofone, eine Drohne, ein Gimbal und ein paar Objektive ein.

Production

Für die Produktion hatte ich vier Tage Zeit. Aus diesem Grund war es mir möglich eine grosse Menge an Momenten einzufangen und das zu erleben, was ich auch filmte. Trotz der grosszügigen Zeit war ich dauernd mit filmen beschäftigt. Dabei entstanden auch viele Herausforderungen. Es regnete oft, was das Filmen wesentlich anspruchsvoller machte und ich benutze nie zu vor ein Gimbal, was anfangs auch sehr Gewöhnungsbedürftig war. Video und Sound gleichzeitig zu handhaben war extrem anspruchsvoll. Ausserdem wollte ich von der gleichen Szene immer verschiedene Einstellungen haben. Ich konnte jedoch nur die wenigsten Shots inszenieren, womit eine grosse Flexibilität und Schnelligkeit gefragt war. Ein Vorteil war hier sicherlich, dass ich meine Kamera gut kenne. Die Umstellung vom Einzelbild in einer Story zu denken, war jedoch nicht immer einfach und es gab oft Momente, in denen ich keine Ahnung hatte, ob das gut kommt, was ich mache. Ich wollte die Pfadi von ganz nah zeigen. Darum verbrachte ich lange Zeit bei den Kindern, so dass sie gar nicht mehr bemerkten, das ich filmte. Mit dem Motto: Je mehr Filmmaterial desto besser hatte ich nach vier Tagen dann fast zwei 265GB Speicherkarten voll und konnte auf ein spannendes Pfadilager zurückblicken.

Postproduction

Der Aufwand nur das Material zu sichten war enorm. Ich wählte die Aufnahmen aus, welche die Aktivitäten am aussagekräftigsten zeigen und kam dann im Rohschnitt auf ein etwa 5 Minuten langes Video. Den Film wollte ich maximal 2.5 Minuten. Ich habe vorher noch nie alleine ein Video geschnitten und arbeitete eher nach meinem Gefühl als nach einem Plan. Obwohl ich viele schöne Sequenzen hatte, konnte ich vieles nicht verwenden, da die Story der jeweiligen Momente nicht verständlich war. Ich priorisierte die Szenen, die ich aus verschiedenen Perspektiven und Blickwinkel gefilmt hatte. Zu einem viel zu späten Zeitpunkt suchte ich lange nach guter Musik. Das Lied sollte packend und aufbauend sein. Ich musste dann den gesamten Schnitt nochmals auf die Musik anpassen. Im Sounddesign wollte ich die verschiedenen Geräusche einbeziehen, um eine bessere Atmosphäre zu schaffen. Die Ambi-Geräusche der einzelnen Sequenzen aufeinander anzupassen, entpuppe sich als eine grosse Herausforderung. Im Grading habe ich mich eher zurückgehalten, da ich die Farben mit der Fujifilm-Filmsimulationen Eterna bereits in der Kamera eingestellt habe. Der Fokus auf starke Grüntöne war mir wichtig.

Learnings und Fazit

Dieses Projekt hat mir geholfen den Weg in die Video Welt zu finden. Ich bin froh, habe ich den Film alleine umgesetzt, da ich mich so selber um die ganzen Herausforderungen kümmern musste und dabei viel gelernt habe. Ich hätte mich beim Filmen mehr auf Momente mit kleinen Handlungsabläufen konzentrieren sollen und den Ambi Geräuschen noch mehr Beachtung schenken können. Es gibt sicherlich noch Verbesserungspotential, aber ich bin zufrieden mit meinem ersten Film.